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BERICHT: Oman

Wo selbst die Ziegenhändler Masken tragen

Nach fast zwei Jahren Isolation hat sich Oman wieder dem Tourismus geöffnet.


Ahmed hatte etwas Luft aus den Reifen gelassen. Dann könne man auf dem feinen Sand „besser gleiten“. Es steht „Dune Bashing“ auf dem Programm. Um in den Bilderbuch-Dünen im Osten von Oman nicht steckenzubleiben, dürfe man jetzt nicht zu langsam fahren, aber auch „nicht zu schnell“, sagt unser Fahrer, der natürlich andere Vorstellungen von Tempi hat.

 

Der junge Omaner schafft es mit seinem 4X4 als Erster auf die etwa 30 Meter hohe Düne. Ohne gross zu schlingern. Und ist mächtig stolz. Bis zum Sonnenuntergang, wenn sich Himmel und Wüste zu einem atemberaubenden Feuerwerk vereinen, sind es noch 20 Minuten. Zuerst langsam, dann immer schneller, versinkt die Sonne im Horizont. Erst brennt der Himmel Orange, dann Gelb und schliesslich Violett und Rot, das verblasst, als wir das nahe Wüstencamp erreichen. Über den luxuriösen Zelten leuchtet inzwischen der gerade aufgegangene Vollmond.

 

Seit Oktober kann Oman wieder bereist werden. Wegen Corona hatte sich das südarabische Land fast zwei Jahre in die Isolation begeben. Es war eine schwere Zeit: Nicht nur wegen der von der Pandemie verursachten Leiden. Im Januar letzten Jahres starb Sultan Qabous. Mit seinem Putsch gegen seinen rückständigen Vater hatte der charismatische Herrscher im Sommer 1970 das Sultanat vom Feudalismus in die Moderne katapultiert.

 

„Fast alles, was Ihr hier seht, ist in den letzten 50 Jahren entstanden“, verkündet Adel, unser Guide – und strahlt über das ganze Gesicht. Nur die vier Kilometer lange Strasse zum Palast des alten Sultans sei damals geteert gewesen. Qabus Nachfolger heisst Haytham bin Tarik. Der neue Sultan steht vor grossen Herausforderungen. Für den Tourismus in Oman ist seine Ernennung ein Glücksfall.

 

Denn es war Haytham, der Anfang der 90er Jahre, als er noch Minister für nationale Kultur war, sein Land für den Tourismus öffnete. Schon damals war klar, dass die vom Öl abhängige omanische Wirtschaft diversifiziert werden musste. Und vor allem der Tourismus schafft Arbeitsplätze.

 

Zum Beispiel im Al Sama-Resort, einer auf 2000 Meter Höhe gelegenen Oase der Stille im Jabal Akhdar-Gebirge. Der „grüne Berg“ gehört zum Hadschar-Gebirge, das sich über 400 Kilometer am Golf von Oman entlangzieht. Der dort mitunter reichlich fallende Niederschlag wird im Felsmassiv gespeichert und über ein System von Bewässerungskanälen auf Terrassenfeldern und Obstplantagen verteilt. Während unserer kleinen Wanderung durch die paradiesischen Gärten streifen wir Granatapfel- und Pfirsichbäume, laufen an kleinen Reis – und Maisfeldern vorbei, kosten Walnüsse, Feigen und herrlich süsse Trauben.

 

Der Sonnenuntergang in den „grünen Bergen“ ist noch spektakulärer als in der Rimal Al Wahiba-Wüste. Um rechtzeitig in Nizwa zu sein, mussten wir das bizarre Gebirgsmassiv in aller Frühe verlassen. Wie auf einem Laufsteg werden auf dem wöchentlichen Ziegenmarkt der historischen Oasenstadt die Tiere vorgeführt. Die Händler, überwiegend Männer, lassen sich von den mitunter aufdringlichen Touristen nicht beeindrucken. Gestenreich und Lautstark wird um den Preis gefeilscht, bis schliesslich ein junges Zicklein für rund 100 Franken den Besitzer wechselt.

 

Was auf dem Markt – und in vielen anderen Basaren des Sultanats – auffällt ist, dass fast alle Händler einen Mundnasenschutz tragen. Bis zum Frühsommer hatte Oman noch hohe Inzidenzen. Binnen weniger Monate wurden dann fast 70 Prozent der Bevölkerung geimpft. Die Zahlen der „Positiven“, erzählt unser Guide, sei seither auf „unter 20 am Tag gefallen“. Mit dazu beigetragen hat auch die Impfpflicht für alle Hotel-und Regierungsangestellten sowie Angestellte von Oman Air.

 

Die staatliche Fluggesellschaft bringt uns in 70 Minuten in die Weihrauchregion Dhofar. Nirgendwo auf der Welt gedeihen Weihrauchbäume so gut wie in der an den Jemen grenzenden Provinz des Omans, wo die Luft warm und feucht vom Sommermonsun ist. Um Weihrauch zu gewinnen, wird die Rinde es Baumes eingeritzt. Das Harz sickert dann wie Blut aus einer offenen Wunde. Sobald es mit Sauerstoff in Kontakt kommt, beginnt es zu trocknen und es entstehen die Harzklumpen, die in verschiedenen Qualitäten auf dem Weihrauchbazar in Salalah verkauft werden.

 

In der etwas verschlafenen Hauptstadt von Dhofar mit ihren riesigen Kokkus-Nussplantagen haben wir Zeit zum Baden. Kilometerlange Sandstrände, die jedem Vergleich mit den „Postkartenstränden“ im Indischen Ozean standhalten, laden dazu. Wer früh aufsteht, begegnet Sardinenfischern, die ihren Fang direkt am Strand in eisgekühlte Styroporkisten packen. Auch Thun – und Papageienfische sind dabei. An manchen Tagen auch ein Hai.

