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Bericht: Teeroute – Südchina & Nordvietnam

Abseits der Touristenpfade durch Chinas Süden und Vietnams Norden

Im November 2019 durfte ich mit 23 weiteren Teilnehmern in den zauberhaften Süden Chinas sowie den teilweise noch unberührten Norden Vietnams reisen. Eine Woche vor Abreise stürzte unser Fachexperte Urs Morf leider schwer, so dass wir auf dessen Empfehlung kurzfristig mit dem ehemaligen TagesAnzeiger-Auslandkorrespondenten Henrik Bork einen ebenbürtigen Ersatz fanden.

Unsere Reise startete in Kunming, einer chinesischen „Kleinstadt“ mit ca. 7 Millionen Einwohnern. Schon bei unserem ersten Abendessen im Sofitel Kunming wurden wir von den Dimensionen Chinas beeindruckt: im 51. Stockwerk des Hotels und somit dem dritthöchsten Gebäude der Stadt erwartete uns ein Buffet der Superlative.

Zur Einstimmung ins Land besuchten wir nach dem wunderschönen Yuantong-Tempel eine klassische Teezeremonie, wo wir nebst der Verarbeitung auch die Unterschiede der verschiedenen Teesorten kennenlernten und degustierten. Am Nachmittag wartete dann ein Highlight: der UNESCO-geschützte Steinwald von Shilin. Dank unseres erfahrenen Guides besuchten wir diesen am Nachmittag, um die eindrückliche Karstlandschaft in einem in Rosé getauchtes Licht zu erleben.

 

 

Der nächste Höhepunkt liess nicht lange auf sich warten: mit China Southern flogen wir in das entzückende Städtchen Lijiang, ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe, welches mit seiner gut erhaltenen Altstadt und bunt-geschmückten Häuserfassaden fasziniert. Für Inlandstouristen längst kein Geheimnis mehr, trotz der vielen Chinesen lädt die Stadt zum gemütlichen Durchschlendern und Geniessen ein. Von hier aus erkundeten wir die Umgebung Lijiangs, besuchten ehemalige wichtige Knotenpunkte der alten Tee- und Pferdestrasse, gewannen Einblick in lokale Handwerkskünste, sahen 1000 Jahre alte Tempel und besuchten das höchstgelegenste Amphitheater der Welt auf 3‘400 m.ü.M. Die Sonne und ein strahlend blauer Himmel begleiteten uns stets, was den Eindruck noch einmal um ein vielfaches verstärkte. So durften wir den Jadedrachen-Schneeberg und die weiteren, weiss-betupften 5000er Berge stets bewundern.

 

 

Unsere Reise ging weiter Richtung Norden, vorbei  an der bekannten Tigersprungschlucht hinauf nach Shangri-La, wo uns die ersten Wolken erwarteten. Nach einem langen Fahrtag erreichten wir unser traumhaftes Boutique-Hotel Songtsam Linka, im wahrsten Sinne ein Höhepunkt der Reise. Die Nähe zu Tibet (nur 200km entfernt!) war hier im Baustil und Essen bemerkbar und die Liebe zum Detail beeindruckte uns. Am nächsten Tag war nichts mehr von den Wolken zu sehen,  so dass wir auch hier Shangri-La mit seinem Kloster als auch dem umliegenden Pudacuo Nationalpark wieder in bei herrlichem Sonnenschein geniessen durften. Zudem lud uns eine tibetische Familie zu sich ein und zeigte uns, wie sie auf dieser Höhe leben.

 

Nach unserem Exkurs in die Ausläufer des Himalaya flogen wir zurück nach Kunming. Nach einem herzlichen Abschied unseres Experten Henrik Borks fuhren wir weiter in den Süden Yunnans. Auf dem Weg zur vietnamesischen Grenze verschlugen nicht nur die malerischen Reisterrassen von Yuanyang uns die Sprache, sondern auch der ausgeprägte Strassen-und Brückenbau der Chinesen. Schliesslich erreichten wir die Grenze zu Vietnam und verabschiedeten uns schweren Herzens von unseren liebgewonnenen chinesischen Reiseleitern. Nach einem aufwendigen Ausreiseverfahren überquerten wir eine Brücke zu Fuss, an dessen Ende Vietnam auf uns wartete – ebenfalls mit einem Einreiseprozedere. So nervig es anfangs auch schien, war es doch eine interessante und eindrückliche Erfahrung. Man konnte zahlreiche Chinesen und Vietnamesen beobachten, wie sie völlig überladene Velos über die Brücke schoben – viele machten das Unmögliche machbar und übertrafen jede Vorstellungskraft eines Europäers.

 

 

In Vietnam angekommen, wurde der Kontrast zu China sofort deutlich: von der Ordnung und Sauberkeit der Chinesen keine Spur, hier dominiert das exotische Chaos, das irgendwie funktioniert und uns Europäern oftmals fremd ist.

Wir besuchten den bunten Sonntagsmarkt von Bac Ha, wo sich einmal die Woche Menschen aus der Region zum Tausch und Handel treffen. Von Büffeln über Haushaltswaren, Kleider, Souvenirs und Tieren finden die Einheimischen wirklich alles, was das Herz begehrt. Danach erreichten wir unsere ersehnte Topas Ecolodge – ein Juwel in der Nähe Sapas, welche mit einer wunderschönen Anlage auf dem Berg, überblickendem Infinity-Pool und hervorragendem Essen überzeugte.

Die nächsten Tage verschlug es uns auf unbekannte Pfade – wir besuchten den Nordwesten Vietnams, tauchten ein in die tragische Geschichte des Vietnam-Kriegs in Dien Bien Phu und Son La, lauschten einem alten Veteran, der uns von seinen Erfahrungen erzählte, und liessen traumhafte Landschaften an uns vorbeiziehen. Kurz vor Hanoi erreichten wir die Mai Chau Ecolodge inmitten von goldenen Reisfeldern – für viele Teilnehmer ein weiteres Highlight unserer Reise.

In der quirligen Hauptstadt Vietnams stiess der Experte Daniel Keller hinzu, der uns die letzten Tage  mit seinem unglaublichen Wissen zu Land und Leute nochmal tiefer in die Geschichte & Kultur des Landes einführte. Abschliessend wartete eine Übernachtungscruise auf einer privat gecharterten Dschunke in der Ha Long Bucht auf uns – kein Rumreisen mehr, nur Aussicht geniessen und Entspannung standen auf dem Programm. Diejenigen, die dennoch etwas erleben wollten, konnten einen kleinen Ausflug zum „Floating Village“ oder zu Tropfsteinhöhlen machen, während abends die Gelegenheit bestand, an einem Sommerrollen-Kochkurs teilzunehmen.

Rückblickend kann ich sagen, dass diese Tour eine unheimlich vielfältige, spannende Reise ist, die dank der lokalen Guides, aber vor allem auch der Fachexperten unheimlich tiefe Einblicke in die Länder und seine teilweise noch unberührten Flecken liefert. Voll gepackt mit authentischen, bunten und exotischen Erlebnissen zeigt diese Reise wunderbar den überraschenden Kontrast  beider Länder auf, welches jedes für sich fasziniert.

