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STUDIENREISE JAKOBSWEG

Passend zum Heiligen Compostelanischen Jahr, das im 2021 nach elf Jahren wieder eintritt, legen wir unseren Klassiker erneut auf: der beliebteste Pilgerweg Europas ist ein Mosaik natürlicher Schönheit, regionalen Charmes und christlicher Kirchengeschichte. Kontrastreiche Landschaften von zerklüfteten Bergspitzen über weite Ebenen zu Wälder und Wiesen, sonnenverwöhnten Weingärten, historisch bedeutenden Klöstern und malerischen Dörfern erwarten Sie auf dieser Studienreise mit dem Theologen und Philosophen Erwin Koller.

Seitdem man das Grab des Apostels Jakobus im 9. Jh. entdeckt hat, wurde der Camino de Santiago (Jakobsweg) zum bedeutendsten Pilgerweg des mittelalterlichen Europas. Unzählige Pilger haben sich nach Compostela begeben und zu einer künstlerischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen, die ihre Spuren bis zum heutigen Tag hinterlassen hat. Aber der Camino ist mehr als nur das archäologische Überbleibsel einer glorreichen Vergangenheit: Er ist ein lebendiger Weg, der sich mit den Schritten der Pilger konstant erneuert. Entdecken Sie die Wurzeln der europäischen Religion von Bilbao bis nach Santiago, ja sogar bis ans „Ende der Welt“. Auf dieser Studienreise können Sie täglich einen Abschnitt des Pilgerwegs selber unter die Füsse nehmen. Unterwegs sehen Sie in Bilbao das imposante Guggenheim-Museum, suchen in Burgos das Grab des sagenumwobenen „El Cid“ auf, degustieren im Rioja-Gebiet edle Tropfen und nehmen in Santiago an einer Pilgermesse teil.

 

 

Highlights

STUDIENREISE ZWINGLIS REFORMATION

Von Zürich über Konstanz, St. Gallen und Wildhaus nach Chur führt Sie der Theologe und Philosoph Erwin Koller zu den bedeutendsten Orten aus Zwinglis Leben. Auf dieser Studienreise ordnen Sie die Zürcher Reformation in die eidgenössische Geschichte ein und stellen deren Ursachen und Folgen in den heutigen Kontext.

BERICHT: NZZ Transatlantik-Passage

An Board der Queen Mary 2

Kreuzfahrt?

Beginnen wir mit einem verbalen Missverständnis: Wer mit der Queen Mary von Hamburg nach New York fährt, der macht eben keine Kreuzfahrt. Denn das Schiff hält nur noch einmal an, in Southampton, um Passagiere aussteigen und neue zusteigen zu lassen. Und 32 000 Eier zu bunkern, damit die Frühstücksrühreier nicht ausgehen. Davor und danach pflügt man durch das Wasser, unaufhaltsam, stetig und ruhig.

 

Höhepunkte

Beginnen wir aber auch mit dem Wichtigsten: Die Reise hat drei Höhepunkte – das Auslaufen in Hamburg, die Hafeneinfahrt in New York. Und das, was dazwischen liegt. Wie die «Queen Mary» in der Abendsonne die Elbe hinunterfährt Richtung Meer ist stimmungsvoll: weisse Villen gleiten an einem vorbei, Menschen winken, auf der Terrasse eines Restaurants wird gar eine QM-Farewell-Party ausgerichtet, wie ein Banner besagt. Und die Hafeneinfahrt in der Morgendämmerung in New York ist allein die ganze Überfahrt wert.

Dazwischen liegt der Ozean, eine unendliche Menge von Wasser, manchmal 14 Grad warm und manchmal nur noch 4. Wie der Kapitän mit seinem britischen Humor sagte: Auf dem Nordatlantik ist alles grau, der Himmel ist grau, das Wasser ist grau. Tatsächlich kann Nebel das Schiff in Watte hüllen. Aber keine Angst: Die Sonne scheint durchaus. Und die Menschen bringen Farbe in den Schiffsalltag, vor allem an den Abenden mit Dresscode, an dem viele Damen die normalerweise in den Tiefen ihrer Kleiderschränke versteckten Schätze präsentieren.

 

Lieblingsorte an Bord

Ein Lieblingsort vieler Passagiere ist ein langer Gang fast auf der Höhe der Wasserlinie. Hinter den Bullaugen zieht das Wasser vorbei. Der Blick geht über die Weite des Meeres. Man beginnt hier unweigerlich zu meditieren. Doch wem das zu ruhig ist, der findet ein reichhaltiges Angebot an Beschäftigung, Weiterbildung und Unterhaltung. Nicht wenige empfinden dies sogar als Stress, weil es so vieles zu tun und zu sehen gäbe, etwa nach dem Motto: Schon ist der zweitletzte Tag, und ich war noch nie in der Champagnerbar oder im Konzert mit der jungen Pianistin.

 

Fazit

Die Überfahrt mit der Queen Mary ist eine «once in a liftetime experience».

 

Kommen Sie erneut an Board mit Felix E. Müller im August 2020 auf der Queen Elizabeth nach Alaska. Mehr zur neuen Reise „Inside Passage“ finden Sie hier.

WINTERZAUBER DER HURTIGRUTEN

2’500 Seemeilen wilde Küste, der nördlichste Punkt Europas, zerklüftete Fjordlandschaften, eine Inselwelt, bei der man guten Gewissens von „Natur pur“ reden kann und 34 Häfen, die täglich angelaufen werden müssen – das sind die Merkmale der Hurtigruten, einer der schönsten Schiffsrouten an einer der aufregendsten und spektakulärsten Küsten der Welt. Während des Winters entfaltet sich der ganze Zauber des norwegischen Westufers umso mehr – so stehen zum Beispiel die Chancen gut, die farbenfrohen Nordlichter zu erblicken!

Fernab der Besuchermengen der Hauptsaison erwarten Sie auf dem Schiff MS Nordnorge stille Winterluft, verwunschene Stimmung während der blauen Stunde und eine Zuckerschicht Schnee. Gebannt halten Sie Ausschau nach den mystischen Lichtspielen am Himmel – gemeinsam mit dem Meteorologen Felix Blumer, der Ihnen diese und weitere lokale Wetterphänomene erläutert. Zwei Übernachtungen verbringen Sie auf der schroffen Inselgruppe der Lofoten, wo Sie direkt am Meer in charmant umgebauten Fischerhäuschen übernachten.

 

Hurtigruten Highlights

Armenien & Georgien

Irgendwo zwischen Asien und Europa – diese vage Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf. Armenien im Kleinen, Georgien im Grossen Kaukaus. Gregor der Erleuchter brachte das Christentum nach Armenien, Dawit der Erbauer nach Georgien. Armenien ist immer noch von Russland abhängig, Georgien hat sich davon losgelöst. Ob die Geschichten über Hunderte von Jahren alt sind oder erst kürzlich die beiden Kaukasusrepubliken prägten – auf Interessantes, Skurriles und Unbekanntes stossen Sie zwischen Abend- und Morgenland immer wieder.

Nebst den Sakralbauten, die sich alle im Charakter und der atemberaubenden Lage unterscheiden, lernen Sie auf dieser Reise durch den Kaukasus auch das moderne Armenien und Georgien kennen. Zusammen mit Ihrem Fachreferenten Michael Wrase machen Sie sich auf die Suche nach der Identität der stolzen Völker. Sie kommen in Kontakt mit der jungen Kunstszene wie auch mit traditionellen Volkstänzen, A-capella-Gesängen und Choraufführungen. Durchs Land fahrend hören Sie Geschichten über Aprikosensteine, moderne Seilbahnen, das alte Gewerbe der Kreuzstein-Handwerke, dem Trinkdenkmal sowie dem Ursprung des Weines. Sie übernachten in den trendig historischen Hauptstädten, aber auch in alten, wieder zu neuem Leben erweckten Kurorten und Bergdestinationen. All dies geht dank der frischen und vielfältigen Küche mit viel Liebe durch den Magen.

 

 

Armenien & Georgien Highlights

VIDEOBOTSCHAFT: Sonne am Nordkap: Winterzauber der Hurtigruten mit Felix Blumer

„Perfekter könnte es nicht sein!“ Felix Blumer ist begeistert und berichtet per Videobotschaft  von den Eindrücken unterwegs…

zum Video

BERICHT: Azoren Juni 2018

EIN HOCH AUF DAS HOCH

Im Juni verbrachten 13 Tages-Anzeiger- und Berner Zeitungs-Leser 10 Tage auf den Azoren bei viel Sonnenschein, kaum einem Regentropfen und wunderbarer Sommerwärme. Nach dieser Reise ist die Gefahr wohl gross, dass die meisten Gäste das Azorenhoch falsch verstanden haben. Selbst im Sommer ist es auf den Azoren nicht immer sonnig und Regen gehört auch dazu!

Vom 13. bis 22. Juni besucht eine cotravel-Reisegruppe die drei Azoreninseln Pico, Faial und Sao Miguel. Am Mittwoch, 13. Juni geht es schon früh morgens nach Lissabon. Weil der Anschlussflug aber erst am Nachmittag erfolgt, haben wir noch Zeit für eine Stadtführung in Portugals vitaler Hauptstadt. Bei strahlendem Sonnenschein besichtigten wir die Wahrzeichen Lissabons so den Torre de Belém aus dem frühen 16. Jahrhundert oder das Hieronymus-Kloster. Beide gehören seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Daneben werfen wir aber auch einen Blick auf das moderne Lissabon. Am Nachmittag geht es mit dem Flugzeug immer direkt nach Westen. Nach gut zwei Stunden Flugzeit erreichen wir die Azoreninsel Pico mit dem gleichnamigen Vulkan. Dieser hüllt sich zunächst noch in vornehmes, majestätisches Nebelgrau.