 

Die omanischen Gewässer gehören zu den fischreichsten der Welt. Einige der Fischer kommen aus dem Jemen, der in gut zwei Autostunden von Salalah zu erreichen ist. In den an Oman grenzenden Provinzen, berichtet unser Führer Adel, herrsche „tiefster Frieden“. Der Krieg tobe 800 Kilometer weiter westlich.

 

Auf der kurvenreichen Strecke zur Grenze kreuzen Dutzende von Kamelen unseren Weg. Unser Ziel ist der traumhafte „Mughsail Beach“ mit seinen „Blowholes“: Fast kreisrunde Löcher im Gestein, die durch Meerwasser ausgewaschen wurden. Bei Flut schiesst durch sie das Wasser fontänenartig in die Höhe.

 

 

MEHR ZU OMAN UND MICHAEL WRASE

Reisen mit Michael Wrase
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BERICHT: Seidenstrasse

Verbreitung und Einfluss der Religionen über die Jahrhunderte

 

In der Vorweihnachtszeit möchte ich, anstatt einen weiteren Artikel über Waren, Zugverbindungen und Verträge der Neuen Seidenstrasse zu schreiben, kurz auf die interessante Geschichte der Religionen der historischen Seidenstrasse zu sprechen kommen.

 

Von der Klassischen Seidenstrasse spricht man seit ca. dem 2. Jh. vor Chr. (den Namen selbst erhielt sie erst im 18. Jh.). Fakt ist, dass Zentralasien damals nicht in Abhängigkeit von China gehandelt hat, sondern ein kulturelles Eigenleben hatte, das im Austausch zwischen Ost und West entstand und blühte. Es war ein Geben und Nehmen – ein ständiges Fliessen. Einige kulturelle Errungenschaften wie die Orientalische Musik mit all ihren wohlklingenden Instrumenten wurden sogar auf dieser Seidenstrasse erfunden und gegen West und Ost durch Händler und Reisende verbreitet.

 

Zentralasien und das Gebiet der Seidenstrasse waren nicht wie aus unserer heutigen Sicht Peripherie, sondern Zentrum des Weltgeschehens. Es entstanden glamouröse Königreiche aus dem Zusammenspiel von sesshaften und mobilen Zivilisationen. Von Alexander dem Grossen bis zu Dschingis Khan umkämpften Eroberer diese Regionen. Auch China wollte von ihnen profitieren, weshalb es sich den Zugang erstritt – wie übrigens im 16. Jh. die Europäer auch. Trotz Höhen und Tiefen im Verlaufe der langen Geschichte hat es etwas Vergleichbares bis in die vormoderne Zeit nicht gegeben.

 

Auf den antiken Routen der Seidenstrasse von China über den Nahen Osten bis in die Mittelmeer-Kulturen wurde nicht nur gehandelt, sondern es wurden auch Technologien, Ideen, Kultur und Religionen geschaffen und verbreitet. Damals konnte man von klassischen Religionen sprechen, da es nicht primär um Macht ging, sondern um die Weltanschauung jedes Einzelnen. Die verschiedenen Religionen florierten auf der Seidenstrasse und lebten lange Jahrhunderte in Toleranz nebeneinander, während sie in Europa oder anderen Regionen längst verfolgt oder ausgestorben waren. Heute dominiert in den Ländern der Seidenstrasse der Islam und ein grosser Teil wird von Chinas ‘Kommunismus’ beherrscht.

 

Im 2.Jh. vor Christus als die Seidenstrasse entstand, soll angeblich der Chinesische Kaiser von einer sagenhaften neuen Religion – dem Buddhismus – gehört haben und seine Leute angewiesen haben zum Ursprung dieser Religion zu reisen. Gleichzeitig breitete sich die Buddhistische Religion vom heutigen Nordafghanistan (Baktrien) und Nordpakistan (Gandhara) – wo sie weit verbreitet war – Richtung Norden über den Karakorum aus und traf auf die grosse Ost-West Verbindung der Seidenstrasse, wo sich der Buddhismus in beide Richtungen verbreitete, sodass Teile des heutigen Turkmenistan, Süd-Usbekistan, Xinjiang, bis Zentralchina buddhistisch wurden. (Er wurde erst im 8.Jh. durch den Islam verdrängt)

 

In dieser Zeit verbreiteten sich aber auch viele andere Religionen über die Seidenstrasse. Die meisten dieser Religionen entstanden im Iran und wurden umgeformt in Zentralasien, bis sie schliesslich hauptsächlich gegen Osten – also in das Herz des Chinesischen Reiches – transportiert wurden und dort teilweise bis heute überlebten.

 

Eine spezielle Art des Christentums ist der Nestorianismus, der im persischen Reich der (zoroastrischen) Sassaniden im 5.Jh. 30 Bistümer unterhielt. Die Nestorianer liessen sich der Seidenstrasse entlang nieder bis Xian, der ehemaligen Hauptstadt des Chinesischen Reiches. Dies beweisen nestorianische Stelen dort.

 

Eine besonders interessante Geschichte hat der Manichäismus hinter sich. Er entstand im Iran im 3. Jh., wurde dort verboten, verfolgt und hat sich weiter entlang der Seidenstrasse bis in die heutige Mongolei verbreitet, wo er im 8.Jh. zur Staatsreligion der Uiguren wurde, die gegen Süden grosse Teile des chinesischen Reiches eroberten und weiter Richtung Westen zogen. Von den Kirgisen geschlagen, zogen sich die Uiguren ins heutige Xinjiang zurück (wo sie bis heute leben). Sie lebten dort im manichäischen Reich Kocho. Im 13.Jh. verschwand der Manichäismus ganz zu Gunsten des Buddhismus. Erst viel später verdrängte der Islam durch gezielte Propaganda auch den Buddhismus in dieser Region.

 

Auch das Judentum hat sich über die Seidenstrasse Richtung Osten verbreitet. Die Juden haben den Handel angetrieben und dominiert. Bis heute haben z.B. in Bokhara, (eine der wichtigsten Städte an der Seidenstrasse im heutigen Usbekistan) jüdische Gemeinden überlebt.