 

Bericht: Vietnam mal anders

Nomen est omen – die Erwartungen der Cotravel-Gäste, Vietnam einmal abseits der Touristenrouten zu bereisen und doch nicht auf einen gewissen Luxus verzichten zu müssen, wurden auf dieser Reise vom 27.10. – 15.11.2018 voll erfüllt. Aber auch Übernachtungen in einem typisch vietnamesischen Hotel oder in einem idyllisch am Lak Lake gelegenen Zeltcamp durften nicht fehlen! Nachfolgend ein paar Impressionen von unterwegs vom Cotravel Reiseleiter Werner Eggimann.

Im nördlichen Hochland von Mai Chau waren wir sowohl auf dem Velo als auch zu Fuss bei den Minoritäten der Thai unterwegs. In ganz Vietnam existieren übrigens 54 ethnische Minderheiten.

 

Weiter ging die Fahrt nach Ninh Binh, wo wir in den Genuss einer beschaulichen Bootsfahrt kamen.

 

Höhepunkt jeder Vietnamreise ist natürlich der Besuch der Halong Bay. Im Gegensatz zu den allermeisten anderen Booten kreuzte unsere gecharterte Cotravel – Dschunke nicht nur für eine, sondern für zwei Übernachtungen in der Bucht, was eine Routenführung fernab von den übrigen Hunderten von Schiffen ermöglichte. Ein unschätzbarer Vorteil!

 

Die Halong Bay umfasst 1‘969 Inseln und eine Fläche von 1‘533 qkm.

Nach den erholsamen Tagen in der „Bucht des untertauchenden Drachens“ (so heisst die Halong Bay übersetzt) verliessen wir über Hanoi den Norden Vietnams und flogen nach Buon Me Thout im südlichen Hochland. Dort angekommen staunten die Cotraveller nicht schlecht, als ihnen die überraschende Möglichkeit geboten wurde, an dem Ufer des Lak Lakes einen im Arrangement inbegriffenen Elefantenritt zu unternehmen! Zwei Nächte verbrachten wir dann im „Tented Camp“, einer Unterkunft mit komfortablen Zelten mit festem Boden und einwandfreien sanitären Einrichtungen, wunderschön am Ufer des Lak Sees gelegen. Eine Wanderung führte uns durch verschiedene Kaffeeplantagen zu einem Wasserfall, wo uns ein mit viel Liebe zubereitetes Picnic erwartete, selbst wenn die gegrillten Hühnerbeine keinen reissenden Absatz fanden….

Um so wohltuender dann der Fusspflegeservice des Camps!

Von der originellen und gemütlichen Zeltunterkunft führte uns eine längere Busfahrt via Daknong dem legendären Ho Chi Minh Pfad entlang nach Saigon (oder offiziell Ho Chi Minh Stadt).

 

Nach einer Übernachtung im berühmten Rex Hotel in Saigon erkundeten wir während zweier Tage das eindrückliche Mekongdelta, flächenmässig ungefähr so gross wie die Schweiz. Dabei kam auch die Erholung in den direkt an den Mündungsarmen des etwa 4‘500 km langen Mekongs gelegenen Unterkünften nicht zu kurz.

Der krönende Abschluss der gelungenen Reise „Vietnam mal anders“ bildete ein kurzer Aufenthalt im traumhaft schönen Green Bay Resort am Golf von Siam nahe der Grenze zu Kambodscha auf der Insel Phu Quoc, welche wir in einem Schnellboot erreichten.

 

Auf dem Weg zurück in die Schweiz blieb noch Zeit für eine ausführliche Besichtigung Saigons. Fazit: Wir haben tatsächlich unterwegs Gegenden besucht und Routen gewählt, wo kaum andere Touristengruppen anzutreffen waren. Nur schon diese Tatsache macht diese Reise sehr speziell und einzigartig!

INSIDE: Mit Peter Gysling im KKL Luzern

Ein Abend mit Peter Gysling

Spektakulär am Vierwaldstättersee gelegen, vielfältig und modern zeigt sich das KKL. Mit Blick auf den See lauschten wir gespannt dem Vortrag von Peter Gysling über Russland, den Kaukasus und die Seidenstrasse. 

 

Zusammen mit den Zentralschweizer Kuoni Filialen luden wir ein zum Vortrag von Peter Gysling und Rundgang im Kultur- und Kongresszentrum Luzern. Nach 13 Jahren in Moskau weiss der ehemalige Russland-Korrespondent des SRF einiges zu erzählen. Von politischen Ereignissen in der ehemaligen Sowjetunion zu wirtschaftlichen Entwicklungen im heutigen Kaukasus – Peter Gysling ermöglichte uns einen einzigartigen Blickwinkel in verschiedenste Gebiete Russlands und Zentralasiens. Mit seinem Vortrag zeigte er wunderbar, was cotravel Gäste auf unseren Reisen unter anderem erwartet: Tägliche Vorträge vom Fachreferenten mit Hintergrundinformationen, verschiedenen Perspektiven und erheiternden Anekdoten ihrer unzähligen Reisen.

 

Auf den Vortrag folgte ein Apéro im Foyer, wo sich die Kuoni und cotravel Gäste miteinander aber auch im spezifischen mit unserem Fachreferenten Peter Gysling, cotravel Projektleitern und den Kuoni Filialmitarbeitern/-innen austauschen konnten. Nach spannenden Gesprächen führten uns Guides des KKL’s in vier Gruppen hinter die Kulissen. Wie es zu den grossen Pools im Erdgeschoss des Baus kam, welche architektonischen Spezialitäten den Konzertsaal ausmachen und weitere Hintergründe zu den Plänen des Architekten Jean Nouvel erfuhren wir auf dem Rundgang durch den multifunktionalen Bau.

 

Ermöglicht wurde dieser Anlass in Zusammenarbeit mit Etihad Airways. Unter dem Motto „Qualität vor Quantität“ stellte uns die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate ihre Flotte vor. Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte mit der zum achten Mal in Folge gewählten „Worlds Leading Airline“.

 

Wir blicken zurück auf einen spannenden und vielseitigen Abend. Unser Dank gilt den zahlreichen cotravel und Kuoni Gästen wie auch unseren Partnern.

BERICHT: Quer durch Bhutan

Auf Erkundungsreise durch Bhutan’s Osten

Im Februar reiste unsere cotravel Projektleiterin Svenja bereits zum zweiten Mal durch das kleine Königreich Bhutan und  verschaffte sich von unserer neuen diesjährigen Route ein Bild. Von Indien – genauer gesagt, Assam‘s Provinzhauptstadt Guwahati – ging es zur Landesgrenze Samdrup Jonkhar, wo das bhutanische Abenteuer startete. Was sie auf ihrer Tour erlebt hat, lesen Sie selbst:

Am frühen Morgen starteten wir unsere Fahrt zur Landesgrenze Bhutans. Weit und breit waren keine Touristen zu sehen, nur hier und da ein paar Einheimische, die bereits ihr morgendliches Feuer machten oder noch müde ihre Viehherde vorwärts trieben. Assams Dschungel war in rosaner Morgenröte getaucht.  Eine leere, breite Strasse entlang kleiner indischer Dörfer führte uns zum Grenzübergang. 5 km vor der eigentlichen Landesgrenze hielten wir auf einmal an.

