17. März 2026 von Sandra Borelli
Unsere Projektleiterin Sandra Borelli durfte Ende Januar die Studienreise nach Hokkaido begleiten. In ihrem persönlichen Reisebericht erzählt sie von ihren Highlights und den besonderen Momenten, die diese Winterreise so eindrücklich gemacht haben.

Eine mystische Insel im hohen Norden
Hokkaido, Japans nördlichste Insel, hat mich vom ersten Moment an verzaubert. Während man Japan oft mit Metropolen, Tempeln und Kirschblüten verbindet, zeigt sich Hokkaido von einer raueren, ursprünglichen Seite: weite Landschaften, stille Wälder, mächtige Vulkane und Seen, über denen mystischer Nebel schwebt. Hier leben die Ainu, ein indigenes Volk, das in tiefem Respekt mit der Natur verbunden ist und glaubt, dass in allem ein göttlicher Geist wohnt.
Begegnung mit der Ainu-Kultur
Ein besonders berührendes Erlebnis war der Spaziergang mit einem Ainu-Führer durch den verschneiten Wald beim Dorf Akanko Ainu Kotan. Er erzählte uns von den Bräuchen seines Volkes, seiner Sprache, den jahrtausendealten Traditionen und der Kunst des Holzschnitzens. Sein Vater war ein berühmter Holzschnitzer – seine Werke begegneten uns an mehreren Orten wieder.
Akan Nationalpark – Heimat des Rotkronenkranichs
Der Akan-Mashu-Nationalpark beeindruckte uns mit gefrorenen Seen, aktiven Vulkanen und den eleganten, anmutig tanzenden Rotkronenkranichen – in Japan ein Symbol für Glück und Langlebigkeit. Trotz ihres ehrwürdigen Status sind diese majestätischen Vögel durch Lebensraumverlust und den Klimawandel zunehmend gefährdet.

Caldera-Landschaft
Zwischen dem Kussharo- und dem Mashu-See erhob sich der Berg Io, ein aktiver Vulkan – einer von vielen im Akan-Nationalpark, der die grösste Caldera-Landschaft Japans formt. Wir näherten uns dem «Schwefelberg», wo erkaltete Lavaströme und aufsteigende Dampf- und Gaswolken aus mehr als 1’500 Austrittsstellen eine dramatische Szenerie geschaffen hatten. In dieser urtümlichen Landschaft genossen wir die typisch im Onsen-Wasser gekochten Eier.
Shiretoko – Schneeschuhwanderung durch die Wildnis
Umgeben von der faszinierenden Winterwelt erfuhren wir von einem lokalen Experten mehr über die Massnahmen zum Schutz von Tier und Natur. Anschliessend schnallten wir uns die Schneeschuhe an und erkundeten auf einer rund zweistündigen Tour die Tiefen des Waldes, bis wir beim Furepe-Wasserfall die eindrucksvollen Klippen erreichten – mit weitem Blick über das Ochotskische Meer. Ein Naturerlebnis, das mich nachhaltig beeindruckte.
Abashiri-Treibeis
Die Geräusche des brechenden Eises unter dem Schiff und der Anblick der majestätischen Riesenseeadler begleiteten unsere Fahrt durch das Treibeis. Diese Verbindung aus Naturgewalten und Tierwelt wurde zu einem besonderen Highlight, das uns lange in Erinnerung bleiben wird.
Kunst und Architektur
Der Besuch im Takushikan Kunstmuseum hinterliess einen starken Eindruck. Shinzo Maedas Fotografien, geprägt von kräftigen Farben und schlichter Eleganz, zeigen die Landschaft im Wandel der Jahreszeiten. Durch die Führung seines Enkels Kei Maeda, der wie sein Grossvater und sein Vater ebenfalls Fotograf ist, erhielten wir besondere Einblicke in das Lebenswerk von Shinzo Maeda.
Der Makomanai Takino Friedhof von Tadao Ando wirkte still und beinahe magisch. Der Weg zur 13 Meter hohen Buddha-Statue führte in eine halb verborgene Halle, aus der nur sein Haupt in den Himmel ragte – ein Moment eindrucksvoller Harmonie zwischen Architektur und Natur.





