 

Baleia, Baleia

Der zweite Tag beginnt mit einer leichten Wanderung durch die lokalen Weinberge, die seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Selbstverständlich darf eine kleine Degustation nicht fehlen. Das einheitliche Urteil der Gruppe: Der lokale Weisswein ist deutlich besser als der Rotwein. Nach einem ausgiebigen Mittagessen geht es am Nachmittag vom Hafenstädtchen Lajes auf das Meer hinaus. Whale Watching ist angesagt, und die Veranstalter geben eine 95prozentige Sichtungsgarantie. Es dauert nicht lange und schon ist das Versprechen auch eingelöst. Es tauchen Pottwale auf. Besonders schön kann die Schwanzflosse fotografiert werden, wenn die Wale in die Tiefe abtauchen. Auf unserer dreistündigen Tour sehen wir aber nicht nur zahlreiche Pottwale, auch Finnwale geben sich die Ehre. Diese sind allerdings nicht ganz so fotogen, aber mindestens so eindrücklich. Auf der Rückfahrt ins Hotel geht die Fahrt an der Flanke des Vulkans Pico vorbei, und wir haben dabei das Glück, den Berg zwischen den Wolken in ganzer Schönheit zu sehen.

 

Der Berg ruft

Am dritten Tag unserer Azorenreise steht für geübte Wanderer die Besteigung des Picos auf dem Programm. Mit dem Auto geht es zuerst auf eine Höhe von 1200 Metern über Meer. Von dort startet die ganztägige Wanderung auf den 2351 Meter hohen Pico. Die Höhendifferenz ist für uns Schweizer weniger die Herausforderung als das mühsame Gehen auf dem Vulkangestein. Weg gibt es keinen, es ist ein Hochsteigen auf zerklüftetem Lavagestein. Nach vier Stunden erreichen wir die Caldera des Kraters. Die letzten 50 Meter auf den kleinen Picino ersparen wir uns. Klettern im steilen Gelände ist nicht unser Ding. Viel anstrengender ist so oder so der Abstieg, für den wir deutlich länger brauchen als für den Aufstieg. Nicht nur, dass der Weg zwischen den Steinen rutschig ist, es brennt nun auch die Sonne genau auf die Bergflanke. Wanderstöcke sind auf jeden Fall auf dieser Wanderung unerlässlich. Nach knapp 10 Stunden erreichen wir wieder, ziemlich geschlaucht, den Ausgangspunkt.

 

Mit der Fähre geht es weiter

Von Ausspannen keine Rede. Schon um 8 Uhr fahren wir mit der Fähre von der Insel Pico zur benachbarten Insel Faial. Bei strahlendem Wetter geniessen wir die rund halbstündige Überfahrt nach Horta, dem Hauptort auf Faial. Zu Fuss erkunden wir danach die malerische Kleinstadt mit ihrer wechselvollen Geschichte. Wir werfen einen Blick ins berühmte Peter Café Sport, dort wo der Augenabstand der gefangenen Fische von Minute zu Minute grösser wird. Unmittelbar in der Nachbarschaft liegen die bunten Malereien der Segler, die so auf eine gute Stimmung der Wettergötter hoffen. Am Nachmittag erkunden wir das Städtchen auf eigene Faust.

 

Ein neuer Vulkan

Der fünfte Reisetag steht unter dem Titel Vulkane. Mit dem Car geht es zuerst von Horta auf die höchste Erhebung der Insel, den 1043 Meter hohen Gabeço Gordo. Dort besichtigen wir die Caldera und geniessen den Blick über die grüne, sanft geschwungene Insel. Mit dem Car erreichen wir den nächsten Aussichtspunkt. Von dort geht es zu Fuss weiter über die Vulkaninsel. Obwohl sie sehr lieblich wirkt, geht der Weg zeitweise steil bergauf und bergab. Auch hier sind Wanderstöcke von Vorteil. Am Ende der Wanderung wird der Blick frei, auf den Capelinhos. Der Capelinhos entstand erst in den Jahren 1957 und 1958. Rein optisch ist schon der Unterschied zwischen dem neuen Vulkan und der alten Insel zu erkennen: der Vulkan ist schwarz, die übrige Insel satt grün.

 

Zum Schluss auf die Hauptinsel

Tag 6 beginnt mit dem Flug von Faial zur Hauptinsel Sao Miguel. Noch einmal können wir einen Blick auf Faial und auf die Nachbarinsel Pico mit ihrem majestätischen Vulkan werfen. Nach einer kurzen Zwischenlandung auf der Insel Texeira erreichen wir kurz vor Mittag Ponta Delgada, die grösste Stadt auf den Azoren. Nach dem Mittagessen statten wird dem meteorologischen Institut einen Besuch ab. Der Abend steht zur freien Verfügung und weil unser Hotel mitten in der Altstadt liegt, haben wir kein Problem, ein gutes Restaurant zum Abendessen zu finden.

 

Die Delfinschau

Nochmals zieht es uns auf das Meer. Heute Morgen beobachten wir nochmals Wale, vor allem aber Delfine. Dutzende kleinere und grössere Delfine eskortieren unser kleines Schiff. Dank ihrer gewagten Sprünge sind sie auch ein beliebtes Fotosujet. Am Nachmittag haben wir nochmals die Gelegenheit Ponta Delgada selbstständig kennenzulernen.

 

Erholsame Wanderung

Mit dem Bus geht es heute nach Sete Cidades. Wir machen eine erholsame Wanderung dem Kraterrand entlang und schauen in die Caldera mit ihren Seen und den 7 Orten. Zum Schluss der Wanderung steigen wir zu den Seen hinunter. Nach einem ausgiebigen Mittagessen steht am Nachmittag der Besuch einer Ananaskultur auf dem Programm.

 

Ein Erdloch als Herd

Heute fahren wir mit dem Car von Ponta Delgada nach Osten. Ziel ist der Ort Furnas. Dort locken warme Quellen zum Bade. Zugegeben, die golden-braune Farbe wirkt zunächst nicht sehr einladend, aber die Wassertemperatur ist äusserst angenehm, zumal gerade ein paar Regentropfen fallen. Nach einer rund einstündigen Wanderung um den Furnassee kommen wir an ein dampfendes Erdreich. Es „blubbert“ überall aus dem Boden, und es herrscht emsiges Treiben. Hier wurden am Morgen zahlreiche Kochtöpfe in Erdlöchern vergraben und nun, nach mehreren Stunden im warmen Erdreich, wieder herausgezogen. Auch unser Topf, Cozido genannt, findet den Weg an die Oberfläche, und so gibt es wenige Minuten später in der Stadt den berühmten Eintopf aus Furnas. Nach dem Essen besuchen wir die zahlreichen Geysire am Stadtrand und fahren dann weiter zu einer Teeplantage. Mit einem Blick vom Lagoa do Fogo über die Insel Sao Miguel nähert sich die Reise ihrem Ende.

 

Zurück in die Schweiz

Am letzten Tag unserer Azorenreise haben wir noch die Gelegenheit, uns am Markt in Ponta Delgada einzudecken. Kurz vor Mittag treten wir die lange Heimreise an. Zunächst geht es wieder in die portugiesische Hauptstadt Lissabon und vor dort weiter in die Schweiz. Was bleibt ist die Erinnerung an eine faszinierende Reise mit spektakulären Vulkanen, zutraulichen Fischen und tollem Essen.

Armenien & Georgien

Irgendwo zwischen Asien und Europa – diese vage Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf. Armenien im Kleinen, Georgien im Grossen Kaukaus. Gregor der Erleuchter brachte das Christentum nach Armenien, Dawit der Erbauer nach Georgien. Armenien ist immer noch von Russland abhängig, Georgien hat sich davon losgelöst. Ob die Geschichten über Hunderte von Jahren alt sind oder erst kürzlich die beiden Kaukasusrepubliken prägten – auf Interessantes, Skurriles und Unbekanntes stossen Sie zwischen Abend- und Morgenland immer wieder.

Nebst den Sakralbauten, die sich alle im Charakter und der atemberaubenden Lage unterscheiden, lernen Sie auf dieser Reise durch den Kaukasus auch das moderne Armenien und Georgien kennen. Zusammen mit Ihrem Fachreferenten Michael Wrase machen Sie sich auf die Suche nach der Identität der stolzen Völker. Sie kommen in Kontakt mit der jungen Kunstszene wie auch mit traditionellen Volkstänzen, A-capella-Gesängen und Choraufführungen. Durchs Land fahrend hören Sie Geschichten über Aprikosensteine, moderne Seilbahnen, das alte Gewerbe der Kreuzstein-Handwerke, dem Trinkdenkmal sowie dem Ursprung des Weines. Sie übernachten in den trendig historischen Hauptstädten, aber auch in alten, wieder zu neuem Leben erweckten Kurorten und Bergdestinationen. All dies geht dank der frischen und vielfältigen Küche mit viel Liebe durch den Magen.

 

 

Armenien & Georgien Highlights

BERICHT: Transatlantik-Passage mit der Queen Mary 2

ROYAL ÜBER DEN GROSSEN TEICH

Tintenblaues Wasser, glitzernde Reflexe, Sonne am wolkenlosen Himmel, eine angenehme Brise. Graue Wolkenbänder, weisse Schaumkronen, zinngraues Wasser und ein bissiger Wind…

Ein andauerndes und oft rasch wechselndes grandioses Schauspiel, dem man pausenlos zuschauen kann. Die tausend Gedanken, welche sich vor der Reise um die Wichtigkeit ihrer Reihenfolge balgten, verlieren sich nun im weiten Himmel und der Kopf wird frei für neue Impulse. Das Alte hinter sich lassen und offen sein fürs Neue: So ist es vor uns schon vielen Reisenden auf dieser Passage westwärts ergangen – und auch wir können uns dieser speziellen Stimmung nicht entziehen.