„Passport?“ fragte mich mein Fahrer. Weit und breit war keine Grenze zu sehen. Verdutzt schaute ich ihn an, gab ihm meinen Pass und folgte ihm in ein kleines Haus an der Strasse. Ich betrat den kleinen dunklen Raum und sah an einem  alten Schreibtisch einen Einheimischen sitzen, der bereits ausgiebig meinen Pass beäugte und sorgfältig die Details in sein grosses Notizbuch eintrug. Mir kam es vor, als hätte er die letzten 50 Jahre nichts anderes gemacht, als in diesem Häuschen zu  warten und seine Pflicht zu erfüllen. Nach einer kleinen Fragerunde durften wir dann endlich die restlichen 5km bis Samdrup Jonkhar fahren. Vorbei an grünspriessenden Teeplantagen erreichten wir ein grosses Tor, wo wir herzlichst von unserem bhutanischen Guide und Fahrer in Empfang genommen wurden.

Von nun an fuhren wir immer höher und tiefer in den Himalaya hinein. Der Wechsel der Landschaft war faszinierend; der flache, exotische Dschungel verschwand immer mehr unterhalb der Berge, welche mehr und mehr von Nadelhölzern gesäumt wurden. Hier und da sahen wir ein paar fleissige Bauarbeiter, die die teilweise noch holprige Schotterstrasse teerten. Nach insgesamt 8 Stunden Fahrt und mehreren kleinen Pausen erreichten wir abends das abgeschiedene Trashigang.

Königliche Feier

Wir besuchten Bhutan zu einer besonderen Zeit, denn nur einen Tag, nachdem wir in Trashigang ankamen, wurde landesweit ein besonderer Event gefeiert – der Geburtstag des aktuellen Königs. In jeder Stadt versammelten sich die Einheimischen – jung, alt, Schüler, Lehrer, Beamte, Bauern, Mönche, Soldaten – alle kamen sie zum Ehrentag ihres Königs zusammen und feierten. Professionelle Maskentänzer dürfen zu keiner Feier fehlen. Und auch die Schüler verschiedener Schulen führten spezielle Tänze vor. Sogar die Nomaden aus dem östlichsten Teil des Königreichs kamen nach Trashigang, um ihrem König – auch wenn er nicht anwesend war – alle Ehre zu erweisen. Es wurde gesungen, gebetet, getanzt und Spiele für die Kinder veranlasst, Soldaten verteilten kleine Schalen mit Reis und hier und da verdienten sich einige Frauen mit selbstgemachten, köstlichen Momos eine goldene Nase. Die nächsten 3 Tage gab es extra schulfrei und die Kinder tollten voller Freude über das Festgelände.

Abseits des Tourismus

Die Fahrt ging weiter nach Mongar. Immer weiter hinauf im Himalaya, vorbei an kleinen vereinzelten Dörfern, wo mitten an der Strasse eine Waschmaschine fürs ganze Dorf lief. Bauern bearbeiteten fleissig ihre Felder – natürlich noch traditionell mit Ochsen und Pflug. Unser Guide, der neben seiner Reiseleitertätigkeit selbst Felder in Punakha betreibt, half aus, wo es sich ergab. Der Osten Bhutans ist weitaus verlassener als der Westen des Landes. Viele Strassen werden gerade erst noch geteert, Zivilisation hält sich in Grenzen. Aber genau DAS verleiht dem Osten Bhutans seinen speziellen Charakter. Man trifft kaum auf Touristen und besucht Orte teilweise ganz allein. Wir wanderten zu abgelegenen Klöstern, besuchten die einzige Blindenschule Bhutans, hatten ein Picknick ganz allein bei einer Stupa zwischen den weissen Gebetsfahnen des Mitgefühls oder mitten in der Natur auf einem mitgebrachten Teppich.

Und nicht zu vergessen: atemberaubende Ausblicke entlang der abenteuerlichen Strasse. Ein Weg am Fusse des Himalaya – Kilometernahe Distanzen wirken doch viel ferner, kein einziger Tunnel, der die Strecke verkürzt, Natur pur. Im wahrsten Sinne war hier der Weg das Ziel – untermalt von der herzlichen Gastfreundschaft der Bhutaner.

China

Megalopolen, die noch nicht auf der klassischen Tourismuskarte stehen und deren Bevölkerungsmillionen wie Zukunftssprünge schwindelerregend sind – mit sorgfältig konservierten, hölzernen, mit roten Lampions behangenen alten Gassen. Traditionelle Besucherziele – flankiert von neuen Technik- und Fortschrittszentren. Eine entspannende Fahrt auf dem mächtigen Jangtsekiang – mit Schlussfokus auf die enorme Drei-Schluchten-Talsperre. Ihr China-Programm, entwickelt in Zusammenarbeit mit NZZ-Autor Urs Schoettli, kombiniert die reiche Geschichte Chinas mit der unvorstellbaren Entwicklungskraft dieses immensen Landes.

Treffen mit Pekinger Universitätsprofessoren, eine Gondelbahnfahrt entlang der Chinesischen Mauer. Kleine, exquisite Museen und Künstlerviertel, die Industrieentwicklungszone im Xian der weltberühmten Terracotta-Armee. Ein Panda-Aufzuchts- und Forschungszentrum, das organisierte Leben in einer Arbeitersiedlung aus den 50ern. Ihre Reise lässt Sie China aus überaus vielfältigen Perspektiven erleben.

Sie sehen genauer hin, beleuchten bestimmte historische Begebenheiten – und widmen einen bedeutenden Teil Ihrer Zeit den Entwicklungsschritten, die das Land in unvorstellbarem Tempo zurücklegt. Ihr Fachreferent Urs Schoettli spielt hierbei die Schlüsselrolle, Ihnen das weitgehend unbekannte China von heute greifbar zu machen.

 

 

NZZ Reisen Exklusiv

China – das moderne Reich der Mitte

 

Sibirisches Wintermärchen

Zugegeben, eine Reise an die Ufer des zugefrorenen Baikalsees ist nicht jedermanns Sache. Denkt man an Sibirien, so denkt man oftmals nur an extrem kalte Winter, an die Endlosigkeit der Landschaft und die damit einhergehende Einsamkeit. Sibirien im Winter ist aber auch ein grandioses Naturerlebnis und Abenteuer.