 

Im 7. und 8. Jh. verbreiteten die vier Kalifen, die Omajjaden und die Abbasiden den Islam meist auf kriegerische Art von der Arabischen Halbinsel über Persien bis Afghanistan und Pakistan. Die Chinesen konnten 751 bei Talas im heutigen Kirgistan, nahe der Chinesischen Grenze die Araber schlagen und somit die militärische Verbreitung des Islams vorläufig aufhalten. Der Islam konnte sich deshalb erst ab dem 13. Jh. in Ost-Turkestan also in der Region Xinjiang langsam gegenüber allen andern Religionen durchsetzen. Ein Teil Chinas wurde Xinjiang übrigens erst im 18. Jh. als China selbst unter der mandjurischen Fremdherrschaft war. Vorher war die Region um das Tarimbecken meist selbständig und oft umstritten.

 

Das Ende der Seidenstrasse wurde eingeleitet durch den europäischen Kolonialismus, der eine Konsequenz der europäischen Gier nach Teilhabe an der florierenden Seidenstrasse darstellte. Besiegelt wurde das Ende der Seidenstrasse durch des Great Game (in dem die Briten und die Russen um Territorium und Einflussgebiet in Zentralasien kämpften) bzw. die Schaffung von Nationalstaaten mit festen Grenzen. Der Aufschwung Europas mit der Aufklärung, Kolonisation und der Industrialisierung ist massgeblich mit dem Kontakt und dem Erstreiten des Zugangs zur Seidenstrasse verknüpft.

Im Verlaufe der Entkolonialisierung Europas ist Russland bzw. die Sowjetunion erstarkt und hat sich Teile dieser Seidenstrasse einverleibt. Zentralasien ist also seit seiner Aufteilung auf die beiden angrenzenden ‘Grossreiche’ (Russland und China) seines befruchtenden Zusammenspiels beraubt worden und an der Peripherie des Weltgeschehens versunken. Seit dem Zerfall der Sowjetunion versucht nun China – in seinem Energie-, Rohstoff- und Absicherungshunger – seine eigene Macht- und Einflusssphäre u.a. gegen die Zentralasiatischen Länder zu erweitern. China nennt dieses Projekt „Neue Seidenstrasse“ („one road one belt“).

 

Gemäss den obigen Ausführungen ist klar geworden, dass die ursprüngliche Seidenstrasse eine ganz andere Ausgangslage hatte – sie ist selbst entstanden durch Menschen und Kulturen kleiner Reiche, die sich austauschen wollten und nicht per Dekret von einer anderen ausländischen Grossmacht.

 

Ob China nun einseitig und von oben herab diese historische Seidenstrasse ‘wiederbeleben’ kann, bleibt dahingestellt. Insbesondere der Austausch der beteiligten Kulturen – der ursprünglich der Motor der Seidenstrasse war – wird teilweise mit Gewalt unterbunden. Sicher ist, dass insbesondere durch die chinesischen Avancen diese Region schrittweise wieder ins internationale Interesse gerückt wird.

 

Auf einer Seidenstrasse-Reise können Sie von mir weitere spannende Themen hören. Ich würde mich über Ihre Teilnahme freuen.

 

Mehr zur Seidenstrasse und Alexandra Bopp

Reisen Seidenstrasse
Reise mit Alexandra Bopp
Bildgalerie

STUDIENREISE USBEKISTAN

Wie ein zentralasiatischer Traum präsentiert sich Usbekistan mit seinem Kulturgemisch, attraktiv und faszinierend. Das Zusammenspiel orientalischer Farbenpracht, russischen Prunks und sowjetischer Überbleibsel machen es aus. In den Städten treffen Sie immer wieder auf die historische Präsenz des Eroberers Timur Lenk, in den ländlichen Gebieten begegnen Sie Legenden rund um Alexander den Grossen. Ihr Fachreferent Helmut Köllner führt Sie auch mitten in die stille Natur, wo Sie die Seele der Menschen kennenlernen werden.

Zum grössten Teil besteht Usbekistan aus Wüste – eine Nacht verbringen Sie nach Lagerfeuermelodien in einer Jurte, bedeckt vom stillen, unendlichen Sternenhimmel. Ursprünglichkeit erleben Sie in abgelegenen Bergdörfern, umgeben von fruchtbarer Erde. Kurze Wanderungen lassen Sie die frische Luft und Sonnenstrahlen spüren, Ihre Studienreise führt Sie zu Wasserfällen und Höhlenmalereien. In den Städten besichtigen Sie nicht nur architektonische Meisterwerke: Weintropfen, traditionelle Speisen, Keramik-Handwerk und sufistisches Gedankengut umspannen ebenso Ihr zentralasiatisches Erlebnis.

 

HIGHLIGHTS

STUDIENREISE JORDANIEN

Archäologische Funde zeugen von menschlicher Besiedlung seit über 10‘000 Jahren. Wo einst Moabiter, Nabatäer und Römer über Jahrhunderte hinweg heimisch waren, besteht heute ein ethnisch gemischtes, stabiles Königreich. Ergründen Sie auf dieser Studienreise zusammen mit dem ehemaligen Chefredaktor der NZZ am Sonntag, Felix E. Müller, einen Teil Weltgeschichte und erleben Sie ein vielfältiges, verwurzeltes und heute pulsierendes Land.

Das ehemalige Ostjordanland zeigt sich als kulturelle Schatzkiste mit weitreichendem historischem Hintergrund. Ihre Reise beginnt in der lebendigen Hauptstadt Amman. Gespräche mit Ihrem Fachreferenten Felix E. Müller eröffnen Hintergründe und Zusammenhänge zu politischen, religiösen und sozialen Themen. Auf Ihren Ausflügen besichtigen Sie einige der besterhaltensten antiken Stätten der Welt und erleben eine Zeitreise. Sie entdecken den Ursprung menschlicher Siedlungen und begeben sich auf Spurensuche zu Völkern der Antike, in der vorwiegend die Nabatäer und darauffolgend die Römer einzigartige Bauten hinterlassen haben. In der rosaroten Felsenstadt
Petra führt Sie der Schweizer Archäologe Ueli Bellwald exklusiv durch „seine“ Ausgrabungen. Zwischendurch entspannen Sie am Toten Meer und erkunden im Jeep die
Wüstenwildnis des Wadi Rums.

