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BERICHT: Inside Passage

Inside Passage – nicht nur der Name ist magisch

Einmal im Leben im Kielwasser der bekannten Seefahrer des 18. Jahrhunderts, James Cook oder George Vancouver, vor der nordamerikanischen Westküste zu kreuzen – eine faszinierende Vorstellung! Und dies um Welten bequemer als damals, nämlich auf der im wahrsten Sinne des Wortes majestätischen Queen Elizabeth der Cunard Line. Seit 2010 ist die QE auf allen Weltmeeren unterwegs und lässt die goldene Zeit der klassischen britischen Ocean Liner aufleben.

 

Start der Reise ist in Seattle, ganz im Nordwesten der lower 48, wie die unteren 48 Staaten der USA auch genannt werden. Seattle eröffnet dem Besucher einige überraschende Einblicke, so beispielsweise in die gläsernen Werke des zeitgenössischen Installationskünstlers Dale Chihuly auf dem Gelände der Weltausstellung 1962, welche ihrerseits ganz im Zeichen des Aufbruchs in den Weltraum gestanden hat.

 

 

In Vancouver – per Bahn von Seattle aus auf einer malerischen Küstenstrecke erreichbar, steht die Queen Elizabeth bereit zum Auslaufen in Richtung Inside Passage und Alaska. Naturerlebnisse erwarten die Passagiere, Meeresbewohner und Wildtiere inbegriffen.

 

Die Glacier Bay, die Bucht der Gletscher, macht ihrem Namen alle Ehre. Über 50 benannte Gletscher (etwa 100`000 sind es in ganz Alaska!) umfasst dieser Nationalpark, davon sieben, welche direkt ins Meer münden. Es ist ein eindrückliches Schauspiel, wenn die Gletscher kalben und tonnenschwere Eisblöcke mit donnerndem Getöse hinabstürzen. Auch die Grösse Alaskas ist beeindruckend: Flächenmässig passt die Schweiz 43 x in das Gebiet Alaskas, und das bei nur 740`000 Bewohnern. Die Schweiz ist demzufolge über 500 x dichter bevölkert als dieser Bundesstaat.

 

 

1896 war die Zeit der Goldfunde im Klondikegebiet. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Meldung bei den Goldsuchern und Abenteurern. Das Fischerdorf Skagway verwandelte sich innert Monaten in eine boomende Zeltstadt mit 20`000 Einwohnern. Der Weg zu den Goldfeldern war allerdings äusserst beschwerlich, lagen sie doch noch 800 km von Skagway entfernt. Zuerst musste das Küstengebirge mit der ganzen Ausrüstung überwunden werden, gefolgt von einem Teufelsritt mit selbst gebauten Booten auf dem gefährlichen Yukonfluss hinunter bis nach Dawson im Klondikegebiet.

Bereits 1899 wurde die Bahnstrecke über den White Pass fertig gestellt. Noch heute fährt der Zug auf dem Originaltrassee des ursprünglichen Goldsucherpfades mit dem dazumaligen Rollmaterial als Touristenattraktion fast 900 m hoch zum Pass.

 

Juneau ist die Hauptstadt Alaskas und zugleich die einzige US-Kapitale, welche nicht auf dem Landweg zu erreichen ist. Ein Ausflug zum imposanten Mendenhallgletscher darf dort nicht fehlen.

 

 

In Sitka auf der Baranofinsel ist der russische Einfluss noch heute sichtbar. Alaska wurde 1867 von Russland im Alaska Purchase für sagenhafte 4.74 $ (nach heutigem Wert ca. 71 $) pro Quadratkilometer ( = 1`000`000 qm) an Amerika verkauft.

 

Auf Vancouver Island steht neben der Stadtrundfahrt in Victoria auch der Besuch der Butchard Gardens auf dem Programm. Einst ein Steinbruch sind die Gärten nun ein Eldorado für alle Blumen- und Pflanzenliebhaber und selbst für Gartenmuffel ein Erlebnis!

 

 

Dann noch der krönende Abschluss mit Vancouver, eine der attraktivsten Städte weltweit. Es bleibt genug Zeit, alle Facetten dieser spannenden Metropole zu erkunden und zu geniessen.

Die Inside Passage ist durchquert, die Magie bleibt.

 

Weitere Bilder finden Sie in unserer Galerie: Alaska, Vancouver, Seattle.