Erleben Sie Städte wie Peking oder Moskau in einem einzigartigen Wintermantel. Dazu einmal im Leben in Chinas Hauptstadt Skifahren und beim Eisfestival im verrückten Harbin durch eine leuchtende Stadt aus Eis flanieren. Mit einem russischen Linienzug auf der Transsibirischen Eisenbahn fahren und von Wladiwostok nach Irkutsk staunen, dass es bei jedem Halt wirklich noch kälter werden kann. Über das meterdicke spiegelglatte Eis des Baikalsees wandern, immer wieder unterbrochen vom ächzenden Knirschen des Eises – ein Geräusch, das Sie niemals vergessen werden. Sie begleiten Fischer bei der Arbeit auf dem gefrorenen See und sitzen beim Essen des Fangs am Tisch bei einer einheimischen Familie – es war einmal ein sibirisches Wintermärchen…

 

Sibirisches Wintermärchen Highlights

China

Megalopolen, die noch nicht auf der klassischen Tourismuskarte stehen und deren Bevölkerungsmillionen wie Zukunftssprünge schwindelerregend sind – mit sorgfältig konservierten, hölzernen, mit roten Lampions behangenen alten Gassen. Traditionelle Besucherziele – flankiert von neuen Technik- und Fortschrittszentren. Eine entspannende Fahrt auf dem mächtigen Jangtsekiang – mit Schlussfokus auf die enorme Drei-Schluchten-Talsperre. Ihr China-Programm, entwickelt in Zusammenarbeit mit NZZ-Autor Urs Schoettli, kombiniert die reiche Geschichte Chinas mit der unvorstellbaren Entwicklungskraft dieses immensen Landes.

Treffen mit Pekinger Universitätsprofessoren, eine Gondelbahnfahrt entlang der Chinesischen Mauer. Kleine, exquisite Museen und Künstlerviertel, die Industrieentwicklungszone im Xian der weltberühmten Terracotta-Armee. Ein Panda-Aufzuchts- und Forschungszentrum, das organisierte Leben in einer Arbeitersiedlung aus den 50ern. Ihre Reise lässt Sie China aus überaus vielfältigen Perspektiven erleben.

Sie sehen genauer hin, beleuchten bestimmte historische Begebenheiten – und widmen einen bedeutenden Teil Ihrer Zeit den Entwicklungsschritten, die das Land in unvorstellbarem Tempo zurücklegt. Ihr Fachreferent Urs Schoettli spielt hierbei die Schlüsselrolle, Ihnen das weitgehend unbekannte China von heute greifbar zu machen.

 

 

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China – das moderne Reich der Mitte

 

Teeroute

Karawanen lassen meist an Kamele, Gewürze oder wertvolle Seidenstoffe denken – jedoch Teeziegel? Die Chamadao, chinesisch für „Tea-Horse-Road“, diente um 1900 als Handelsarterie, über die Salz und Pferde aus Tibet nach Südchina transportiert wurden – im Tausch gegen den wertvollen Phu-Erh-Tee.

Viele der Nebenabschnitte waren so beschwerlich, dass menschliche Schultern die zu festen Paketen gebundenen Teeportionen als 100 Kilo-Last tragen
mussten. Über die Route nach Vietnam gelangte das sogenannte Grüne Gold
schliesslich auch nach Europa. Auf dieser Reise von Kunming bis Hanoi rollen Sie die Geschichte der Teeherkunft auf. Mit Historikern, auf Plantagen – aber auch in traditionellen Teezeremonien oder bei einer Teerunde mit Einheimischen. Zusammen mit Urs Morf, ehemaliger Korrespondent und Kenner der Region, begegnen Sie in den unterschiedlichen Regionen zahlreichen Volksgruppen. In Shangri-La, im Grenzgebiet zu Tibet, spüren Sie die kulturelle Nähe – und behandeln zusammen mit Ihrem Fachreferenten unter anderem die Minoritätenfrage. Auf abgelegenen Pfaden entdecken Sie Nordvietnam und im pulsierenden Hanoi erfahren Sie vom Schweizer Geschäftsmann Daniel Keller mehr über die Landeswirtschaft, bevor das Erlebnis seinen Ausklang bei einer zweitägigen Kreuzfahrt in der Halong-Bucht findet.

Teeroute Highlights

    • Tee im Mittelpunkt: Erklärungen von einem Meister der Teezeremonie,
      Plantagenbesuche und gesellige Teerunde bei einer tibetischen Familie.
    • Völker und ihre Geschichten: Sie treffen auf verschiedenste ethnische Minoritäten und lernen ihre kulturellen Charakteristiken kennen.
    • Pausenplätze: Fröhliches Treiben draussen und Blicke ins Klassenzimmer – in einer chinesischen Primar- und einer vietnamesischen Dorfschule.
    • Schlachtfeld und Hauptquartier: Eindrücklich sind die letzten Kapitel der französischen Kolonialherrschaft im vietnamesischen Dien Bien Phu und Son La für den Besucher aufbereitet.
Rajasthan

Rajasthan – das märchenhafte Land der Maharadschas, geprägt von beeindruckenden Burgen und prachtvollen Palästen. Bekannt für seine in malerischen Trachten geschmückte Frauen in der Wüste Thar und für seine Festlichkeiten in Pushkar, wo sich seit jeher einmal im Jahr bei Vollmond Turban tragende Kamelhändler mit ihren festlich geschmückten Herden – ebenso wie Heilige, Gaukler, Musiker und Schaulustige – zum grössten Volksfest des indischen Bundesstaates treffen.

In einer Kleingruppe von maximal 16 Personen nimmt der Indologe Helmut Köllner Sie mit auf eine exklusive Erkundungstour durchs sagenhafte Indien. Im wenig bekannten Bateshwar erwartet Sie ein bedeutendes Volksfest, zu dem seit Jahrhunderten langhaarige Asketen, Gläubige sowie Bauern und Viehhändler an das Ufer der heiligen Jamuna strömen, um dort in einem der 108 Tempel am Ufer zu beten und ein Bad zu nehmen. Sie bestaunen die berühmten Weltkulturdenkmäler in Delhi und Agra, erkunden einige der ältesten Hindutempel Nordindiens und gehen im Dschungel des Ranthambore Nationalparks auf Tigerpirsch. In der „blauen Stadt“ Jodhpur speisen Sie mit Blick auf das gewaltige Mehrangarh Fort, in der „Pink City“ Jaipur erkunden Sie die Geheimnisse der indischen Küche. Und mit etwas Glück sehen Sie bei einer Bootsfahrt im Naturreservat entlang der Ufer der idyllischen Chambal neben Krokodilen und Wasservögel auch den von Aussterben bedrohten Gangesdelfin.