 

NZZ-REISEN EXKLUSIV

Kulturelle Schatzkiste zwischen Morgen- und Abendland

STUDIENREISE SEIDENSTRASSE ZENTRALASIEN

Mitten ins Herz der grossartigen Geschichte Zentralasiens. Abgelegen, versteckt vor den Augen des westlichen Bewusstseins, rau, verwittert – aber auch bezaubernd wie ein orientalisches Märchen und voller Spuren einiger der bedeutendsten Weltreiche der Menschheitsgeschichte. Alexandra Bopp, Ihre Fachreferentin mit Hintergrund in Orientalistik und weitläufiger Erfahrung im kulturellen Austausch mit Ihren zu bereisenden Regionen, begleitet Sie auf diesem Abenteuer durch drei ehemalige postsowjetische Staaten, deren Eigenverständnis genauso durch Dschingis Khan, Alexander den Grossen und das Persische Reich geprägt sind.

Im Vergleich zu Usbekistan, das auf der touristischen Weltkarte schon länger seinen Platz gewonnen hat, sind die übrigen Länder Ihres Reiseprogramms für Besucher noch immer durch Pioniercharakter gekennzeichnet. Als roten Faden dient Ihnen der hiesige Ausläufer der einstigen Seidenstrasse – ihr Verkehr, die geografische Lage der durchquerten Landesstriche und die Güter aller verbundenen Gebiete erhoben einander in die obersten Sphären des Handels seit der Antike.

Auf Ihrer Reise verbinden Wüstenbilder, Bergseen, Übernachtungen in ländlichen Gasthäusern und einem Jurtenlager mit erhabenen Bauten, die dem moslemischen Glauben als prächtige Monumente dienen. Sie treffen auf eine Vielzahl an Namen, die als historische Überbleibsel an das ehemals weitläufige persische Reich erinnern sowie auf akkurate Referenzen und mythische Legenden zu den Grossen der hiesigen Geschichtsschreibung. Schroffe, atemberaubende Sandsteinlandschaften, Wüsten, der weltweit zweitgrösste Gebirgssee und das monumentale Tianshan-Gebirge lassen Sie in die faszinierende Natur eintauchen. Und mit den Menschen lernen Sie verschiedene Völker, deren Traditionen, Farben, Sprachen und faszinierende Physiognomien kennen.

 

 

NZZ-REISEN EXKLUSIV

Entlang historischer Handelswege durch Zentralasien

STUDIENREISE IRAN

Von der kulturinteressierten touristischen Weltgemeinschaft wiederentdeckt, weiss der Iran mit seinem geschichtlichen Reichtum und den überaus warmherzigen und gastfreundlichen Menschen seine Besucher zu überzeugen. Abgesehen von den schillernden Städten des Westens mit Szenen wie aus 1001 Nacht, warten in den Wüstengebieten im Herzen und im Osten des Landes grossartige, intensive Landschaften, einsame Orte mit jedoch faszinierender Vergangenheit und authentische Begegnungen. Dabei profitieren Sie von den profunden Kenntnissen Ihrer Fachreferentin Alexandra Bopp, Orientalistin mit jahrzehntelanger Iran-Erfahrung, die Ihnen weniger geläufige Regionen auf dieser Studienreise zugänglich macht.

Nomadenzelte, Gebirgsabschnitte, Felslandschaften und stille Wüsten stehen im Kontrast zu den hellblauen, im Sonnenlicht schimmernden Moscheekuppeln, den duftenden Rosen, adrett angelegten Blumenbeeten und geschäftigen Treiben der urbanen Modernität. Durch den kargen Südosten mit tief orientalischen Elementen, aber immer wieder auch mit unerwarteten Oasen mit Gärten, spielendem Wasser und wichtigen Würdeträgern gewidmeten Mausoleen. Gespräche mit einem Safranbauer, geistlichen Gelehrten sowie einem Sufi und Musiker offenbaren Ihnen verschiedene Facetten des heutigen Lebens im Iran. Nebst der Ehrfurcht erweckenden historischen Stätte von Persepolis und dem Eintauchen in Künste und Handwerk sind es vor allem die Begegnungen mit den Menschen – gastfreundlich, gebildet, genügsam, offen und interessiert –, die Ihr Iran-Bild nachhaltig prägen werden.

 

 

NZZ-REISEN EXKLUSIV

Rundreise durch den authentischen Iran

 

BERICHT: Abu Dhabi: Masterplan 2030

„Möchtest du lieber draussen oder drinnen den Kaffee nehmen?“ Zaki, der mich in Abu Dhabi mit den Sitten, Gebräuchen und allen möglichen Menschen bekannt macht, ist ein höflicher Mensch. Er überlässt mir die Wahl. Für mich eine klare Sache, es ist windig, bewölkt und 17 Grad kühl. Wie an einem Apriltag in Zürich. Also: „Gerne drinnen“. Zwei Emiratis in ihren traditionellen weissen Gewändern schlendern an uns vorbei zur Terrassentür. Sie hätten eben gesagt, wie angenehm es sei, bei diesem Wetter draussen zu sitzen, übersetzt mir Zaki ihre Konversation.

 

Ich bin seit drei Tagen an einem Ort, wo die Temperaturen zu dieser Jahreszeit normalerweise schon über 30 Grad steigen, wo vor 50 Jahren nur Wüste war – und Wüste wäre hier immer noch, wenn unter dieser Wüste nicht Öl lagern würde. Öl, das die ursprünglich hier lebenden Beduinen ihr Nomadendasein hat vergessen lassen. Ihre Zelte haben sie mit grosszügigen Häusern oder Palästen getauscht und mehrspurige Autobahnen, Bürohochhäuser und Fünfsternehotels gebaut. Böse Zungen behaupten, dass anstelle der Sandwüste eine Betonwüste entstanden sei. Aber diese Bemerkung greift eindeutig zu kurz.