Sechs ganze Tage lang sind wir auf dem Atlantischen Ozean unterwegs und auf der Schiffskarte bewegt sich die Queen Mary 2 nur zentimeterweise vorwärts, die Referenzpunkte finden sich ohne Ausnahme auf der Unterwassergebirgskarte. Langeweile? Ein Fremdwort!! Eher sind die Tage zu kurz – trotz der fast täglichen Zeitumstellung, mit der wir über sagenhafte 25 Stunden verfügen können (irgendwie muss der Zeitunterschied zur Neuen Welt ja angepasst werden).

 

ALLTAG AUF DEM ATLANTIK

Das attraktive Programm auf der Queen Mary 2 ist ausgesprochen vielseitig: Auf unserer NZZ cotravel Reise sind die Referate von Felix E. Müller der tägliche Fixpunkt, um den sich alle anderen Aktivitäten einordnen. Trotzdem bleibt die Qual der Wahl: Der Bordlektor überschneidet sich mit dem Tango-Kurs und die Küchenbesichtigung beginnt noch während der Bridge-Stunde. Also doch lieber in die umfangreiche Bibliothek und im bequemen Ledersessel endlich mal lesen – das geht natürlich auch ganz prima auf den klassischen Holzliegestühlen auf Deck.

Ein idealer Treffpunkt zu jeder Tageszeit ist die Commodore-Bar. Morgens mit wunderbarem Cappuccino, später mit einem ausgezeichneten Cocktail, alles mit tollem Blick nach vorne aufs Meer und auch mal einem „social talk“ mit unserem Referenten.

Der Kulinarik könnte man einen eigenen Blogbeitrag widmen, zusammengefasst ist das Angebot qualitativ ausgezeichnet. Ein ganz spezielles und sehr empfehlenswertes Erlebnis ist das Verandah

Die Tage vergehen rasch und die frische Seeluft trägt auch ihren Teil bei, dass man abends müde in das komfortable Bett sinkt. Das Wiegen der Wellen erinnert an die Babyzeit und schon ist man in Morpheus’ Armen… Sehr angenehm ist der Frühstücks-Zimmerservice, falls man den Tag etwas geruhsamer angehen möchte.

 

ANKUNFT IN DER NEUEN WELT

Am letzten Tag muss man aber früh aufstehen, denn nun erscheinen am Horizont die ersten Lichter vom amerikanischen Festland. Es ist morgens um 04.00 Uhr und direkt vor uns erscheint die Verrazzano-Brücke im leichten Morgennebel. Mit majestätischer Eleganz gleitet die Queen unten durch, zwischen Kamin und Brücke sind es gerade mal vier Meter. Very impressive. Dann, und auf diesen Moment haben wir nun die ganze Woche gewartet, erscheint auf der linken Seite die Miss Liberty und begrüsst uns in New York. Welcome to the United States!

Das Kernstück unserer Reise mit der QM2 geht hier zu Ende, aber es warten – genauso wie in Hamburg zu Beginn – auch hier noch spannende Erlebnisse in der Stadt, die niemals schläft. Vom zentralen Hotel aus ist man in sieben Minuten entweder im Central Park, am Times Square oder in der 5th Avenue, sehr praktisch. Und dann düsen wir in knapp acht Stunden über den weiten Atlantik, den wir Welle für Welle bezwungen haben, mit der Swiss zurück in die Schweiz.

Diese Reise mit der Königin der Meere ist ein absolutes Highlight und eine Bereicherung in meinem Reiseleben, welches ich unbedingt empfehlen kann. Kommen Sie im 2019 mit?

WINTERZAUBER DER HURTIGRUTEN

2’500 Seemeilen wilde Küste, der nördlichste Punkt Europas, zerklüftete Fjordlandschaften, eine Inselwelt, bei der man guten Gewissens von „Natur pur“ reden kann und 34 Häfen, die täglich angelaufen werden müssen – das sind die Merkmale der Hurtigruten, einer der schönsten Schiffsrouten an einer der aufregendsten und spektakulärsten Küsten der Welt. Während des Winters entfaltet sich der ganze Zauber des norwegischen Westufers umso mehr – so stehen zum Beispiel die Chancen gut, die farbenfrohen Nordlichter zu erblicken!

Fernab der Besuchermengen der Hauptsaison erwarten Sie auf dem Schiff MS Trollfjord stille Winterluft, verwunschene Stimmung während der blauen Stunde und eine Zuckerschicht Schnee. Gebannt halten Sie Ausschau nach den mystischen Lichtspielen am Himmel – gemeinsam mit dem Meteorologen Felix Blumer, der Ihnen diese und weitere lokale Wetterphänomene erläutert. Zwei Übernachtungen verbringen Sie auf der schroffen Inselgruppe der Lofoten, wo Sie direkt am Meer in charmant umgebauten Fischerhäuschen übernachten.

 

Hurtigruten Highlights

 

Frankreich & Irland

Verblasst war die Macht des einst grossen römischen Reiches. Einfallende Hunnenvölker versetzten Mitteleuropa in Angst und Schrecken. Die noch jungen Fundamente der neuen christlichen Religion begannen somit beachtlich zu wackeln. Jedoch nicht im abgeschnittenen Nordwesten des Kontinents. Die grüne Insel, wo sich das Christentum mit der stark verwurzelten keltischen Kultur unweigerlich verbunden hatte, brachte eine entschlossene Schar an Wandermönchen hervor, die es zu ihrer Aufgabe machte, Europa vor dem Rückfall ins Heidentum zu bewahren. Mit dem beliebten Theologen E. Koller machen Sie sich auf den Weg, diese Bewegung zurückzuverfolgen.

Columban, Gallus, Fursa – die irischen Heiligen, die mit ihren damaligen Klostergründungen in Nordfrankreich das religiöse Landesprofil geprägt haben, begannen ihre Laufbahn als Mönche, in den religiösen Zentren auf irischem Boden und an der schottischen Westküste. Mit kulturell geschärftem Blick nähern Sie sich den Ursprüngen in entgegengesetzter Richtung – fahren dazu durch liebliche französische Landschaften und Städte, die einst als keltische Siedlungen gegründet wurden. Sie besuchen herausragende Klöster, überqueren die Keltische See und besichtigen irische Wahrzeichen, gehen dem Mythos des Nationalheiligen St. Patrick auf den Grund.

 

Frankreich & Irland Highlights

Azoren

Tiefgrüne Gemächlichkeit – die Azoren sind Europas atlantischer Aussenposten. Eine gewisse Faszination für entlegene Regionen schwingt hier zu Recht mit: Die Inselgruppe ist eine geologische Schatztruhe, für Wanderliebhaber und Naturgeniesser. Die Kraft der Erde ist allgegenwärtig – in unterirdischen Lavatunnels, in der lokalen Küche und in den heissen Quellbädern. Während das Kapitel Walfang abgeschlossen ist, erregt die gekonnt aufgearbeitete Geschichte immer noch unser Interesse, genauso wie das Sichten der auftauchenden Riesensäuger während einer Beobachtungstour auf offener See.

Fast so viele Kühe wie Einwohner zählen die Inseln im Total. Malerische Landstreifen, mit Lavasteinen ummauerte Weinrebenparzellen, gemütlich-barocke Hafen-städtchen und Landdörfer. Mit gutem Schuhwerk ausgestattet umrunden Sie so manchen der erkalteten Vulkankrater, die sich heute als friedliche Pflanzenbecken nah am Himmel präsentieren. Felix Blumer erklärt Ihnen derweilen, warum man sich hier am Ort des Geschehens nicht unbedingt über das berühmte Azorenhoch freut. Ein abgeschiedenes Naturparadies wartet darauf, entdeckt zu werden.

 

Azoren Highlights

Umbrien

Ein Kulturstreifzug durch die bezaubernden Borghi Umbriens. Jene befestigten Orte, in denen eine wahre mittelalterliche Brise durch die Altstadtgassen, entlang den intakten Rundmauern und über einige der schönsten Plätze ganz Italiens weht. Orvieto, Narni, Norcia, Bevagna; Assisi, Perugia und Florenz. Eine Spurensuche nach Franz von Assisi und Ausflüge in die exzellente Küche mit ihren Trüffeln und Schinken.

Erwin Koller begleitet Sie auf dieser Reise durch teilweise noch vom grossen Tourismus verschonten Ortschaften und widmet seine Vorträge der spirituellen und geschichtlichen Gegebenheiten der Region. Auf diese unberührten, fast schon klischeehaft schönen Landstriche sind die Einheimischen stolz. Die Borghi mit ihrem intakten Mittelalterflair. Und natürlich die unschlagbar schmackhafte Küche. Mit dem Norcia-Trüffel, der lange gegen abergläubische Ammenmärchen zu kämpfen hatte und in jüngster Zeit eine Renaissance erlebt, und den umbrischen Trockenschinken probieren wir – nebst verschiedenen edlen Tropfen natürlich – Aushängeschilder der lokalen Kulinarik. Eine Reise, die alle Sinne anspricht!

 

Umbrien Highlights

GEORGIEN

Das Kaukasusgebirge als natürliche Grenze zwischen Europa und Asien zählt weltweit als eines der interessantesten Kulturareale. Mehrere Völker und unterschiedliche Sprachfamilien finden sich auch heute noch auf seinen Hochebenen, in seinen Tälern und Küstengebieten wieder. Die georgische Sprache, die autokephale orthodoxe Kirche des Landes und lebendige Kulturgüter uralter Traditionen verleihen Georgien seine unverwechselbare Identität. Der frühere Russland-Korrespondent Peter Gysling führt Sie durch den Kaukasus-Staat und bringt Ihnen Politik, Wirtschaft, Religion und Kultur näher.