VIDEOBOTSCHAFT: Felix Blumer in Alaska

Unser Fachreferent und Meteorologe Felix Blumer in seinem Element! Dieses Mal in Alaska und wie immer begleitet von strahlendem Sonnenschein berichtet er per Videobotschaften vor der spektakulären Kulisse des Mendenhall-Gletschers…

zum Video

BERICHT: NZZ Transatlantik-Passage

An Board der Queen Mary 2

Kreuzfahrt?

Beginnen wir mit einem verbalen Missverständnis: Wer mit der Queen Mary von Hamburg nach New York fährt, der macht eben keine Kreuzfahrt. Denn das Schiff hält nur noch einmal an, in Southampton, um Passagiere aussteigen und neue zusteigen zu lassen. Und 32 000 Eier zu bunkern, damit die Frühstücksrühreier nicht ausgehen. Davor und danach pflügt man durch das Wasser, unaufhaltsam, stetig und ruhig.

 

Höhepunkte

Beginnen wir aber auch mit dem Wichtigsten: Die Reise hat drei Höhepunkte – das Auslaufen in Hamburg, die Hafeneinfahrt in New York. Und das, was dazwischen liegt. Wie die «Queen Mary» in der Abendsonne die Elbe hinunterfährt Richtung Meer ist stimmungsvoll: weisse Villen gleiten an einem vorbei, Menschen winken, auf der Terrasse eines Restaurants wird gar eine QM-Farewell-Party ausgerichtet, wie ein Banner besagt. Und die Hafeneinfahrt in der Morgendämmerung in New York ist allein die ganze Überfahrt wert.

Dazwischen liegt der Ozean, eine unendliche Menge von Wasser, manchmal 14 Grad warm und manchmal nur noch 4. Wie der Kapitän mit seinem britischen Humor sagte: Auf dem Nordatlantik ist alles grau, der Himmel ist grau, das Wasser ist grau. Tatsächlich kann Nebel das Schiff in Watte hüllen. Aber keine Angst: Die Sonne scheint durchaus. Und die Menschen bringen Farbe in den Schiffsalltag, vor allem an den Abenden mit Dresscode, an dem viele Damen die normalerweise in den Tiefen ihrer Kleiderschränke versteckten Schätze präsentieren.

 

Lieblingsorte an Bord

Ein Lieblingsort vieler Passagiere ist ein langer Gang fast auf der Höhe der Wasserlinie. Hinter den Bullaugen zieht das Wasser vorbei. Der Blick geht über die Weite des Meeres. Man beginnt hier unweigerlich zu meditieren. Doch wem das zu ruhig ist, der findet ein reichhaltiges Angebot an Beschäftigung, Weiterbildung und Unterhaltung. Nicht wenige empfinden dies sogar als Stress, weil es so vieles zu tun und zu sehen gäbe, etwa nach dem Motto: Schon ist der zweitletzte Tag, und ich war noch nie in der Champagnerbar oder im Konzert mit der jungen Pianistin.

 

Fazit

Die Überfahrt mit der Queen Mary ist eine «once in a liftetime experience».

 

Kommen Sie erneut an Board mit Felix E. Müller im August 2020 auf der Queen Elizabeth nach Alaska. Mehr zur neuen Reise „Inside Passage“ finden Sie hier.

STUDIENREISE INSIDE PASSAGE

Zusammen mit dem federführenden Erschaffer der NZZ am Sonntag, dem langjährigen Chefredaktor Felix E. Müller, möchten wir Sie auf eine denkwürdige Studienreise schicken. Voller Naturhöhepunkte und historisch weitgreifender Themen, die in die heutige Aktualität einer der grössten Nationen dieser Welt überleiten. Wir heissen Sie herzlich Willkommen auf der Reise mit der eindrücklichen Queen Elizabeth – stilvoll und mit Art-Decó-Eleganz! Wir laden Sie dazu ein, den Mythos der legendären Inside Passage zu entdecken. Tauchen Sie ein in die stille Abgeschiedenheit einer dramatischen Natur  – und erleben Sie als Kontrast dazu die sympathischen Westküsten-Metropolen Seattle und Vancouver.

Wie kein anderes der heute geläufigen Transportmittel lässt Sie die überlebensgrosse Queen Elizabeth, das jüngste Flottenschiff der britischen Reederei Cunard Line, das Gefühl des Reisens, das Nachempfinden des Erreichens und Entdeckens, selbst erleben. Die Inside Passage – für viele Lebenstraum, Naturschauspiel, Spurensuche in der Alten Welt, ein Stück Goldgräbergeschichte oder Entschleunigung – vielfältig sind die Beweggründe und Interessen, ein solch monumentales Reiseerlebnis anzugehen.