 

Es braucht erst mal einen visionären Scheich, der es fertig bringt, die verschiedenen Beduinenstämme zu einen und einen neuen Staat ins Leben zu rufen, die Vereinigten Arabischen Emirate V.A.E.. Dann kann man das sprudelnde Öl-Geld ziellos in Paläste und Vergnügungen stecken und in erster Linie der herrschenden Klasse zukommen lassen. Oder man macht einen Plan, den Masterplan 2030. Der besagt, wie sich das Land bis 2030 entwickeln soll und dass bis zu diesem Zeitpunkt soviel Knowhow von anderen (westlichen) Gesellschaften erworben werden soll, dass man das Land völlig selbständig führen kann. Man kauft also das Wissen anderer ein, um selber ein Wissender zu werden. So fliessen jährlich mehr als ein Drittel der Staatseinnahmen in die Bildung und die Universitäten heissen „Sorbonne Abu Dhabi“ oder „New York University“. Siebzig Prozent der Studierenden sind übrigens weiblichen Geschlechts und Frauen findet man gleichberechtigt in leitenden Positionen.

 

Deshalb stehen anstelle von Fischerhütten Glaspaläste und mehrspurige Autobahnen bilden ein grosszügiges Verkehrsnetz. Gewachsen in weniger als fünfzig Jahren. Und deshalb steht auf Saadyat Island ein beeindruckend modernes Museumsgebäude, der Louvre Abu Dhabi. Das Wissen, wie man ein Museum und eine Sammlung aufbaut, hat man im Westen eingekauft. Geplant sind auch noch ein Guggenheim- und ein National-Museum. Bis 2030 soll das kulturelle Verständnis fest in den Köpfen der Emirati  und Abu Dhabi in der globalen Kunst-Welt als eigenständiger Begriff verankert sein.

 

Dass bei dieser enormen Beschleunigung nicht immer alles wunschgemäss abläuft, versteht sich von selbst. Ob die gesteckten Ziele bis 2030 erreicht werden können, hängt in erster Linie davon ab, ob die erwiesenermassen „Good Governance“ auch mit der neuen, jungen Führungsriege weitergeführt werden kann. Dass man nicht auf den Loorbeeren ausruhen will, hat der Premierminister kürzlich deutlich gemacht. Bei einer Inspektionstour in der Verwaltung fragte er morgens um sieben Uhr nach den Vorgesetzten. Diejenigen, die nicht anwesend waren, wurden per sofort entlassen, respektive in Pension geschickt. Man kann es sich ja leisten.

 

Armenien & Georgien

Irgendwo zwischen Asien und Europa – diese vage Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf. Armenien im Kleinen, Georgien im Grossen Kaukaus. Gregor der Erleuchter brachte das Christentum nach Armenien, Dawit der Erbauer nach Georgien. Armenien ist immer noch von Russland abhängig, Georgien hat sich davon losgelöst. Ob die Geschichten über Hunderte von Jahren alt sind oder erst kürzlich die beiden Kaukasusrepubliken prägten – auf Interessantes, Skurriles und Unbekanntes stossen Sie zwischen Abend- und Morgenland immer wieder.

Nebst den Sakralbauten, die sich alle im Charakter und der atemberaubenden Lage unterscheiden, lernen Sie auf dieser Reise durch den Kaukasus auch das moderne Armenien und Georgien kennen. Zusammen mit Ihrem Fachreferenten Michael Wrase machen Sie sich auf die Suche nach der Identität der stolzen Völker. Sie kommen in Kontakt mit der jungen Kunstszene wie auch mit traditionellen Volkstänzen, A-capella-Gesängen und Choraufführungen. Durchs Land fahrend hören Sie Geschichten über Aprikosensteine, moderne Seilbahnen, das alte Gewerbe der Kreuzstein-Handwerke, dem Trinkdenkmal sowie dem Ursprung des Weines. Sie übernachten in den trendig historischen Hauptstädten, aber auch in alten, wieder zu neuem Leben erweckten Kurorten und Bergdestinationen. All dies geht dank der frischen und vielfältigen Küche mit viel Liebe durch den Magen.

 

 

Armenien & Georgien Highlights

Armenien & Georgien

Irgendwo zwischen Asien und Europa – diese vage Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf. Armenien im Kleinen, Georgien im Grossen Kaukaus. Gregor der Erleuchter brachte das Christentum nach Armenien, Dawit der Erbauer nach Georgien. Armenien ist immer noch von Russland abhängig, Georgien hat sich davon losgelöst. Ob die Geschichten über Hunderte von Jahren alt sind oder erst kürzlich die beiden Kaukasusrepubliken prägten – auf Interessantes, Skurriles und Unbekanntes stossen Sie zwischen Abend- und Morgenland immer wieder.

Nebst den Sakralbauten, die sich alle im Charakter und der atemberaubenden Lage unterscheiden, lernen Sie auf dieser Reise durch den Kaukasus auch das moderne Armenien und Georgien kennen. Zusammen mit Ihrem Fachreferenten Michael Wrase machen Sie sich auf die Suche nach der Identität der stolzen Völker. Sie kommen in Kontakt mit der jungen Kunstszene wie auch mit traditionellen Volkstänzen, A-capella-Gesängen und Choraufführungen. Durchs Land fahrend hören Sie Geschichten über Aprikosensteine, moderne Seilbahnen, das alte Gewerbe der Kreuzstein-Handwerke, dem Trinkdenkmal sowie dem Ursprung des Weines. Sie übernachten in den trendig historischen Hauptstädten, aber auch in alten, wieder zu neuem Leben erweckten Kurorten und Bergdestinationen. All dies geht dank der frischen und vielfältigen Küche mit viel Liebe durch den Magen.