 

Rajasthan Highlights

    • Grösstes Volksfest Rajasthans: In Pushkar sprechen Sie am jährlichen Kamelmarkt mit Viehhändlern und Gauklern.
    • Bateshwar Fair: An einem der bedeutendsten religiösen Volksfeste Nordindiens beobachten Sie das rituelle Waschen im heiligen Fluss Jamuna.
    • Magische Wüste: Einnehmende Momente am Lagerfeuer Ihres herausstehenden Zeltcamps, wo Sie die Nacht zwischen Sanddünen unter dem indischen Sternenhimmel verbringen.
    • Shere Khan: Im Rathambore Nationalpark fühlen Sie sich wie im Dschungelbuch – bei einer verwachsenen Burg halten Sie Ausschau nach den majestätischen Tigerkatzen.
    • Kurkuma, Koriander und Kreuzkümmel: Eine Familie führt Sie bei sich zu Hause ins 1×1 ihrer Regionalküche ein.
    • 400 km Biotop: Im geschützten Chambal Sanctuary entdecken Sie während Ihrer Bootsafari Schildkröten, Krokodile, Wasservögel und vielleicht den geschützten Gangesdelfin.
Bhutan

Auf der Suche nach dem Glück: von der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Assam führt Sie die Studienreise Bhutan über den traditionellen Landweg in eines der abgeschottetsten Länder dieser Erde, dessen König das Glück zum obersten Staatsziel erklärt hat.

Bhutan liegt hinter schneebedeckten Himalaya-Gipfeln verborgen und stemmt sich tapfer gegen westliche Einflüsse. Von Ihrem Fachreferenten Helmut Köllner erfahren Sie mehr über den dort tief verwurzelten Buddhismus, die berühmten Klosterfeste und profitieren von seinen profunden Kenntnissen über das entlegenste Königreich der Erde. Weiter sprechen Sie auf dieser Studienreise mit dem Präsidenten der Bhutan-Switzerland Society, über die weit zurückreichende Freundschaftsbeziehung der beiden Länder. Ein geistliches Oberhaupt bringt Ihnen die Grundlagen der buddhistischen Lebensphilosophie näher und beim spektakulären Klosterfest in Bumthang zeigt sich, wie die Mönche in farbenfrohen Maskentänzen ihre Nationalheiligen verehren. Während kleiner Wanderungen entdecken Sie Bhutans wahren Reichtum – die Ruhe und Schönheit der Natur.

 

 

BHUTAN Highlights

BERICHT: Bhutan Frühling 2018

ÜBERWÄLTIGT VON DER SCHÖNHEIT DER MENSCHEN UND DER NATUR

Nach einem kurzen Einblick in die chaotische Stadt Kathmandu brachte uns der Donnerdrachen von Druk Air in weniger als 1 Stunde an unser langersehntes Ziel – das kleine Land des Glücks im Himalaya.

Unsere Guides Ngawang und Kinley empfingen uns herzlich am Flughafen und brachten uns nach einer kleinen Mittagsstärkung zum Jahresevent der Stadt: dem Paro-Festival. Wir waren überwältigt von der Schönheit der Menschen und des Landes. Die Sonne tanzte mit den Masken, Einheimische schmückten sich mit ihren buntesten und schönsten Gewändern und Mutter Natur steuerte die Blüten jeglicher Art zum Fest bei. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, wo es als unhöflich gilt, die Menschen ohne zu fragen zu fotografieren, präsentierten die Bhutaner ihre edlen Trachten und hofften auf die Ehre, von Touristen für ihr Fotomotiv entdeckt zu werden. Kinder tollten herum und wussten sich zu vergnügen ohne jegliches Spielzeug.

KÖNIGLICHE BEGRÜSSUNG

Jeder war froh, dieses Festival zu feiern und direkt ins Land mit seinen herzlichen Menschen einzutauchen. Als krönenden Abschluss für unseren ersten Tag in Bhutan wartete ein abendliches Buffet am Lagerfeuer auf uns, wo uns die Bhutaner mit traditionellen Tänzen verzauberten und uns motivierten, mit ihnen gemeinsam zu tanzen. Am zweiten und letzten Tag des Festivals kam sogar der König und grüsste uns. Anschliessend startete unsere Reise durch das kleine Land des Donnerdrachens.

Bunte Gebetsfahnen und kleine Hängebrücken säumten unsere Route. Wir passierten den Dochu La Pass – einer der schönsten Pässe des Landes mit Blick auf die schneebedeckten Berge. So erreichten wir das subtropische Punakha, die Heimatstadt unseres Guides Ngawang, wo ebenfalls einer der schönsten Dzongs des Landes steht. Es folgten sonnige Wanderungen durch Reisfelder, stets ein heiliges Kloster als Ziel, dessen Bedeutung Helmut Köllner uns interessant erklärte.

IMMER WIEDER TANZEN

Nach 2 Tagen Wärme ging es weiter in das kühle Phobjika-Tal, wo wir fernab des Tourismus das staatliche Projekt für „Community Based Sustainable Tourism (CBST)“ besuchten. Eine Familie öffnete ihr Haus für uns und lud uns zum Dinner ein, anschliessend kam das halbe Dorf zum Lagerfeuer zusammen und feierte unsere Anwesenheit; es wurde gesungen und getanzt und auch wir wurden aufgefordert, mit ihnen zu zelebrieren. Eine herzliche Begegnung, die viele nicht vergessen werden. Danach mussten wir uns leider von Helmut Köllner verabschieden, welcher uns die letzten Tage tiefe Einblicke in den Buddhismus lehrte.

Unsere Tour ging weiter: vorbei am Drehkreuz Trongsa, wo der mächtige Dzong dramatisch am Steilhang gelegen für wunderschöne Fotomotive sorgte. Wir schlängelten uns über den Yotong La Pass, wo wir auf den 3‘400 m Höhe unsere Gebetsfahnen flackern liessen. In einer Weberei durften wir die schöne Handarbeit der fleissigen Bhutaner bestaunen, bevor wir Bumthang erreichten.

SCHWEIZER PRÄSENZ

Der Schweizer Fritz Maurer empfing uns in seinem Swiss Chalet zum Znacht und so durften wir seiner interessanten Geschichte lauschen, wie er vor über 40 Jahren den Käse nach Bhutan brachte. Auch am nächsten Tag wartete ein Stück Schweizer Geschichte in Bhutan auf uns, als wir ins Tang Tal zu Walter Roder fuhren, einem Schweizer Auswanderer, der seit über 25 Jahren im Land des Donnerdrachens lebt und die Agrarwirtschaft des Landes mitentwickelte.

Unser Glück verliess uns nicht und so konnten wir mit einer Kleinmaschine wieder von Bumthang zurück nach Paro fliegen. Es ging direkt nach Thimphu, wo die Sonam Choki Art School ihre Türen für uns öffnete und Schüler uns Einblicke in ihre Arbeit gewährten. Die private Kunstschule wird von Spendengeldern unterstützt und ermöglicht Kindern und Jugendlichen aus finanziell schwachen oder sonst benachteiligten Familien eine künstlerische Bildung.

Im Anschluss wartete ein spontaner Mini-Kochkurs im Haus unseres Agenturpartners auf uns und während das Essen fertig köchelte, durften wir uns im Nationalsport – dem Bogenschiessen – im Garten probieren. Am Abend empfing uns dann ein Vertreter der Bhutan-Switzerland-Society und erklärte, wie wichtig doch diese Verbindung für den kleinen Himalaya-Staat ist.