Neben der Seereise schmücken Ihr Programm an Land, in Seattle und Vancouver, besondere Erlebnisse und Begegnungen. Seattle, grösste Nordwestküsten-Metropole der USA, mit seiner futuristisch glasverkleideten Skyline und Paradebeispiel für amerikanisches Unternehmertum. Lernen Sie sowohl die schillernde als auch die wirtschaftliche Seite der Stadt kennen. Im Gegensatz dazu trumpft Vancouver mit entspannter Grossstadtatmosphäre auf Erleben Sie während dieser eindrücklichen Studienreise die Perle am Pazifik hautnah. Ein Mekka für Naturliebhaber und kulturell Interessierte gleichermassen.

 

 

NZZ-REISEN EXKLUSIV

Amerikas Nordwestküste hautnah

BERICHT: Azoren Juni 2018

EIN HOCH AUF DAS HOCH

Im Juni verbrachten 13 Tages-Anzeiger- und Berner Zeitungs-Leser 10 Tage auf den Azoren bei viel Sonnenschein, kaum einem Regentropfen und wunderbarer Sommerwärme. Nach dieser Reise ist die Gefahr wohl gross, dass die meisten Gäste das Azorenhoch falsch verstanden haben. Selbst im Sommer ist es auf den Azoren nicht immer sonnig und Regen gehört auch dazu!

Vom 13. bis 22. Juni besucht eine cotravel-Reisegruppe die drei Azoreninseln Pico, Faial und Sao Miguel. Am Mittwoch, 13. Juni geht es schon früh morgens nach Lissabon. Weil der Anschlussflug aber erst am Nachmittag erfolgt, haben wir noch Zeit für eine Stadtführung in Portugals vitaler Hauptstadt. Bei strahlendem Sonnenschein besichtigten wir die Wahrzeichen Lissabons so den Torre de Belém aus dem frühen 16. Jahrhundert oder das Hieronymus-Kloster. Beide gehören seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Daneben werfen wir aber auch einen Blick auf das moderne Lissabon. Am Nachmittag geht es mit dem Flugzeug immer direkt nach Westen. Nach gut zwei Stunden Flugzeit erreichen wir die Azoreninsel Pico mit dem gleichnamigen Vulkan. Dieser hüllt sich zunächst noch in vornehmes, majestätisches Nebelgrau.

 

Baleia, Baleia

Der zweite Tag beginnt mit einer leichten Wanderung durch die lokalen Weinberge, die seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Selbstverständlich darf eine kleine Degustation nicht fehlen. Das einheitliche Urteil der Gruppe: Der lokale Weisswein ist deutlich besser als der Rotwein. Nach einem ausgiebigen Mittagessen geht es am Nachmittag vom Hafenstädtchen Lajes auf das Meer hinaus. Whale Watching ist angesagt, und die Veranstalter geben eine 95prozentige Sichtungsgarantie. Es dauert nicht lange und schon ist das Versprechen auch eingelöst. Es tauchen Pottwale auf. Besonders schön kann die Schwanzflosse fotografiert werden, wenn die Wale in die Tiefe abtauchen. Auf unserer dreistündigen Tour sehen wir aber nicht nur zahlreiche Pottwale, auch Finnwale geben sich die Ehre. Diese sind allerdings nicht ganz so fotogen, aber mindestens so eindrücklich. Auf der Rückfahrt ins Hotel geht die Fahrt an der Flanke des Vulkans Pico vorbei, und wir haben dabei das Glück, den Berg zwischen den Wolken in ganzer Schönheit zu sehen.

 

Der Berg ruft

Am dritten Tag unserer Azorenreise steht für geübte Wanderer die Besteigung des Picos auf dem Programm. Mit dem Auto geht es zuerst auf eine Höhe von 1200 Metern über Meer. Von dort startet die ganztägige Wanderung auf den 2351 Meter hohen Pico. Die Höhendifferenz ist für uns Schweizer weniger die Herausforderung als das mühsame Gehen auf dem Vulkangestein. Weg gibt es keinen, es ist ein Hochsteigen auf zerklüftetem Lavagestein. Nach vier Stunden erreichen wir die Caldera des Kraters. Die letzten 50 Meter auf den kleinen Picino ersparen wir uns. Klettern im steilen Gelände ist nicht unser Ding. Viel anstrengender ist so oder so der Abstieg, für den wir deutlich länger brauchen als für den Aufstieg. Nicht nur, dass der Weg zwischen den Steinen rutschig ist, es brennt nun auch die Sonne genau auf die Bergflanke. Wanderstöcke sind auf jeden Fall auf dieser Wanderung unerlässlich. Nach knapp 10 Stunden erreichen wir wieder, ziemlich geschlaucht, den Ausgangspunkt.