 

 

Armenien & Georgien Highlights

Kulturelles Abu Dhabi

Das im westlichen Bewusstsein etwas unbekanntere Emirat folgt seinem Masterplan 2030: Bildung und Wissensaneignung als Fokus der Bemühungen, Abu Dhabi eine blühende Zukunft auf allen Ebenen zu sichern. Denn Geld allein reicht für Fortschritt nicht aus. Der Wille und das Interesse, eine Gesellschaft voran zu bringen, sind dabei essentiell. Im Rahmen dieser Positionierungen wird Kunst und ihrem Verständnis eine wichtige Vorreiterrolle eingeräumt. Die Kuratorin Verena Formanek, mitverantwortlich für den Aufbau von Sammlung und Sonderausstellungen der Tourism and Culture Authority Abu Dhabi, begleitet Sie auf dieser ungewöhnlichen Reise durch das wirtschaftlich emporstrebende Emirat und führt Sie mit Hintergrundinformationen an die Entstehung des Louvre-Prestigeprojekts heran.

 

Das eindrücklich konzipierte Louvre-Gebäude trägt entsprechend seiner attribuierten künstlerischen Aussagekraft die Unterschrift des weltberühmten Architekten Jean Nouvel. Das Prinzip des Wissenimportes zum Vorantreiben einer eigenen Dynamik wird so auch hier umgesetzt.

Auf einem Flecken Land, das in den letzten Jahren rasant in alle Richtungen gewachsen ist – ins Meer, in die Wüste und auch in den Himmel. Wo vor 60 Jahren noch nichts von den heute schwindelerregenden, glitzernden Hochhäusern zu sehen – oder zu erträumen – war, sondern Fischerhütten und Beduinenzelte sich in der Weite des Wüstensandes verloren. Sozusagen eine Cinderella-Geschichte, ermöglicht durch die Einnahmen des reichlich vorhandenen Schwarzen Goldes.

Auf einer Rundreise durch das Emirat Abu Dhabi erleben Sie nicht nur die Anfänge eines Kunstliebhaberprofils, sondern auch unmittelbare Vergangenheit und aussergewöhnliche Zukunft.

 

 

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Rundreise durch das Emirat Abu Dhabi

 

Israel

Eine junge Nation – aber so geschichtsbeladen wie kaum eine andere. Biblische Namen rufen Grundfragen unserer Existenz auf und vermischen sich mit Politikereignissen des Nahen Ostens. Von Tel Aviv aus besuchen Sie den alten Hafen von Jaffa, das antike Akko und das Religionsmosaik Jerusalem. Sie erhalten lebendige Einblicke in die israelische Kultur – u.a. im Gespräch mit Kibbutz-Mitgliedern oder den Menschen unterschiedlicher Weltreligionen im Friedensdorf Neve Shalom. Der Tel Aviv-basierte Journalist Pierre Heumann erläutert Ihnen indes die komplexen politischen Hintergründe der Region.

Wenn auch das Bewusstsein der Staatsbildung die israelische Kultur im Fokus hatte, zeichnet sich das Gebiet durch dieselben historischen Merkmale aus wie das gesamte östliche Mittelmeergebiet: ein unglaublicher Schmelztiegel der antiken Hochkulturen. Entsprechend stossen Sie auf Elemente aus der römischen Zeit wie aus dem persischen Kulturkreis. Daneben finden Sie sich am Ursprung aller christlicher Konfessionen wieder.

Ihr Fachreferent Pierre Heumann setzt sich in seiner journalistischen Tätigkeit seit Jahrzehnten mit Israel und Palästina auseinander, legt komplexe Hintergründe offen und ermöglicht faszinierende Begegnungen, die Ihnen besseres Verständnis des Status Quo gewähren. So führt Sie diese Rundreise nicht nur an historische Orte mit starker, oft multireligiöser Konnotation, sondern zeigt Ihnen auf, wie die verschiedensten Strömungen, Epochen, Gemeinschaften und Nationengrenzen hier ihren Treff- und Knotenpunkt finden.

 

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Von Tel Aviv nach Jerusalem

 

GEORGIEN

Das Kaukasusgebirge als natürliche Grenze zwischen Europa und Asien zählt weltweit als eines der interessantesten Kulturareale. Mehrere Völker und unterschiedliche Sprachfamilien finden sich auch heute noch auf seinen Hochebenen, in seinen Tälern und Küstengebieten wieder. Die georgische Sprache, die autokephale orthodoxe Kirche des Landes und lebendige Kulturgüter uralter Traditionen verleihen Georgien seine unverwechselbare Identität. Der frühere Russland-Korrespondent Peter Gysling führt Sie durch den Kaukasus-Staat und bringt Ihnen Politik, Wirtschaft, Religion und Kultur näher.

Nach vier Tagen in Tiflis reisen Sie entlang des Kaukasus durch das religiöse Herzen Georgiens ans Schwarze Meer. In Batumi, wo die Medea-Statue an das antike Kolchis erinnert, und das heute für den modernen Lebensrhythmus steht und als Erholungsziel der Georgier dient, schliessen Sie Ihre Reise ab. Der Filmemacher und Wahl-Georgier Stefan Tolz erläutert Ihnen die Supra, das georgische Gastmahl, welches als Schlüssel zu Herz und Seele und somit zur georgischen Gastfreundschaft gilt. Zum anderen zählt der faszinierende polyphone Chorgesang zum UNESCO-geschützen, immateriellen kulturellen Erbe der Menschheit. All dies und mehr lernen Sie auf dieser Georgien-Reise vor Ort kennen, mit Spezialisten für das Land, seine freundlichen Menschen, ihre Traditionen und Geschichte.