Nach vier Tagen in Tiflis reisen Sie entlang des Kaukasus durch das religiöse Herzen Georgiens ans Schwarze Meer. In Batumi, wo die Medea-Statue an das antike Kolchis erinnert, und das heute für den modernen Lebensrhythmus steht und als Erholungsziel der Georgier dient, schliessen Sie Ihre Reise ab. Der Filmemacher und Wahl-Georgier Stefan Tolz erläutert Ihnen die Supra, das georgische Gastmahl, welches als Schlüssel zu Herz und Seele und somit zur georgischen Gastfreundschaft gilt. Zum anderen zählt der faszinierende polyphone Chorgesang zum UNESCO-geschützen, immateriellen kulturellen Erbe der Menschheit. All dies und mehr lernen Sie auf dieser Georgien-Reise vor Ort kennen, mit Spezialisten für das Land, seine freundlichen Menschen, ihre Traditionen und Geschichte.

 

 

NZZ-REISEN EXKLUSIV

Georgien – Mythologie, Orthodoxie und Gastfreundschaft

 

CAMINHO PORTUGUÊS

Viele Wege führen nach Santiago de Compostela. Nachdem sich die Stadt mit dem Grab des Apostels Jakobus als Pilgerort im 9. Jahrhundert etabliert hatte, trafen Gläubige aus allen Himmelsrichtungen hier ein. Auf dieser Kulturreise widmen Sie sich – abseits der Betriebsamkeit der berühmtesten Jakobsweg-Routen – deren portugiesischer Strecke. Begleitet vom Theologen Erwin Koller und dem beliebten Kulturreiseleiter Juan Vera reisen Sie – auf Teilstrecken wer möchte zu Fuss – durch ein einmaliges Stück Europa, wo die Weltoffenheit der portugiesischen Atlantikküste und das keltisch geprägte Galizien aufeinander treffen.

Von Lissabon über Coimbra, Porto und Cambados erleben Sie dabei urtümliche Landschaften, wunderbare Teilstrecken zum Wandern und eine Vielfalt kultureller Strömungen. Erwin Koller wird die Gruppe auf dieser abwechslungsreichen Pilgerreise begleiten. Seine täglichen Vorträge thematisieren unter anderem den Einfluss der Religion auf die Weltpolitik während verschiedener Geschichtsepochen. Auch widmen Sie sich dem Bedürfnis, eine Pilgerreise zu unternehmen, und vergleichen Wallfahrten der christlichen, muslimischen, hinduistischen und buddhistischen Glaubenswelt. „Um bom caminho”, wie man in Portugal zu sagen pflegt.

 

 

Caminho Português Highlights

BERICHT: Expedition Spitzbergen Juli 2018 II

KONTIKI UND COTRAVEL IM EWIGEN EIS

Im Rekordsommer gibt’s nur eins: Ab nach Spitzbergen! Jonas Gobeli (Kontiki) und Mike Grossniklaus (cotravel) schrieben im eisigen Norden Tage- bzw. Logbuch und hielten fotografisch die Erlebnisse fest.

Heute war das Aufwachen etwas anders als gewohnt: Nieselregen und sehr kühle Temperaturen. Das hielt uns aber natürlich nicht davon ab, das Schiff zu verlassen und die Umgebung zu Fuss zu erkunden.

WANDERN IM REGEN

Den ersten Stopp legten wir in einem Seitenarm des Lomfjorden, genannt Faksevågen, ein. Hier bot sich uns zum ersten Mal die Gelegenheit, eine etwas anspruchsvollere Wanderung zu unternehmen. Nach dem gestrigen Tag waren viele Gäste froh, dass wir uns etwas bewegen konnten und so nahmen viele den Aufstieg zu einem höher gelegenen Aussichtspunkt in Angriff. Oben angekommen, bot sich uns ein eindrückliches Panorama mit dem Fjord und den umliegenden Gletschern.

Während dem Mittagessen – diese Stärkung hatten wir uns redlich verdient – fuhr unser Schiff weiter zur Palanderbukta. Einige Gäste unternahmen Wanderungen mit verschiedenem Schwierigkeitsgrad zum beeindruckenden Palander-Gletscher, andere blieben bei regnerischem Wetter lieber auf dem warmen Schiff.

spitzbergen-kontiki-fjord

Das Wetter machte uns dann am Abend leider einen Strich durch die Rechnung. Das geplante Barbecue auf dem Aussendeck musste kurzfristig ins trockene Restaurant verlegt werden. Aber auch da schmeckte das Essen wie immer ausgezeichnet…

DIE GESCHLOSSENE BAR

Über Nacht sind wir weiter in Richtung Westen zum Bockfjorden gefahren. Das Meer zeigte sich unterdessen wieder von seiner ruhigen Seite. Im Bockfjorden war früher ein Vulkan aktiv, davon zeugen heute noch „heisse“ Quellen. Heiss ist allerdings etwas übertrieben, da die Wassertemperatur auch dort nicht viel über dem Gefrierpunkt liegt. Das Baden verschoben wir auf später…

Wie an vielen anderen Orten wird leider auch auf Spitzbergen tonnenweise Müll an Land gespült. Dies ist insbesondere für Vögel eine Gefahr, da sie Plastikteile essen und später daran sterben können. Mit der Aktion „Clean up Svalbard“ haben wir etwas dagegen unternommen und mit vielen Gästen einen Strandabschnitt im Bockfjorden vom Abfall befreit.

Den Nachmittag verbrachten wir im Liefdefjorden (Liebesfjord). Hier gibt es eine kleine Holzhütte, mit dem einladenden Namen „Texas Bar“. Die Hütte stand bei unserer Ankunft allerdings verlassen in der malerischen Bucht – kein Wunder, wird sie doch nur selten für Übernachtungen in der Wildnis benutzt. Wir durften darum keine Drinks erwarten…

Einige Gäste unternahmen eine anstrengende Wanderung zu einem Aussichtspunkt, andere einen gemütlichen Spaziergang dem Wasser entlang. Dabei genossen alle die Schönheit der umliegenden Gletscher. Insbesondere der Monacobreen war ein beliebtes Fotosujet.

Bei der abendlichen Auktion konnten für einen guten Zweck (Rotes Kreuz Longyearbyen) diverse Erinnerungen an unsere Schiffsreise ersteigert werden. Später liessen wir den Tag an der Bar ausklingen – so kamen wir schlussendlich doch noch zu einem Drink.

GLETSCHER UND GESCHICHTE

Frühmorgens fuhren wir in den wunderschönen Magdalenenfjord ein. Sonnenschein, umgeben von Gletschern – was für ein Start in den Tag! Unser Schiff ankerte in der malerischen Bucht Trinityhamna. Wiederum bot sich die Möglichkeit, verschiedene Spaziergänge oder auch eine anspruchsvolle Wanderung zum Gletscher Gullybreen zu unternehmen. Dabei kamen alle auf ihre Kosten: die Wanderer konnten den Gletscher aus nächster Nähe bestaunen und für die Spaziergänger boten mehrere vorbeiziehende Belugas ein unvergessliches Erlebnis.

spitzbergen-kontiki-wanderung

Der feine Sandstrand in der Trinityhamna-Bucht erinnerte an eine Karibikinsel. Da liessen es sich einige unerschrockene Gäste nicht entgehen, ein kühlendes – oder eher eisiges – Bad im Meer zu nehmen. Beim anschliessenden Bad im Jacuzzi auf dem Aussendeck konnten sich die mutigen Schwimmer wieder aufwärmen.

Am späten Nachmittag trafen wir in Ny-Ålesund ein. Einige Häuser, ein paar Autos und ein kleiner Shop… Wir waren nach fast zehn Tagen zurück in der Zivilisation. Ny-Ålesund war der Ausgangspunkt der Nordpol-Flüge von Roald Amundsen und Umberto Nobile in den 20er Jahren. Unsere Guides konnten uns entsprechend viele spannende Geschichten aus vergangen Zeiten erzählen. Heute beheimatet der Ort diverse internationale Polarstationen und das (inoffiziell) nördlichste Postamt der Welt. Natürlich liessen es sich unsere Gäste nicht nehmen, Postkarten mit dem entsprechenden Poststempel an die Daheimgebliebenen zu schicken.

ANKUNFT AM ZIEL

An unserem letzten Expeditionstag wurde unsere Flexibilität noch einmal getestet. Die morgendliche Anlandung auf der Insel Prins Karls Forland konnte wegen dichtem Nebel nicht stattfinden. So nahmen wir etwas verfrüht Kurs in Richtung Isfjorden, wo am Nachmittag der letzte Landgang geplant war. Die Zeit bis zum Mittagessen nutzten wir für Vorträge.

Bei der letzten Anlandung durften wir Spitzbergen noch einmal von seiner besten Seite erleben: blauer Himmel, warme Temperaturen im zweistelligen Bereich, Rentiere, Füchse, unzählige Vögel und ein grandioses Panorama. Das war ein würdiger Schlusspunkt für unsere unvergessliche Reise!

Zurück an Bord folgte die Verabschiedung durch den Kapitän, bevor uns der Bordfotograf seine bildliche Zusammenfassung der letzten Tage präsentierte. Die Aufnahmen riefen noch einmal in Erinnerung, wie viele tolle Momente wir unterwegs geniessen durften. Bei ruhiger See, Mitternachtssonne und schönstem Wetter erreichten wir kurz nach dem Abendessen – nach 2‘556 Kilometern – unser Ziel Longyearbyen.

TSCHÜSS SPITZBERGEN

Nach einer kurzen letzten Nacht an Bord der MV Sea Spirit hiess es am frühen Morgen Abschied nehmen. Ein letztes „Tschüss und herzlichen Dank“ an das Expeditionsteam und die ganze Schiffsbesatzung und dann verliessen wir unser liebgewonnenes Zuhause auf See.

