Erlebnisberichte

BERICHT: Von Peking nach Delhi 2016 I

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08. Dezember 2016 von

IM REICH DER MITTE MIT PETER ACHTEN

Als „Reich der Mitte“ versteht sich China seit Jahrtausenden. In der Tat, das Schiesspulver wurde hier erfunden, Papier, Buchdruck und Kompass fanden hier ihren Ursprung. China fungiert heute, nach den USA, als zweitgrösste Wirtschaftsmacht und hat beste Chancen, in absehbarer Zeit auch in dieser Domäne ganz an die Spitze vorzustossen.

Beijing verkörpert diesen neuen Weg nach vorne in imposanter Manier. Obwohl mit rund 20 Mio. Einwohnern (inkl. Wanderarbeitern) kleiner als die grössten Städte des Landes (Chongqing, Shanghai), konzentriert sich in der Hauptstadt kulturelle und politische Macht.

Mehr als 70 Universitäten sind angesiedelt, immer neue Ringstrassen mit bis zu 200 km Länge kanalisieren den rasant wachsenden Verkehr. Stadtplaner entwickeln eine neue Megalopolis mit den Nachbarstädten, die auf der fünffachen Fläche der Schweiz 130 Mio. Einwohnern Platz bieten soll.

Peter Achten, langjähriger SRF-Korrespondent und mit Zweitwohnsitz vor Ort, liess uns an seinen reichen Erfahrungen teilhaben und ermöglichte vor allem auch einen kritischen und allseits sehr geschätzten Blick hinter die Kulissen des Zeitgeschehens.

TIBET-LHASA-BAHN – EIN ARCHITEKTONISCHES WUNDERWERK

Knapp 3‘800 km – und damit der Strecke Hammerfest-Palermo entsprechend – führt der Zug vom Pekinger Westbahnhof nach Lhasa. Beeindruckend dabei vor allem das letzte Teilstück mit einem Scheitelpunkt auf mehr als 5‘000 m Höhe. Erst im Jahre 2006 fertiggestellt, ist dies nicht nur Teil der höchstgelegenen Eisenbahnlinie der Welt, sondern wird von Experten auch als bisher grösstes Eisenbahnprojekt des laufenden Jahrhunderts gewürdigt.

„Bahnbrechend“ im wahrsten Sinne des Wortes: die Überwindung des im Sommer auftauenden Permafrostbodens mittels flüssigem Ammoniak. In rund 10‘000 im Boden verankerten Betonröhren wurde mit diesem Kältemittel die notwendige Stabilität geschaffen.

Nach 40 Stunden und 2 Nächten erreichen wir Lhasa. Die Fahrt ist zugegebenermassen leicht abenteuerlich und urtümlich, hinterlässt aber bei allen einen einzigartigen Eindruck.

DAS DACH DER WELT

Ein Hauptziel unserer Reise, für viele vielleicht das Highlight schlechthin: Tibet, das Dach der Welt. Die Anreise ist nur in der Gruppe möglich; politische Unwägbarkeiten können den Besuch kurzfristig verunmöglichen. Umso grösser die Zufriedenheit, hier zu sein!

Mit einer durchschnittlichen Höhe von 4‘500 m, im äußersten Süden einen großen Teil des Himalaya-Gebirges umfassend, gilt Tibet als die höchstgelegene Region der Welt. Die chinesische „autonome Verwaltungszone“ entspricht rund der doppelten Fläche Frankreichs. Rechnet man aber den gesamten tibetanischen Kulturkreis in den Nachbarländern mit ein, so würde sich „Tibet“ mit 2.5 Mio. km2 unter die 10 grössten Länder der Welt einreihen.

Imposant der Potala, der Winterpalast des Dalai Lama, hoch thronend mit seinen 999 Räumen über Lhasa. Faszinierend aber auch die Disputation der Mönche im nahen Sera-Kloster.

WERTVOLLE EINBLICKE

Tibet ist ein sehr religiöses Land. Pilgerzüge in allen Gegenden des Landes legen Zeugnis davon ab. Beeindruckend dabei der Jokhang-Tempel in Lhasa, Hauptziel einer jeden Pilgerreise und Zentrum des tibetischen Buddhismus.

Wertvoll erweist sich für uns die praktizierte Religiösität unseres lokalen Reiseleiters Norbu; ohne „frömmlerisch“ zu wirken, ermöglichen uns seine Hinweise aus dem täglichen Leben Einblicke in den Buddhismus, die den meisten von uns bis anhin fremd waren.

Gyantse, Shigatse (zweitgrösste Stadt Tibets) und Tsedang ermöglichten weitere farbige Einblicke abseits der Hauptstadt, genau gleich wie der Besuch einer Bauernfamilie mit aufgetischtem Buttertee und selbstgebrautem Bier. Dies alles eingebettet in Bergpassfahrten von teils mehr als 5‘000 m und entlang von malerischen Bergseen (u.a. dem Yamdrock-See) oder gigantischen Flussläufen, wie dem Brahmaputra. Faszinierend!

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – CHINA-TIBET-NEPAL-INDIEN

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Fotoalbum zur obigen Reise.
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