 

 

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Georgien – Mythologie, Orthodoxie und Gastfreundschaft

 

IRAN

Jüngst von der kulturinteressierten touristischen Weltgemeinschaft wiederentdeckt, weiss der Iran mit seinem geschichtlichen Reichtum und den überaus warmherzigen und gastfreundlichen Menschen seine Besucher zu überzeugen. Abgesehen von den schillernden Städten des Westens mit Szenen wie aus 1001 Nacht, warten in den Wüstengebieten im Herzen und im Osten des Landes grossartige, intensive Landschaften, einsame Orte mit jedoch faszinierender Vergangenheit und authentische Begegnungen. Dabei profitieren Sie von den profunden regionalen Kenntnissen Ihrer Fachreferentin Alexandra Bopp, ihres Zeichens Orientalistin mit jahrzehntelanger Iran-Erfahrung, die Ihnen weniger geläufige Regionen zugänglich macht.

Nomadenzelte, Gebirgsabschnitte und Felslandschaften, weite Salzpfannen und stille Wüsten stehen im Kontrast zu den hellblauen, im Sonnenlicht schimmernden Moscheekuppeln, den duftenden Rosen, adrett angelegten Blumenbeeten und geschäftigen Treiben der urbanen Modernität.
Die noch eher wenig bereisten Etappen Ihrer Iran-Route führen Sie unter anderem entlang der alten Seidenstrasse. Durch den kargen Südosten mit tief orientalischen Elementen, aber immer wieder auch mit unerwarteten Oasen mit Gärten, spielendem Wasser und wichtigen Würdeträgern gewidmeten Mausoleen. Übernachtungen in traditionelleren Unterkünften, Besuche bei Nomaden und Gespräche, die Ihnen verschiedene Facetten des heutigen Lebens im Iran offenbaren. Vor allem die Begegnungen mit den Menschen – gastfreundlich, gebildet, genügsam, offen und interessiert, werden Ihr Iran-Bild nachhaltig prägen.

 

 

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Rundreise durch den authentischen Iran

LIBANON

Der Puls des Libanon schlägt unbeirrt weiter – kräftig, prächtig, mit Lebenslust und weltmännisch wie einst. Der kleine Staat am östlichen Mittelmeer, wo die Phönizier das erste geschriebene Alphabet der Menschheit konzipierten, ist bekannt nicht nur für seine Zedern-bedeckten Berghänge, sondern auch für Berg- und Talfahrten zwischen Blüte und Bürgerkrieg. Als ehemaliger Beiruter führt Sie Michael Wrase, Nahost-Korrespondent und Libanon-Kenner mit Herzblut, durch das aufkeimende Land.

Man erinnert sich an das alte Beirut der 50er und 60er. Das amerikanische Life-Magazin beschrieb die libanesische Hauptstadt damals als „eine Art Las Vegas und St. Moritz, abgeschmeckt mit den Gewürzen Arabiens“. Auf jene – mit westlichen Augen betrachtet – goldenen Zeiten folgte ein jahrzehntelanger zerreissender, über- sowie interkonfessioneller Konflikt, dessen Ursachenschema auch in der heutigen Aktualität des Nahen Ostens wiederzufinden ist.
Seit Mitte des letzten Jahrzehnts  hat sich der Libanon auf den Weg gemacht, wenn nicht zu seiner alten, dann entschlossen zu einer neuen Blüte zu finden. Neue Trends, Lebensarten und Philosophien einzubinden in ein Gefüge, das von antiken Hochkulturen, dem Koexistieren mehrerer Weltreligionen und Spuren vergangener Auseinandersetzungen gezeichnet ist.
Während Ihres Aufenthaltes in der Hauptstadt Beirut sowie auf Ihren Ausflügen an Orte natürlicher Schönheit, in biblische Wälder, zu prunkvoll-orientalischen Märchenpalästen und Stätten frühchristlichen Rückzugs bekommen Sie einen Augenschein vergangener Grössen und zukunftsorientierter Gegenwart.

 

 

NZZ-REISEN EXKLUSIV

Beirut – Das Paris des Orients

 

LIBANON

Der Puls des Libanon schlägt unbeirrt weiter – kräftig, prächtig, mit Lebenslust und weltmännisch wie einst. Der kleine Staat am östlichen Mittelmeer, wo die Phönizier das erste geschriebene Alphabet der Menschheit konzipierten, ist bekannt nicht nur für seine Zedern-bedeckten Berghänge, sondern auch für Berg- und Talfahrten zwischen Blüte und Bürgerkrieg. Als ehemaliger Beiruter führt Sie Michael Wrase, Nahost-Korrespondent und Libanon-Kenner mit Herzblut, durch das aufkeimende Land.

Man erinnert sich an das alte Beirut der 50er und 60er. Das amerikanische Life-Magazin beschrieb die libanesische Hauptstadt damals als „eine Art Las Vegas und St. Moritz, abgeschmeckt mit den Gewürzen Arabiens“. Auf jene – mit westlichen Augen betrachtet – goldenen Zeiten folgte ein jahrzehntelanger zerreissender, über- sowie interkonfessioneller Konflikt, dessen Ursachenschema auch in der heutigen Aktualität des Nahen Ostens wiederzufinden ist.
Seit Mitte des letzten Jahrzehnts  hat sich der Libanon auf den Weg gemacht, wenn nicht zu seiner alten, dann entschlossen zu einer neuen Blüte zu finden. Neue Trends, Lebensarten und Philosophien einzubinden in ein Gefüge, das von antiken Hochkulturen, dem Koexistieren mehrerer Weltreligionen und Spuren vergangener Auseinandersetzungen gezeichnet ist.
Während Ihres Aufenthaltes in der Hauptstadt Beirut sowie auf Ihren Ausflügen an Orte natürlicher Schönheit, in biblische Wälder, zu prunkvoll-orientalischen Märchenpalästen und Stätten frühchristlichen Rückzugs bekommen Sie einen Augenschein vergangener Grössen und zukunftsorientierter Gegenwart.