Der Vormittag stand uns zur individuellen Entdeckung von Longyearbyen zur Verfügung. Einige Gäste machten sich auf die (erfolgreiche) Suche nach Souvenirs, andere nutzten die Zeit für einen gemütlichen Spaziergang zum berühmten Eisbären-Schild am Ortsrand.

Am Nachmittag erfolgt der kurze Transfer zum Flughafen, von wo aus wir mit dem Airbus A320 der Edelweiss Air direkt und bequem nach Zürich flogen. Um viele Eindrücke reicher und mit unvergesslichen Erinnerungen an Eisbärensichtungen, Gletscher, spannende Vorträge, lustige Momente und vieles mehr, kehrten wir in die heisse Schweiz zurück.

Herzlichen Dank an alle Reiseteilnehmer, dass ihr die Reise zu dem gemacht habt, was sie schlussendlich war – und natürlich auch an alle Daheimgebliebenen, die mit Interesse diesen Blog verfolgt haben. Hoffentlich bis bald wieder im hohen Norden!

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – NORWEGEN

Nächste Reisen mit cotravel nach Norwegen.

 

NORWEGENS FJORDE & SPITZBERGEN

Norwegen präsentiert sich Ihnen in seiner ganzen sommerlichen Farbenpracht und Länge. Diese ist beachtlich: 2‘000 km liegt Spitzbergens Hauptort im arktisch hohen Norden von der kontinentalen Landeshauptstadt entfernt. Genau diese Punkte setzen Sie sich mit dieser Entdeckungsreise als Start und Ziel. Zwischendurch erwarten Sie Legenden der norwegischen Landschaft und Geografie. Denn Ihre Reise kombiniert – nach einem anfänglichen City-Aufenthalt in Oslo – eine Zugfahrt mit der berühmten Bergenbahn, die Hurtigruten-Schiffstrecke entlang verwinkelter Fjorde, die abgelegenen Lofoten und das symbolbeladene Nordkap, bevor Sie einen beachtlichen Sprung Richtung Nordpol nach Spitzbergen machen und die Hauptinsel Svalbards erkunden.

Mit einst extensivem Kohleabbau, teils verlassenen russischen Siedlungen und intensiver Arktisforschung weist die nördlichste Inselgruppe Europas ein höchst facetten-reiches Profil auf. Auch während Ihrer Schiffsreise werden Land und Leute, Geschichte und heutige Politik Norwegens thematisiert: Dank den Hintergrundinformationen Rudolf Hermanns, NZZ-Korrespondent für Skandinavien und Baltikum, erhalten Sie ein zeitgemässes Gesamtbild Norwegens.
Während Ihnen Ihr Aufenthalt an Bord der MS Midnatsol die Sicht auf adrette Küstenstädte mit typisch fröhlichen Fassadenfarben und kurzweilige Landgänge bietet, enthält Ihre Reise auf festem Boden hingegen Höhepunkte wie die Fahrt über die berühmte Hardangervidda, Europas grösster Hochebene, einen genaueren Blick in Oslos nordische Modernität oder ein kleines Safariabenteuer mit Königskrabben als schmackhaft zubereitete Folge.

 

 

NZZ-REISEN EXKLUSIV

 

BERICHT: Expedition Spitzbergen Juli 2018 I

KONTIKI UND COTRAVEL IM EWIGEN EIS

Im Rekordsommer gibt’s nur eins: Ab nach Spitzbergen! Jonas Gobeli (Kontiki) und Mike Grossniklaus (cotravel) schrieben im eisigen Norden Tage- bzw. Logbuch und hielten fotografisch die Erlebnisse fest.

Winterkleider packen bei 30 Grad? Für unsere Gäste kein Problem. Schliesslich freuten wir uns nach der tagelangen Hitzewelle in der Schweiz auf die kühlen Temperaturen im hohen Norden. Endlich war es heute so weit: unsere Reise ins Reich der Eisbären begann!

ABKÜHLUNG IM HOHEN NORDEN

Der Kontiki-Direktflug brachte uns auf komfortablem Weg direkt nach Spitzbergen. Die Tatsache, dass dies der erste Edelweiss Air-Flug nach Longyearbyen war, machte unsere Anreise noch einen Tick spezieller – so durften wir uns alle als Pioniere fühlen.

Bei einer kurzen „Stadtrundfahrt“ erhielten wir einen ersten Eindruck vom Verwaltungszentrum der Inselgruppe. Gegen Abend folgte der Höhepunkt des Tages: die Einschiffung auf die MV Sea Spirit – unser Zuhause für die nächsten zehn Tage. Nachdem wir von der Schiffs-Crew und auch vom Expeditions-Team herzlich empfangen wurden, hiess es „Leinen los“.

GLETSCHER, RENTIERE UND NEBEL

Das oberste Gebot bei Expeditionsreisen: Flexibilität! Aufgrund der Wetter- und Eissituation – aktuell ist das Packeis viel weiter nördlich als Spitzbergen – haben wir entschieden, unsere geplante Route zu ändern und die Inselgruppe im Gegenuhrzeigersinn zu umrunden. So sind wir in der Nacht in südlicher Richtung bis zum Bellsund gefahren.

Ein erster Blick aus dem Kabinenfenster verhiess heute Morgen nichts Gutes… Dichter Nebel! So konnte die geplante Anlandung beim Camp Millar nicht stattfinden. Stattdessen fuhren wir weiter zum Recherchefjord und plötzlich verzog sich der Nebel. Nach einer kurzen Fahrt mit den Zodiacs hatten wir zum ersten Mal wieder festen Boden unter den Füssen. Einige Rentiere bildeten das Empfangskomitee und im Hintergrund türmte sich der mächtige Recherche-Gletscher auf. Ein fantastisches Panorama!

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Nach dem Mittagessen folgte die zweite Anlandung bei der früheren Walfangstation mit dem klingenden Namen „Bamsebu“. Die Überreste eines Eisbären, Skelette von Beluga-Walen und natürlich die Hütte der Walfänger zeugen von vergangen Zeiten.

DER PERFEKTE SPITZBERGEN-TAG

Vorhang auf für die Sonne! Der heutige Tag begann mit schönstem Wetter – perfekte Bedingungen für eine Zodiac-Fahrt beim Samarin-Gletscher. Überwältigt und mit einer grossen Portion Ehrfurcht staunten wir über die Dimensionen des Gletschers. Nachdem der Bootsmotor ausgeschaltet wurde, erfasste uns die absolute Ruhe der Natur. Die Stille wurde nur von Zeit zu Zeit abrupt durch das mächtige Donnern des kalbenden Gletschers unterbrochen.

Dank dem schönen Wetter bot sich die Möglichkeit, das Mittagessen „open air“ an Deck zu geniessen. So waren wir anschliessend gestärkt für eine kurze Wanderung in der Burgerbukta. Von einer Anhöhe bot sich uns eine fantastische Aussicht auf die spitzen Gipfel der umliegenden Berge. Nun wissen wir alle, woher der Name „Spitzbergen“ kommt…

Nach dem Abendessen erfolgte die ersehnte Durchsage: “Eisbärensichtung – macht euch bereit für eine abendliche Zodiac-Ausfahrt!“ Die Spannung an Bord war greifbar und es dauerte nicht lange, bis wir alle in den Schlauchbooten sassen und unterwegs zu einer nahen Bucht waren.

Langsam und immer leiser näherten wir uns einem gelben „Ding“, das hinter einem Felsen am Strand lag. Der erste Eisbär auf unserer Reise! Der Eisbär hatte – wie wir auch – soeben das Abendessen beendet und lag nun völlig erledigt neben den Überresten einer Robbe. Wir waren überwältigt!

VIEL LOS AM VOGELFELSEN

Die erste Eisbärensichtung wurde am gestrigen Tag noch gebührend in der Bar gefeiert. Die Atmosphäre war grossartig. Entsprechend nahmen wir uns heute etwas mehr Zeit für ein Langschläfer-Frühstück, bevor wir gegen Mittag den Freemansundet erreichten. Dort erwarteten uns schon die nächsten Eisbären – allerdings aus der Ferne, so dass wir sie „Pixel-Bären“ nannten…

Am Ende des Freemansundet erreichten wir das Kap Waldburg. Da wir in der Zwischenzeit schon ein wenig Zodiac-Erfahrung sammeln konnten, war die etwas raue Überfahrt zum Strand für uns kein Problem. Schon von weitem hörten wir das emsige Treiben am nahen Vogelfelsen. Unzählige Dreizehenmöwen nesteten dort und machten sich immer wieder auf, Nahrung zu finden.

Beeindruckt verfolgten wir das Spektakel der startenden und landenden Vögel. Erst als ein Polarfuchs direkt an uns vorbeihuschte, richteten wir unseren Blick wieder auf den Boden. Das lohnte sich, da wir so Zeugen eines erfolgreichen Jagdversuchs des Fuchses wurden.

EISBÄREN-SHOW ZUM GEBURTSTAG DER SCHWEIZ

Auch in der Ferne soll der 1. August gefeiert werden und so wurden wir am Morgen in allen vier Landessprachen geweckt. Später hiess es: Eisbären in Sicht! Zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht erahnen, was uns bei der Insel Storøya erwarten würde…

Die Hauptprotagonisten waren eine Eisbärenmutter mit ihren beiden Jungtieren sowie ein männlicher Eisbär, der bei einem Felsen schlief. Die Mutter und die Kleinen spazierten zu dritt dem Strand entlang in Richtung des schlafenden Artgenossen. Plötzlich richtete sich dieser auf und nahm die Verfolgung der jungen Eisbären auf. Die Mutter verteidigte sich und ihren Nachwuchs so gut es ging. Gebannt verfolgten wir die Jagd, die sich am Strand direkt vor unseren Augen abspielte. Dass wir zwischendurch einige Walrosse passierten, verkam dabei ein wenig zur Nebensache.