SCHWERER, SCHÖNER ABSCHIED

Die letzten Tage unserer Reise verbrachten wir wieder in Paro und durften Bhutans Natur noch bei zwei hervorragenden Wanderungen geniessen. Zunächst fuhren wir auf den Chele La Pass, einen der höchsten Pässe Bhutans mit knapp 4‘000 m Höhe und fantastischer Aussicht auf den Himalaya. Anschliessend spazierten wir durch einen Urwald ca. 500 m hinunter – bis auf Vögel hörte man nichts und jeder genoss diese unglaubliche Ruhe der Natur. Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir unser Ziel: ein Nonnenkloster, welches spektakulär mit sieben kleinen Tempeln und mehreren kleinen Hütten am Fels klebt. Ein kleiner Vorgeschmack auf den nächsten und letzten Tag, denn was wäre ein Bhutan-Aufenthalt ohne Besuch des berühmten Tigernests?

Save the best for last – am letzten Tag machten wir uns früh morgens auf den Weg, um das kleine Wunder Bhutans zu bestaunen… Ca. 3 Stunden wandert man knapp 700 Höhenmeter hinauf, aber die Mühe lohnt sich. In der Tat hat diese Tempelanlage etwas Magisches… Wir alle waren nach unserer Wanderung total verzaubert! Pünktlich zum Zmittag waren wir wieder unten und genossen ein Picknick im Wald. Ein krönender Abschluss dieser Reise. Nur schweren Herzens verabschiedeten wir uns am nächsten Morgen vom Land des Glücks mit seinen herzlichen Menschen.

BLEIBENDE EINDRÜCKE

Die Nachwirkung dieser Reise war immens – läuft doch noch so vieles anders in dem Himalaya-Staat, wo erst 1983 das erste Flugzeug landete und der erste Fernseher 1999 in einem Haus stand. Ein Staat so gross wie die Schweiz, mit ca. 700‘000 Einwohnern und 72% Waldfläche. Dem Nachhaltigkeit als einziges Land der Welt mit einem negativen CO2-Ausstoss sehr wichtig ist und erkennt, dass eine gut laufende Ökonomie nicht das Ausschlaggebende ist, sondern die Glückseligkeit des Volkes.

Der Buddhismus und die Liebe zu ihrem König und ihrem Land ist überall präsent und steckt direkt an… Und so beeindruckte mich das kleine Bhutan mit seiner Nächstenliebe und Fröhlichkeit, von der sich doch so viele andere Länder etwas abgucken können.

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – BHUTAN

Mehr Informationen über die Sonam Choki Art School.
Weitere Bhutan-Berichte.
Nächste Bhutan-Reise.

 

ARTIKEL: Gastbeitrag von TRAVEL INSIDE zu Burma

DIE BURMESEN ZWISCHEN AUFBRUCHSSTIMMUNG UND ZUKUNFTSANGST

Im Branchen-Magazin TRAVEL INSIDE erschien am 8. Februar 2018 ein Bericht von Elisha Schuetz. Vor Ort in Burma recherchierte er zum Thema: Wie wird sich der in den letzten Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnene Tourismussektor weiterentwickeln? Ein Augenschein vor Ort – den wir mit Dank an TRAVEL INSIDE hier reproduzieren dürfen.

Der Tourismus in Myanmar hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Der Rohingya-Konflikt beherrschte die Schlagzeilen, und urplötzlich war in der Berichterstattung nicht mehr von der «aufstrebenden Trend-Destination der goldenen Pagoden», sondern von einem Land die Rede, das die Menschenrechte mit Füssen tritt. Ein PR-Gau gröberen Ausmasses.

Die Tourismusbehörde Myanmar Tourism Marketing war denn auch um Schadensbegrenzung bemüht und wurde nicht müde zu betonen, dass diese Problematik die Touristen nicht im Geringsten beeinträchtige. Schliesslich würden 135 Ethnien friedlich im Land zusammenleben, und nur mit den Rohingyas gebe es lokal begrenzte Spannungen – die allerdings viel komplexer seien als in den Medien dargestellt und schon Jahrzehnte andauern.

WIE SIEHT DIE SITUATION VOR ORT AUS? In der Tat ist vom Konflikt im Rakhine- Staat in allen anderen Teilen des Landes nichts zu spüren; unter den Burmesen ist er auch kaum ein Thema. Im Gespräch fällt höchstens die verunsicherte Frage, weshalb nicht mehr so viele Touristen ihr Land besuchen würden. Hau Khan Sum, der Vize-Botschafter Myanmars in der Schweiz, beziffert den Rückgang der Besucher nach Ausbruch des Konfliks ab September auf insgesamt rund –35%. Primär die Briten scheinen die ehemalige Kolonie zu meiden. Über das ganze Jahr gesehen resultierte dennoch ein Plus von 7%, während die Schweizer Einreisen 2017 praktisch unverändert blieben: Sie erhöhten sich von 7137 im Vorjahr auf 7161.

Der Besuchereinbruch ab September ist aber durchaus spürbar: Selbst in touristischen Hotspots wie Bagan oder rund um den Inle Lake sind die Hotels mehr schlecht als recht gebucht. Die aus Touristen-Sicht positive Kehrseite: Die Burmesen sind beinahe rührend darum bemüht, die Gäste so zuvorkommend willkommen zu heissen wie nur irgendwie möglich.

LOKALE TOUR OPERATORS erhalten seit dem Herbst deutlich weniger Buchungseingänge – ganz klar in Zusammenhang mit dem Rohingya-Konflikt, wie Bertie Lawson, Managing Director vom DMC und TO Sampan Travel aus Yangon bestätigt. Der junge Brite ist vor vier Jahren nach Myanmar ausgewandert und hat den Tourismus-Boom der letzten Jahre hautnah miterlebt. «Wir haben den Eindruck, Myanmar gelte nicht mehr als die ‹hot new destination›, die sie vor zwölf Monaten noch war. Sie wurde in der öffentlichen Wahrnehmung schlicht von der ‹To Go List› gestrichen.»

Oft geht vergessen, dass die Demokratie Myanmars erst sechsjährig und äusserst fragil ist. Dank der Einnahmen aus dem Tourismus wurde allerdings ein wichtiges Fundament für die Entwicklung und den Demokratisierungsprozess des Landes gelegt. Im Gegensatz zu einigen Nachbarländern setzt das Land auf einen massvollen und nachhaltigen Tourismus. «Dass sich dieser Sektor nur schrittweise entwickelt, ist nicht einmal negativ», urteilt Lawson. Immerhin habe Myanmar Tourism Marketing ihr finanzielles Engagement zur Promotion des Landes in den vergangenen zwölf Monaten «drastisch erhöht». Wobei angefügt werden muss, dass zuvor kaum Mittel eingesetzt wurden.