 

 

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ARTIKEL: Charismatischer Oman

85 ANWÄRTER FÜR DIE NACHFOLGE DES SULTANS

Sultan Qabus scheint sich von seiner Krebserkrankung erholt zu haben. Nach Jahren der Ungewissheit zeichnet sich jetzt eine Nachfolgeregelung ab.
(erschienen am 20. März 2018 in der Luzerner Zeitung, ZVG)

«Bäche von Blut» seien auf den Strassen von Maskat geflossen. Fast jede zweite Familie habe ein Schaf geschlachtet, um die Rückkehr von Sultan Qabus aus Deutschland zu feiern, erinnert sich Juma al Rahdi mit leuchtenden Augen. Acht Monate lang war der an Darmkrebs erkrankte Monarch in bayerischen Spitälern behandelt worden. Die Therapie war erfolgreich. Behaupteten die Staatsmedien, die erleichtert «die vollständige Heilung unseres geliebten Sultans» verkündeten.

Fast genau drei Jahre sind seit «diesen Freudentagen» vergangen. «Bei weitem nicht alle Omanis waren damals von der Heilung seiner Majestät überzeugt», berichtet Juma, der an der Sultan-Qabus-Universität in der Oasenstadt Nizwa Mathematik studiert. Trotz aller Versicherungen der Regierung hätten die Menschen im Frühjahr 2015 «teils panische Angst vor der Zukunft» gehabt, welche inzwischen aber einer gewissen Zuversicht gewichen sei.

Verantwortlich dafür ist vor allem der Sultan selbst. Der 77-Jährige empfängt wieder Staatsbesucher, wie unlängst den iranischen Präsidenten Hassan Rohani, zeigt sich regelmässig im Parlament und trägt mit Ansprachen an die Nation sowie Treffen mit lokalen Würdenträgern dazu bei, dass sich, wie sich ein europäischer Diplomat in Maskat ausdrückt, «das alte Wohlfühlgefühl bei den Omanis langsam wieder einstellt».

KINDERLOSER SULTAN HÄLT SICH BEDECKT

Um Palastintrigen vorzubeugen, hat Sultan Qabus bisher darauf verzichtet, einen Kronprinzen zu ernennen und damit seine Nachfolge in geregelte Bahnen zu lenken. So habe man auch verhindern können, dass Staaten wie Saudi-Arabien und Iran den designierten Nachfolger beeinflussen oder gar manipulieren, erklären dem Herrscherpalast nahestehende Beobachter in der omanischen Hauptstadt. Selbst die königliche Familie Al Said, in der 85 Personen rechtmässige Ansprüche auf die Nachfolge des kinderlos gebliebenen Sultans Qabus erheben könnten, wurde offenbar bewusst im Unklaren gelassen.

Nach dem vom Herrscher selbst erlassenen omanischen Grundgesetz tritt im Falle seines Ablebens ein Familienrat zusammen. Innerhalb der dreitägigen Trauerzeit muss das Gremium einen neuen Sultan bestimmen. Im Falle eines Scheiterns treten das Parlament und der Verteidigungsrat zusammen, um den Namen jener Person zu verkünden, deren Ernennung von Qabus in zwei versiegelten Briefumschlägen in den Palästen von Maskat und Salalah hinterlassen wurde.

Da Sultan Qabus, dessen Ehe nach drei Jahren geschieden wurde, auch keine Brüder hat, sollen die drei Söhne seines Onkels, des Bruders seines 1970 von ihm selbst gestürzten Vaters, die aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge sein. Die Namen von zwei Cousins, glauben Palastinsider, soll Qabus in dem ominösen Nachfolge-Kuvert genannt haben. Einen Hinweis auf den Favoriten des Sultans könnte die vor einem Jahr erfolgte Ernennung von Sayyid Assad bin Tariq al Said zum stellvertretenden Premierminister für internationale Kooperation sein. Der 63-Jährige studierte, wie Qabus, an der britischen Militärakademie von Sandhurst, machte in der omanischen Armee Karriere, ehe er als erfolgreicher Geschäftsmann Millionen verdiente.

SCHWERES ERBE FÜR DEN NACHFOLGER

Sayyid Assad stehe für Kontinuität und damit für jene Neutralität, mit der sich der Oman unter Sultan Qabus trotz Anfeindungen aus Saudi-Arabien im spannungsgeladenen Mittleren Osten so gut behaupten konnte, betonen Diplomaten in Maskat. Den Regenten in Riad missfällt Omans Rolle als Brückenbauer zum Iran. Das Sultanat wurde verdächtigt, im Jemen-Krieg klammheimlich die Huthis zu unterstützen – ein Vorwurf, der von Landeskennern ins Reich der Fabel verwiesen wird. Dabei war es auch zu schweren Strassenschlachten mit der Polizei gekommen. Leicht wird es der neue omanische Sultan, wer auch immer es am Ende sein wird, nicht haben, den Neutralitätskurs des charismatischen Qabus fortzusetzen. Auch innenpolitisch warten grosse Herausforderungen. Die Arbeitslosigkeit im Sultanat ist hoch. Tausende waren im Februar dieses Jahres auf die Strassen gegangen, um gegen soziale Missstände zu demonstrieren.

Er sei sich nicht sicher, ob «ein schwerreicher Geschäftsmann wie Sayyid Assad der richtige Mann für die Nachfolge unseres Sultans» ist, fragt sich nicht nur Juma, der Mathematikstudent aus Nizwa. In Zeiten zunehmender Unsicherheit sei ein «unbescholtener General» für die Nachfolge des Sultans vielleicht besser geeignet. Für ernsthafte Sorgen sei es jedoch zu früh, gibt sich der junge Omani optimistisch und zeigt uns ein Bild des Sultans mit dem amerikanischen Verteidigungsminister James Mattis. Spuren seiner schweren Krankheit, freut sich Juma, seien darauf nicht mehr zu erkennen.

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – OMAN

Originalartikel in der Luzerner Zeitung.
Galerie-Album zur Oman-Reise 2018.
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