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Nach mehr als zwei Stunden kehrten wir mit unzähligen Fotos (der inoffizielle Rekord lag bei 1400 Aufnahmen in 2 Stunden!) und um unvergessliche Erinnerungen reicher zum Schiff zurück. Am Nachmittag steuerten wir Nordaustlandet mit seiner imposanten Eiskappe an. Auf einer weiteren Ausfahrt mit den Zodiacs konnten wir einige beeindruckende Eisberge und vor allem auch die mehr als 150 Kilometer lange Gletscherfront bestaunen.

Am Abend liessen wir die Schweiz hochleben: auf dem Aussendeck sangen wir zusammen die Nationalhymne, das Schiffshorn erklang zur Feier des Tages und wir stiessen auf den Geburtstag der Schweiz an.

AM NÖRDLICHSTEN PUNKT UNSERER REISE

Heute ergab sich ein „Erholungstag“, ideal um die vielen Eindrücke einzuordnen, Fotos zu sortieren und die Atmosphäre an Bord der MV Sea Spirit zu geniessen.

Am Vormittag fuhren wir die östlich gelegene Insel Kvitøya an. Die Insel ist grösstenteils mit einer Eiskappe bedeckt. Nur ein kleines Stück ist eisfrei – ein geschichtsträchtiger Ort, da dort die Andrée Expedition ein trauriges Ende fand. Der Schwede Salomon August Andrée und seine Begleiter versuchten im Jahr 1897 den Nordpol mit einem Ballon zu erreichen. Das Unterfangen scheiterte und die Männer konnten leider nicht gerettet werden. Erst ungefähr 30 Jahre später wurden die Hinterlassenschaften zufällig gefunden und der Ort erhielt den Namen Andréeneset.

Da dort eine Eisbären-Mutter mit zwei Kleinen am Strand ein Nickerchen hielt, konnten wir nicht an Land gehen. Stattdessen unternahmen wir eine Zodiac-Fahrt und konnten dabei einige Walrosse mit Jungtieren (!) beobachten.

Der Wind blies mit fast 40 Knoten und der Seegang war entsprechend stark. So verbrachten wir den restlichen Tag auf dem Schiff. Spannende Vorträge von unserem Fachreferenten Felix Blumer und dem Expeditionsteam sorgten für Abwechslung.

Zwischendurch passierten wir die kleinen Inseln Foynøya und Karl XII, die im Reiseführer als „das Ende der Welt“ beschrieben sind. Dank schönem Wetter – aber rauer See – bot sich uns ein wunderschönes Panorama. Auf einer der Inseln sahen wir in der Ferne noch einmal einige Eisbären. Unterdessen steht unser offizieller „Eisbären-Zähler“ bereits bei 20…

Im Verlauf des Abends passierten wir beim 81. Breitengrad den nördlichsten Punkt unserer Reise und genossen einmal mehr die Mitternachtssonne.

 

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Nächste Reisen mit cotravel nach Norwegen.

 

ANDALUSIEN & MAROKKO

„Den alten Griechen zufolge befand sich in Andalusien der Garten der Hesperiden und angefangen bei den arabischen Chronisten bis hin zu den letzten romantischen Reisenden von heute hat sich der Eindruck, in einem Garten Eden gewesen zu sein, nie verflüchtigt“ – so beschrieb der spanische Schriftsteller A. Muñoz Molina dieses Stück Bilderbuchspanien.

Blauer Himmel, blendendes Licht, kraftvolle Farben, der Wohlgeruch von wilden Kräutern, Hänge mit tausendjährigen, knorrigen Olivenbäumen und bescheidenes Hirtenleben – das alles sind nicht nur Klischees. In dieser wunderbaren Umgebung entdecken Sie zusammen mit Erwin Koller, wie die europäisch-christliche, die jüdische und die islamisch-nordafrikanische Kultur über Jahrhunderte zusammengelebt und einen regen geistigen, künstlerischen und religiösen Austausch gepflegt haben. Eine weitere Dimension dieser Reise kommt durch den Abstecher nach Marokko hinzu: Sie lernen das Hinterland der Mauren mit seiner muslimischen Kultur kennen und den vielfältigen Landescharakter, den Berber, Araber und Europäer ausmachen. Begleiten Sie Erwin Koller auf einer naturnahen, philosophisch-spirituellen Reise irgendwo zwischen Vergangenheit und Moderne: Eine Tour, die Horizonte erweitert.

 

 

Andalusien & Marokko Highlights

AZOREN

Tages-Anzeiger / Berner Zeitung Studienreise: AZOREN

Tiefgrüne Gemächlichkeit – die Azoren sind Europas atlantischer Aussenposten. Eine gewisse Faszination für entlegene Regionen schwingt hier zu Recht mit: Die Inselgruppe ist eine geologische Schatztruhe, für Wanderliebhaber und Naturgeniesser. Die Kraft der Erde ist allgegenwärtig – in unterirdischen Lavatunnels, in der lokalen Küche und in den heissen Quellbädern. Während das Kapitel Walfang abgeschlossen ist, erregt die gekonnt aufgearbeitete Geschichte immer noch unser Interesse, genauso wie das Sichten der auftauchenden Riesensäuger während einer Beobachtungstour auf offener See.

 

 

Azoren Highlights

NORDGRIECHENLAND

Thessaloniki, Naoussa, Drama, Kavala, Xanthi und Athos. Abseits der gängigen Inselsujets, für die das beliebte Ferienland bekannt ist, lernen Sie ein anderes Griechenland kennen. Bodenständig, geschichtserprobt, mit eigenem Charakter und nah an seinen geografischen Nachbarn. Alte slawische Dorfnamen, osmanische Kuppelgebäude und ein fast ausgelöschtes sephardisches Kapitel erinnern an die Heterogenität des Nordens. Sie erhalten Einblicke in wohl vergangene Epochen des noch jungen Nationalstaates, die hier aber noch präsenter im Leben der Menschen und Teil ihres Bewusstseins sind.

Stolz führt man den Stadtnamen Thessalonikis auf die Halbschwester Alexander des Grossen zurück. Im Volksmund hiess sie aber auch Selanik, Salonika und Solun – die zahlreichen Namen der nordgriechischen Hauptstadt stehen beispielhaft für die bewegte, multikulturelle Geschichte des gesamten Nordens. Als Prosfygomàna, Mutter der Flüchtlinge, in unzähligen Rempetiko-Liedern besungen, erzählt diese Bezeichnung von auf der Landkarte beschlossenen Entwurzelungen von Menschen, die hier wieder Fuss zu fassen versuchten. Nebst wundervoll osmanisch angehauchten Stadtkernen, Legenden über hier geborene Herrscher und einem heute fast nicht mehr sichtbaren jüdischen Erbe stossen Sie auch auf Meilensteine der christlichen und insbesondere orthodoxen Kirchengeschichte. Freuen Sie sich auf einen authentischen Einblick in ein ganz eigen verzauberndes Griechenland.

 

 

Nordgriechenland Highlights

BERICHT: Umbrien 2018

BELLA ITALIA NEU ENTDECKT

Dass Italien seine Reize hat, muss nicht näher betont werden. Eine reichhaltige Kultur, malerische Landschaften, eine stolze, aber sehr gastfreundliche Bevölkerung, die den Neuankömmling auch mit wenig lokalen Sprachkenntnissen herzlich willkommen heisst, sind beste Voraussetzungen für das Geniessen der Italianità im Urlaub. Dazu gesellen sich die Cucina regionale und der Vino della casa, welche die Ferientage zum sinnlichen Erlebnis werden lassen!

Nach nur einer Stunde Flugzeit landen wir in Florenz und fahren direkt weiter nach Orvieto, unserem ersten Etappenort in Umbrien: Die Entdeckungsreise beginnt! Begleitet werden wir von Christiane Büld Campetti, einer Radiojournalistin, die bereits seit Jahrzehnten in dieser Gegend lebt. In zahlreichen Sendungen, Reiseberichten und Büchern hat sie ihre farbigen Eindrücke festgehalten; Begeisterung, aber auch kritische Momentaufnahmen. Für uns alle eine Bereicherung!

ORVIETO – DOMINIEREND AUF TUFFSTEIN GEBAUT

Schon von weitem beherrscht Orvieto das Blickfeld; eine der ehemaligen Hauptstädte des Etruskischen Reiches im ersten Jahrtausend v. Chr. und kurzzeitig auch Papstsitz im Mittelalter. Zentrum des äusserst malerischen Stadtbildes bildet die Piazza del Duomo mit einem der wichtigsten Bauwerke der italienischen Gotik. Impressionante!

Nicht minder beeindruckend dann unser Abendessen unterirdisch in der Pasticceria Adriano. Zufälligerweise vor rund 40 Jahren entdeckt, hat die Familie Adriano ein etruskisches Tunnelsystem von 400 Metern ausheben lassen. Der Apéro tief unter der Erde, mit Weinen aus dem eigenen Rebberg, stimmen bestens auf das Essen ein!

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KULINARISCHE HÖHEPUNKTE IN NORCIA

Norcia, an der Grenze zur Region Marken und am Fusse der Sibillynischen Berge im Apennin, lädt zu Tisch. Kaum jemand weiss, dass der in ganz Italien geläufige Name Norcineria (Feinkostläden) aus dieser Gegend stammt. Kernprodukte bilden durch Wein, Salz und Pfeffer haltbar gemachte Schinken und Wurstwaren. Produzent ist das in dieser stark bewaldeten Gegend hausende Wildschwein. Buon appetito!