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Das Land könne sowieso nur ein schrittweises und allmähliches Wachstum verkraften, meint Lawson. «Indes scheint der Tourismus sowieso nicht eine Priorität der burmesischen Regierung zu sein. Meines Erachtens herrscht viel zu viel Bürokratie, keine Klarheit bezüglich der zukünftigen touristischen Ausrichtung und eine dürftige Kommunikation», sagt er. Auch stelle er einen Mangel an Innovation in der örtlichen Tourismusindustrie fest. «Eine Vielzahl von jungen Burmesen, die im Tourismus arbeiten, haben jedoch äusserst kreative Ideen – ihnen wird aber kein Raum zur Entfaltung gegeben.» Zudem würden sie in einem Land, in dem starre hierarchische Strukturen vorherrschen, von den älteren Generationen oft gar nicht ernst genommen.

IMMERHIN WIRD allmählich die touristische Infrastruktur verbessert und ausgebaut; so sind nun auch ausländische Hotelketten zu sehen. «Es herrscht nach wie vor eine spürbare Aufbruchsstimmung im Land, gerade unter den Jungen», sagt Lawson. «Es werden Start-ups gegründet, Workshops organisiert und soziale Unternehmungen ins Leben gerufen. Die Armut hat sich zudem verringert.»

Die Burmesen würden das Land ausmachen, das aus weit mehr als Pagoden bestehe. Die Interaktion mit der enormen Diversität an Ethnien sei das eigentliche Highlight für Touristen. Er hoffe inständig, dass die optimistische Aufbruchsstimmung der Burmesen nun aufgrund der fehlenden Tourismuseinnahmen nicht in Zukunftsangst kippe. Im Gespräch mit lokalen Tour Guides schwingt tatsächlich diese Angst mit. Was, wenn die mühsam erkämpften besseren Lebensbedingungen durch die Öffnung des Landes schon wieder bedroht sind? Man will es sich gar nicht vorstellen.

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – BURMA

Original-Artikel von Elisha Schuetz.
Webseite des Tourismus-Branchenmagazins TRAVEL INSIDE.
Frühere cotravel Blog-Beiträge zu Burma.
Kommende cotravel Reisen nach Burma.

 

BERICHT: Libanon 2017

BON APPETIT LIBAN !

Die Feinschmecker unter meinen Bekannten waren schon etwas neidisch, als sie von meiner bevorstehenden Reise in den Libanon vernahmen. Für sie ist die libanesische Küche eine der schmackhaftesten, gesündesten und vielseitigsten.

Und tatsächlich kann man sie als die Gourmetküche des Orients bezeichnen. Diese abwechslungsreiche, würzige Küche erfreut sich einer grossen Beliebtheit. Sie prägt den gesamten arabischen Raum, aber auch in der Türkei und in Griechenland hat sie ihren Einfluss unverkennbar hinterlassen.

Jene Libanesen, die vor den Gräueln des Bürgerkrieges geflohen sind, haben ihre Esskultur und Gastfreundschaft in die Diaspora mitgenommen. So kommt es, dass libanesische Restaurants auf allen Kontinenten zu finden sind.

Sie servieren eine fettarme, vielfältige Kost, bestehend aus dem typischen Fladenbrot, Hülsenfrüchten meist in Form von Püree. Huhn, Lamm, Fisch, Nüsse, Oliven, Reis, Joghurt, Früchte, Gemüse. Petersilie in grossen Mengen als Salat. Minze, Knoblauch, Zwiebel und Koriander. Alles gesunde und bekömmliche Zutaten.

MYTHOS OLIVENÖL

Natürlich darf in der libanesisch-mediterranen Küche Olivenöl nicht fehlen. Unser lokaler Reiseleiter Charbel Saliba behauptete nicht ohne Stolz, der östliche Mittelmeerraum sei die Wiege des Olivenbaums. Von hier aus habe sich die begehrte Steinfrucht verbreitet und den Küchen auf der ganzen Welt das flüssige Gold beschert. So soll die spanische Bezeichnung für Olivenöl, aceituna, auf das arabische Wort al-zaytuna zurückgehen.

Neben den lukullischen Köstlichkeiten, die wir in den ausgezeichneten Restaurants aufgetischt erhielten, hatten wir Gelegenheit, unter Anleitung von zwei bekannten Köchinnen selber libanesische Spezialitäten zuzubereiten.

Die unterhaltsame Lektion in der Cooking School und das anschliessende Essen unseres selbst kreierten Menus – bestehend aus Taboulé, Quiche Barak, Fatayer und Kebbé, begleitet von einem ausgezeichneten Tropfen aus der Beeka-Ebene – war ein geselliger Höhepunkt unserer Reise. Mein Fazit: Die Liebe zum Libanon geht (auch) durch den Magen!

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – LIBANON

Fotos dieser Reise auf Facebook.
Weitere Reisen in den Libanon und den Orient.
Galerie-Fotoalbum einer älteren Libanon-Reise.

 

BERICHT: Mekong 2017

REISE GEGEN DEN STROM

Nach kurzer Eingewöhnungszeit an die hiesigen tropischen Verhältnisse (einmal nass, immer nass) und die dazugehörigen Klimaanlagen (nicht unbedingt kompatibel mit „nass“) beginnt unsere Reise schon mit dem ersten Highlight, den Tempelanlagen von Angkor.

Die detaillierten Fresken mit dem Schäumen des Milchmeeres, begleitet von Tausenden Apsara-Figuren, erzeugen ehrfürchtiges Staunen. Pünktlich nach dem letzten Tempel im geheimnisvollen Angkor Thom werden wir zurück in die Realität geholt. Es giesst aus Kübeln und in Kürze sind wir frisch gewaschen. Der sintflutartige Regen stört die Tuk Tuk-Fahrer aber nicht im Geringsten: Helm auf, Pelerine an, los geht’s zu einer unvergesslichen Fahrt!

TONLE SAP

Ein Bootsausflug auf dem Tonle Sap, dem grössten Frischwassersee in Südostasien, bringt uns den ersten, indirekten Berührungspunkt mit dem Mekong – noch wird der See vom Strom zurückgedrängt, überschwemmt dadurch die Ufer und wässert die Reisfelder. Irgendwann nach dem Ende der Regenzeit wechselt die Fliessrichtung wieder, was mit einem grossen Fest gefeiert wird. Wir feiern schon mal im Voraus und geniessen das gute asiatische Essen. Das Naturphänomen um den Tonle Sap existiert seit Jahrhunderten und ist die Lebensgrundlage der Anwohner; mit dem Bau der unzähligen Barrieren flussaufwärts ist es jedoch eine Frage der Zeit, bis sich hier Grundlegendes ändern wird und sich die Bewohner auf neue Gegebenheiten einstellen werden müssen.

Ein Besuch im Phare Circus sei jedem Reisenden nach Siem Reap ans Herz gelegt, denn die Darbietung der kambodschanischen Geschichte durch virtuoseste Artisten ist atemberaubend.

LAOS

Unserem Aufenthalt in Kambodscha folgt die nächste Etappe in Südlaos, diesmal schon mit direkter Berührung des Mekong. Formidabel ist unsere Lodge auf einer veritablen Insel, die nur mit einem einfachen Ferry-Boat erreichbar ist. Haben Sie auch schon festgestellt, dass ein Ferientag oft kürzer ist als ein Tag zu Hause? Auf unserem Ausflug zu den Khone Papheng-Wasserfällen an der Grenze zu Kambodscha gibt es so viel zu sehen, dass wir erst bei Dunkelheit wieder zurück an der Hotelfähre sind und eine taschenlampenbeleuchtete, sehr ruhige Überfahrt auf dem grossen stillen Fluss „geniessen“ dürfen.

Der Tag auf dem Bolaven-Plateau ist leider buchstäblich ins Wasser gefallen: statt Besuch der Kaffeeplantagen wurden wir im grössten Gewitter mittels Sonnenschirmen zum trockenen Bus gebracht.

Mit Lao Airlines fliegen wir – with compliments of the airline – nicht wie vorgesehen direkt nach Luang Prabang, sondern morgens erst nach Vientiane und von dort am Nachmittag nach Nordlaos in die ehemalige Kapitale, dafür mit einem Airbus A319 in grad einmal 35 Minuten!

MEKONG

In Luang Prabang wartet unser Fachreferent, Peter Achten. Und unser Schiff, die Mekong Sun. Sieben Mal Schlafen in den gemütlichen Kabinen mit Blick auf den braunen Mekong, der vor den Fenstern ganz nahe vorbeirauscht. Am Ziel in Chiang Saen werden wir ca. 460 km zurückgelegt haben. Inzwischen fordern auch die Klimaanlagen ihren Tribut und der Reihe nach kuriert und erholt sich einer nach dem andern von seiner Erkältung.

Die nächste Woche verläuft – nein, nicht im Fluss, sondern gegen den Strom. Der Mekong hat für die Jahreszeit ungewöhnlich viel Wasser und es rauschen Unmengen Mekongbraun südwärts, was die Navigation erschwert und den beiden Schiffskapitänen grösste Konzentration abverlangt.  Sobald die Sonne untergeht, wird die Mekong Sun am Ufer für die Nacht festgemacht.

Die Hälfte des Mekong fliesst durch China, welches den Strom mit Kraftwerken und Staumauern beeinflusst. Deshalb kann sich der Wasserstand, bedingt durch entsprechende Aktionen weiter nördlich, innert kürzester Zeit und ohne Ankündigung massiv ändern. So musste eines Nachts um 03.30 das Schiff ausgegraben, die Motoren angeworfen und weiter vom Ufer weg neu verankert werden, weil der Wasserstand plötzlich stark gesunken war. So etwas bemerkt man dann, wenn man auf einmal sehr schräg im Bett liegt…

Das Leben auf der Mekong Sun war wunderbar und die ganze Crew verdient ein riesiges Kompliment. Unzählige kleine Aufmerksamkeiten – stellvertretend seien die gefrorenen (!) Erfrischungstücher nach der Rückkehr aufs Schiff erwähnt –, frisch zubereitete und immer sehr schmackhafte Mahlzeiten (nein, die Küche versteht unseren Wunsch nach kleineren Portionen eigentlich nicht…), die Bar und Ben, der allwissende Kreuzfahrtdirektor, machten diese Fahrt zu einem einzigen Genuss. Die abendlichen Vorträge und Erläuterungen von Peter Achten klärten unseren oft zwiespältigen ersten Eindruck, den wir auf den Ausflügen in die laotischen Dörfer erhielten. Dem armen Laos wird von überall Infrastruktur spendiert, verbunden mit der entsprechenden Gegenleistung (will heissen: Ausbeutung der Rohstoffe).

UNBESCHREIBLICHER ABEND

Alle sind wohl mit mir einverstanden, wenn ich das „Barbeque“ als unbedingtes Highlight bezeichne. Die Schwierigkeit bei dieser seit Tagen angekündigten Aktion war, eine Sandbank in Kombination mit einem Dorf zu finden. Beim aktuellen Wasserstand sah es lange nach entweder „Dorf“ oder „Sandbank“ aus, jedoch nicht in der erhofften Kombination. Die Kapitäne fanden dann die perfekte Lösung. Trotzdem wurde der Abend mit etwas gemischten Gefühlen erwartet.

Der Spaziergang durchs Dorf führt uns die riesigen Differenzen zu unseren Vorstellungen vom täglichen Leben vor Augen, die Verständigung mit den Einwohnern hapert. Doch die Crew hat wieder gezaubert und die Sandbank in einen Festplatz für alle verwandelt. Sobald die Sterne funkeln, geniessen wir alle zusammen ein unvergessliches Grillfest, mit dem cotravel Geburtstagskuchen zum Dessert. Die vielen Kinder machen enthusiastisch mit beim gemeinsamen „Burebüebli“-Singen, bedanken sich sehr höflich für die mitgebrachten Schulhefte und mit den Erwachsenen lernen wir „Bier trinken auf laotisch“. Sehr eindrücklich, unvergesslich. Als zum Abschluss noch Laternen in den Nachthimmel steigen, ist das Gefühl, gemeinsam einen perfekten Abend erlebt zu haben, überwältigend.

THAILAND

Mit der Ankunft in Chian Saen sind wir nun in Thailand, der letzten Etappe unserer Reise. Viel zu schnell müssen wir uns von der laotischen Gelassenheit verabschieden und werden sofort von der thailändischen Hektik vereinnahmt. Bye-bye Mekong Sun – und auch unser Referent verabschiedet sich.  Ein Foto noch vom Goldenen Dreieck, ein letzter Blick auf den Mekong und weiter geht die Reise durch die Berge nach Chiang Rai. Erwähnenswert das Intermezzo mit den Pickups durch die kurvenreichen und steilen Bergstrassen. Schnell kapiert man, wozu die vielen Haltegriffe im Wageninnern dienen… Immerhin fahren wir wieder auf guten Strassen.

In Chiang Mai erwartet uns ein letzter Höhepunkt, im Nachhinein gesehen waren es sogar zwei. Beim Besuch der Tong Bai-Elefantenstiftung lernen wir die grauen Riesen aus nächster Nähe kennen. Die Zeit im Camp ist viel zu kurz, und als Erinnerung an den gemeinsamen Badespass mit den Elefanten im Flussbett verbeisst sich auch noch ein Blutegel im Menschenfuss.

Der abschliessende „Tag bei einer Thai Familie“ entpuppte sich als einmaliges Erlebnis: Spätestens beim Kauen des traditionellen Willkommens-Blatts mit Betelnuss und Gewürzen war man gespannt auf die weiteren Entwicklungen dieses Tages. Beim Zubereiten der traditionellen Thai-Gerichte in der Freiluft-Küche unter intensiver Mithilfe aller Familienmitglieder waren erstaunlich viele männliche Reiseteilnehmer aktiv, mit der Begründung, dass sie so etwas zu Hause nie machen würden…

Fazit dieser Reise: tolle Gruppe, vielseitiges Programm. Viel erlebt mit herzlichen Menschen. Unvergessliche Erinnerungen! Grosses Dankeschön allen Beteiligten.

 

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