Die weit verbreiteten Wälder aus Steineichen und Kastanien sind nicht nur für Wildschweine ein Paradies, sondern erweisen sich auch als optimales Gelände für das Gedeihen der Tartuffi. Zusammen mit Nicolau und seinen beiden Trüffel-Hunden sind wir unterwegs und werden belohnt; am offenen Feuer in der Casa da Nicolau geniessen wir die lokalen Erzeugnisse und werden verwöhnt durch die äusserst herzlichen Gastgeber. Mille grazie!

Der Ehrgeiz hat uns gepackt; wir wollen selbst in der Küche unser Können unter Beweis stellen. Unter Anleitung von Küchenchef Valentino Palmisano, ehemals Verantwortlicher im Ritz-Carlton in Kyoto, gehen wir ans Werk. Der Palazzo Seneca und das dazugehörende Michelin-Stern dekorierte Restaurant bilden den geeigneten Rahmen dazu. Harte Arbeit (und starke Unterstützung durch Valentino) führen zum Genuss eines Lamm-Gigots gefüllt mit schwarzem Trüffel. Was kann das Leben noch mehr bieten!?

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PERUGIA – HISTORISCHE UND ARCHITEKTONISCHE SCHÖNHEITEN

Ein Juwel unter den etruskischen Städten ist die Hauptstadt Umbriens. Hoch auf einem Hügel thronend, laden die verwinkelten Gassen zum Erkunden ein; Italien wie es leibt und lebt. Ausdruck davon unter anderem auch das alljährliche Stadtfest im Juni, das mit Musik und farbenprächtigen Kostümen an die Befreiung im Mittelalter erinnert. Unsere Unterkunft: das äusserst reizvoll restaurierte Castello di Monterone, mit malerischem Blick auf Perugia selbst und das Tiber-Tal.

Das nach Rom und Padua meist besuchte religiöse Zentrum Italiens liegt in Assisi. Von hier aus gab Francesco seinem nach ihm benannten Orden die Richtung vor. Nicht nur sakrale Bauten prägen aber den Ort; das terrassenförmig angelegte Stadtbild, Ausgrabungen aus vorrömischer Zeit haben ebenfalls mitgetragen zur Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe.

Aktuelle Architektur finden wir in der Nähe von Bevagna, beim Besuch des Weinguts Castelbuono. In lieblicher Landschaft, leicht erhöht, wurde hier durch den Gegenwartskünstler Arnaldo Pomodoro ein Gebäude geschaffen, das seinesgleichen sucht. Dem Rückenpanzer einer Schildkröte gleich entstand „…eine Kellerei von einem Künstler für Weine von Künstlern“. So die Werbebotschaft, der wir spätestens nach dem Kredenzen der angebotenen Weine vorbehaltlos zustimmen.

ZUR FAGIOLINA DEL TRASIMENO

Entlang des Lago Trasimeno, dem viertgrössten See Italiens, gelangen wir zur Azienda Agraria Orsini, die sich ganz der alternativen Landwirtschaft („Slow Food“) zugewendet hat. Angebaut werden nur in der Gegend verankerte Produkte, die Aufzucht ist selbstredend äusserst naturschonend. Bestes Beispiel dafür sind die Fagioline del Trasimeno (Bohnenerbsen), deren Herstellung uns Flavio Orsini mit viel Herzblut schildert und herrlich munden. Auch das ist Italien – Veramente buono!

Das hüglige und einladende Chianti-Gebiet ist wie geschaffen für ein Abschiedsessen. Im Castello Vicchiomaggio geniessen wir unter Platanen und mit malerischem Ausblick in die Reben ein letztes Mal die Cucina Italiana. Die dazu servierten Weine aus der Gegend, ergänzt mit fachmännischem Kommentar, erleichtern den Abschied.

Eine ausgesprochen tolle Reise – Italianita pur – Ci ritorniamo!

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – UMBRIEN

Album zur Reise.
Andere Berichte zu cotravel Reisen nach Italien.
Weitere Beiträge von Tony Ruppen.

 

BERICHT: Bernsteinstrasse 2018

AUF DEN SPUREN DES BEGEHRTEN BALTISCHEN GOLDES

Von Danzig via Oblast Kaliningrad durch die drei baltischen Staaten, eine Stippvisite in Helsinki und St. Petersburg. Unsere Reise war weit mehr als nur die Spurensuche auf einem der ältesten Bernstein-Handelswege Europas. Wir entdeckten auch grössere und kleinere histori­sche Städte, eingebettet in eine intakte Landschaft. Während der 14-tägigen Reise durch sieben Länder besuchten wir nicht weniger als acht Orte des UNESCO-Weltkulturerbes.

Die Sehenswürdigkeiten der Dreistadt (Danzig, Gdingen, Sopot) führten uns durch die farbenfrohen Häuser des „Langen Marktes“ in Danzig, an den Geburtsort von Günter Grass und in die mittelalterliche Ordensburg des Deutschen Ordens Marienburg. Die legendären Danziger Werften erinnerten an die Gewerkschaftsbewegung Solidarność unter der Führung von Lech Wałęsa. In Sopot genossen wir die ursprüngliche Kurortatmosphäre mit der langen Holzbrücke und der belebten Fussgängerzone „Monte Cassino“ mit dem bizarr geformten „Krummen Häuschen“.

Die westlichste und kleinste Oblast der russischen Föderation – Kaliningrad – ist von Polen, Litauen und der Ostsee umgeben. Was die Exklavensituation seit 2004 noch verschärft, da ein Visum ins russi­sche Kernland erforderlich ist. Bernstein (russ. Jantarny) ist in und um Kaliningrad omnipräsent. Dies letztlich auch wegen der grössten Tagbaumine Primorskoje in Palmnicken. Dort sollen mindestens 80% der weltweiten Bernsteinvorräte lagern.

Die Stadt selbst besitzt zahlreiche schön restaurierte Kirchen und Museen, u.a. die Immanuel Kant Gedenkstätte sowie weitere Prunkbauten wie das Friedrichsburger- und das Königstor oder die erinnerungswürdige Bauruine „Haus der Sowjets“. Im Königsberger Dom wurden wir von einem Orgelkonzert überrascht. Besonders beeindruckend war der raumfüllende Klang der Bachinterpretation auf der 14‘000 Pfeifen umfassenden Orgel – der zweitgrössten nebst Passau.

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BERNSTEIN IN LITAUEN

Auf unserem Weg ostwärts kamen wir im litauischen Nida an, das auf der Haffseite der Nehrung liegt. Neben dem Besuch des Sommerhauses des Nobelpreisträgers Thomas Mann, der 1929-1932 in Nida lebte, genos­sen wir eine Schifffahrt zu den in einem Nationalpark gelegenen bis zu 50m hohen Dünen. Wir erfuhren mehr über die Bedeutung der Kurenkreuze, besichtigten eine Bernsteinmanufaktur und konnten endlich unseren ersten Bernstein selber schleifen. In Nemirseta versuchten wir uns teilweise erfolgreich im Bernsteinfischen. Bei einem gemütlichen Apéro an der Parnidis-Düne, Europas grösster Düne, liessen wir einen weiteren interessanten Tag Revue passieren.

Auf dem sattelförmigen Doppelhügel „Berg der Kreuze“, nahe Schaulen, stehen heute
300‘000-400‘000 Kreuze, die von Pilgern als Dank oder zur Erfüllung eines Wunsches aufgestellt werden. Die flache Landschaft zwischen Klaipeda und Riga ist geprägt von Wiesen und Wäldern. Ab und zu sind noch ehemalige Kolchosen- und Sowchosen-Betriebe erkennbar.

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SCHLÖSSER IN LETTLAND

„Labadien“ (guten Tag) hiess es im lettländischen Riga! Die Stadt ist geprägt von seiner Jugendstilarchi­tektur, dem intakt gebliebenen historischen Stadtgefüge und der Holzarchitektur aus dem 19. Jahr­hundert. Sehenswürdigkeiten gibt es da viele: so das älteste Wohngebäude-Ensemble aus dem 15. Jahrhundert, die „Drei Brüder“ (die „Drei Schwestern» sind in Tallinn anzutreffen), eine Lagerhaus­gruppe, die 1941 zum Rigaer Ghetto umfunktioniert wurde oder der imposante Dom. Erwähnenswert sind auch die dreischiffige Petrikirche sowie die legendären Markthallen, wo alles zu finden ist.

Im Gebiet der „livländischen Schweiz“ gibt es zahlreiche Burgen und Schlösser. So besuchten wir das Schloss in Sigulda und die Bischofsburg Turaida. Die parkähnliche Anlage lädt zum Flanieren zwischen den beeindruckenden, modernen Steinskulpturen ein. Der Blick vom Turm der Bischofsburg ist um­werfend. Auf dem nach ökologischen Grundsätzen geführten Hof Zipari erlernten wir die Holzschindelherstellung und liessen uns von der Bäuerin Sanita kulinarisch verwöhnen – u.a. gab es eine schmackhafte Sauerampfersuppe.

FINNISCH ANMUTENDES ESTLAND

Mit Tallinn sind wir im dritten baltischen Staat angelangt. Landschaftlich unterscheidet sich Estland insofern von den beiden anderen baltischen Nationen, als es grosse Birken- und Nadelholzwälder gibt. Und der im Südosten des Landes liegende Berg Suur Munamägi ist mit 317m die höchste Erhebung im Baltikum. Auch die Sprache der stolzen Esten ist viel melodischer und stark ans Finnische angelehnt.

Die 2015 mit dem Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ ausgezeichnete Stadt Tallinn liegt nur rund 80km südlich von Helsinki und ihre Architektur ist sichtlich von ihrem nördlichen Nachbarn beeinflusst. Die kalksteingotische Altstadt ist vergleichsweise klein, jedoch nicht minder sehenswert mit dem historischen Gebäudekomplex der „Drei Schwestern“, dem Haus der Schwarzhäupterbruderschaft, dem Kanonenturm Kiek in de Kök, der spätgotischen Steinkirche St. Nikolai, dem Wehrturm „Dicke Margarethe“, dem Domberg oder der Gedenkskulptur Katkenud liin (Untergang des Fährschiffes Estonia). Die niedrige Steuerlast und das liberale Wirtschaftsumfeld sind für Unternehmen attraktiv, was sich letztlich auch im BIP niederschlägt (2016: US$ 17‘633). Nägemist Eesti – „Auf Wiedersehen Estland“!

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ÜBERFAHRT NACH RUSSLAND

Die Stippvisite mit einer kurzen Stadtrundfahrt in der „Weissen Stadt des Nordens“, Helsinki, war leider viel zu kurz – es lockt nach mehr! Nach dem Einschiffen auf die 2500 Personen umfassende Princess-Anastasia-Fähre wurden wir jedoch beim Auslaufen mit einer traumhaften Fahrt durch die Schären belohnt. Auch der nächste Morgen begrüsste uns mit einer vielfältigen Insellandschaft und einer langen Einfahrt bis zum Anlegesteg in St. Petersburg. Dort erwartete uns der NZZ Korrespondent Markus Ackeret.

St. Petersburg ist die nördlichste Millionenstadt der Welt, liegt am Ostende des Finnischen Meerbusens und wurde 1703 von Peter dem Grossen gegründet, der im Reiterstandbild – das Wahrzeichen der Stadt – verewigt ist. Er hat für den Bau der Stadt über 30‘000 Leibeigene im Zarentum Russland zwangsrekrutiert. Dabei kamen vermutlich Zehntausende wegen Hunger, Krankheit oder auf der Flucht ums Leben. Militärstrategisch – von Peter dem Grossen über Lenin bis zur Belage­rung durch die deutsche Wehrmacht – war St. Petersburg immer ein stark umkämpfter Ort.

VENEDIG DES OSTENS

Die an der Newa gelegene Fünf-Millionen-Stadt wird auch als „Venedig des Ostens“ bezeichnet und ist mit rund 2300 Palästen, Schlössern und Prunkbauten besonders geschichtsträchtig. Alle Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, würde einen weiteren längeren Bericht ergeben. Deshalb hier nur einige Nennungen: Festung Peter und Paul, Eremitage, Katharinenpalast mit dem legendären Bernstein­zimmer, Isaak-Kathedrale, Vodka-Museum, Kinder- und Jugendballett, Peterhof mit seiner gleichna­migen Burg, Messegesang in der orthodoxen Niklaus Kathedrale etc. etc. Einen genussvollen Abschlussabend verbrachten wir bei einer Schifffahrt auf der Newa.

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Markus Ackeret begleitete uns während des dreitägigen Aufenthalts in St. Petersburg und konnte in den Dialoggesprächen die zahlreichen aufgetauchten Fragen und Ungereimtheit mit grosser Fachkompetenz beantworten. Mit seinem Expertenwissen über Land und Leute rundete er die spannende und erlebnisreiche Bernsteinreise ab. Ein ganz herzliches Dankeschön Markus!

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – BERNSTEINSTRASSE

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Frühere Blogs zur Bernsteinstrasse.
Nächste Reisen in die weitere Region.
Weitere Beiträge von Verena Biedermann.

 

BERICHT: Zypern Silvester 2017-18 Teil II

DIE ANDERE SEITE

Am Neujahrsmorgen wurden wir vom türkischen Guide Sabri Abit in einwandfreiem Deutsch begrüsst. Er wusste uns sehr viel über Geschichte, Land und Leute, Gepflogenheiten, Traditionen und das tägliche Leben in Nordzypern zu erzählen. Besonders gestaunt haben wir über seine Offenheit zu heiklen politischen oder religiösen Themen.

Wir alle genossen die Führung durch die gotische Klosterabtei Bellapais, der Abtei des Friedens. Der Besuch im bloss 800-Seelen-Dorf Büyükkonuk war ebenso einen Ausflug wert. Das Dorf ist vor allem aufgrund seiner ökologischen Ausrichtung bekannt – so gibt es z.B. im lokalen Mini-Markt keine Plastiksäcke. Vor rund zehn Jahren hat ein kanadisch-türkisch-zypriotisches Ehepaar mit internationaler Unterstützung ein Öko-Projekt ins Leben gerufen. Ihr Ziel dabei war und ist es noch immer, lokales Gemüse und Früchte auf schonende Weise durch Frauen vor Ort zu Hause herstellen zu lassen und direkt an den Endverbraucher zu verkaufen. Der Verkaufserlös ist ein willkommener «Batzen» für die Frauen und bedeutet ein Stück Unabhängigkeit.

Bei den beiden umtriebigen Initianten konnte jeder sein eigenes Brot im Holzofen draussen backen. Das unkomplizierte, jedoch äusserst schmackhafte Mittagessen mit verschiedenen Halloumi-Käsen, frischem Gemüse vom Garten, in Weintraubenblätter eingewickelten Reisrollen, unserem selbstgebackenen Brot, Kuchen, Saft von eigenen Früchten und Kaffee genossen wir am ersten Tag im neuen Jahr. Im Gegenzug durften wir das Ehepaar mit Schweizer Schoggistängeli verwöhnen.

Für den Abend hatte Michael Wrase den Politologen Michael Theodoulou eingeladen. Zu der spannenden Diskussionsrunde gesellte sich spontan auch ein türkischer Gast sowie natürlich unser Guide Sabri. Dieses Wechselspiel von Fragen und Antworten gab uns einen weiteren und vertieften Einblick in die Geschichte aller Zyprioten und die aktuellen Geschehnisse.

GÜZELYURT

Durch das bedeutendste Zitrusfrüchte-Anbaugebiet Zyperns fahren wir nach Güzelyurt. Einen Zwischenhalt machen wir bei einem Kleinbauern und lernen mehr über den Anbau von Orangen und Mandarinen auf seinen 8 ha sowie über den schwierigen Vertrieb dieser Früchte. Obwohl Zypern zur EU gehört, dürfen die türkischstämmigen Zyprioten ihre Produkte nicht in den EU-Raum liefern. Dies anscheinend, weil die Früchte durch Menschen türkischer Nationalität gepflückt wurden, die nicht EU-Angehörige sind. Das soll mal einer verstehen… Die Früchte frisch vom Baum, der frisch gepresste Saft, der selbst produzierte Honig laden zum Naschen und natürlich Kaufen ein.

In Güzelyurt, schöne Heimat, angekommen, besuchen wir das eindrückliche Kloster Agios Mamas mit dem Grabmal des heiligen Mamas, ein legendärer Märtyrer. Es ist jedoch umstritten, ob sich das Grabmal – respektive der Kopf des Märtyrers – wirklich dort oder in der Kathedrale von Langres in Frankreich befindet. Nach der Besetzung von Güzelyurt durch die Türken 1974 mussten rund 9’000 griechische Zyprioten das Dorf verlassen. Im Annan-Plan von 2004 war vorgesehen, dieses Dorf wiederum den Griechen zuzusprechen, was wegen des Scheiterns des Planes nicht geschah.

Auf der Rückfahrt passierten wir das Dorf Korucam. Auf den ersten Blick unterscheidet es sich nicht von anderen Dörfern in Nordzypern. Jedoch hat es eine Besonderheit: Hier leben auch heute noch ausschliesslich Maroniten. Maroniten sind katholische Christen syrisch-aramäischen Ursprungs und von der römisch-katholischen Kirche in Rom anerkannt. Durch kluges Taktieren konnten sie sich bisher sehr erfolgreich gegen die orthodoxen und muslimischen Traditionen behaupten. So läuten seit Jahrhunderten im Dorf der Maroniten die Kirchenglocken zweimal am Tag, obwohl dies im muslimisch geprägten Norden eigentlich verboten ist.

Über die Westausläufer des Pentadaktylos-Gebirges fahren wir über Serpentinen an menschenleeren Sandstränden und verträumten Dörfchen vorbei zurück. Der Tag ist aber noch nicht vorbei – jetzt geht’s auf in die Küche, wo wir kulinarische Köstlichkeiten vorbereiten und natürlich auch gleich testen dürfen.

Am letzten Abend auf der seit 1974 de facto geteilten Insel kamen wir nochmals in den Genuss eines spannenden Referates von Michael Wrase, eines guten Nachtessens und köstlichen zypriotischen Weines. Bevor es wiederum ans flugtaugliche Packen ging, durften wir Michael Wrase nochmals für seine täglichen sehr fundierten, informativen und interessanten Ausführungen und Referate danken. Es war immer ein Hochgenuss, ihm zuzuhören und Neues zu erfahren, auch wenn die Tage manchmal lang und anstrengend waren. Danke Michael für diese Bereicherung!

CHOIROKOITIA – ZÜRICH

Im malerischen Dorf Choirokoitia gab es einen Zwischenhalt bei Petros Nikolaou. In seinem idyllischen Garten zeigte uns der Selfmade-Man die traditionelle Halloumi-Produktion und seine Korbflechtkünste. Den Abschluss genossen wir bei einem tollen Imbiss natürlich mit Halloumi, Brot, eingelegten Oliven und Kuchen – alles aus Petros Küche und selbst gemacht. Ein handgeflochtenes Körbchen oder ein Untersetzer durfte natürlich als Erinnerung nicht fehlen. Voller neuer Eindrücke, zahlreichen Erlebnissen, guten Gesprächen und gemütlichem Beisammensein traten wir die Heimreise an.

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – ZYPERN

Dazugehöriges Fotoalbum.
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