 

Mit der Fähre geht es weiter

Von Ausspannen keine Rede. Schon um 8 Uhr fahren wir mit der Fähre von der Insel Pico zur benachbarten Insel Faial. Bei strahlendem Wetter geniessen wir die rund halbstündige Überfahrt nach Horta, dem Hauptort auf Faial. Zu Fuss erkunden wir danach die malerische Kleinstadt mit ihrer wechselvollen Geschichte. Wir werfen einen Blick ins berühmte Peter Café Sport, dort wo der Augenabstand der gefangenen Fische von Minute zu Minute grösser wird. Unmittelbar in der Nachbarschaft liegen die bunten Malereien der Segler, die so auf eine gute Stimmung der Wettergötter hoffen. Am Nachmittag erkunden wir das Städtchen auf eigene Faust.

 

Ein neuer Vulkan

Der fünfte Reisetag steht unter dem Titel Vulkane. Mit dem Car geht es zuerst von Horta auf die höchste Erhebung der Insel, den 1043 Meter hohen Gabeço Gordo. Dort besichtigen wir die Caldera und geniessen den Blick über die grüne, sanft geschwungene Insel. Mit dem Car erreichen wir den nächsten Aussichtspunkt. Von dort geht es zu Fuss weiter über die Vulkaninsel. Obwohl sie sehr lieblich wirkt, geht der Weg zeitweise steil bergauf und bergab. Auch hier sind Wanderstöcke von Vorteil. Am Ende der Wanderung wird der Blick frei, auf den Capelinhos. Der Capelinhos entstand erst in den Jahren 1957 und 1958. Rein optisch ist schon der Unterschied zwischen dem neuen Vulkan und der alten Insel zu erkennen: der Vulkan ist schwarz, die übrige Insel satt grün.

 

Zum Schluss auf die Hauptinsel

Tag 6 beginnt mit dem Flug von Faial zur Hauptinsel Sao Miguel. Noch einmal können wir einen Blick auf Faial und auf die Nachbarinsel Pico mit ihrem majestätischen Vulkan werfen. Nach einer kurzen Zwischenlandung auf der Insel Texeira erreichen wir kurz vor Mittag Ponta Delgada, die grösste Stadt auf den Azoren. Nach dem Mittagessen statten wird dem meteorologischen Institut einen Besuch ab. Der Abend steht zur freien Verfügung und weil unser Hotel mitten in der Altstadt liegt, haben wir kein Problem, ein gutes Restaurant zum Abendessen zu finden.

 

Die Delfinschau

Nochmals zieht es uns auf das Meer. Heute Morgen beobachten wir nochmals Wale, vor allem aber Delfine. Dutzende kleinere und grössere Delfine eskortieren unser kleines Schiff. Dank ihrer gewagten Sprünge sind sie auch ein beliebtes Fotosujet. Am Nachmittag haben wir nochmals die Gelegenheit Ponta Delgada selbstständig kennenzulernen.

 

Erholsame Wanderung

Mit dem Bus geht es heute nach Sete Cidades. Wir machen eine erholsame Wanderung dem Kraterrand entlang und schauen in die Caldera mit ihren Seen und den 7 Orten. Zum Schluss der Wanderung steigen wir zu den Seen hinunter. Nach einem ausgiebigen Mittagessen steht am Nachmittag der Besuch einer Ananaskultur auf dem Programm.

 

Ein Erdloch als Herd

Heute fahren wir mit dem Car von Ponta Delgada nach Osten. Ziel ist der Ort Furnas. Dort locken warme Quellen zum Bade. Zugegeben, die golden-braune Farbe wirkt zunächst nicht sehr einladend, aber die Wassertemperatur ist äusserst angenehm, zumal gerade ein paar Regentropfen fallen. Nach einer rund einstündigen Wanderung um den Furnassee kommen wir an ein dampfendes Erdreich. Es „blubbert“ überall aus dem Boden, und es herrscht emsiges Treiben. Hier wurden am Morgen zahlreiche Kochtöpfe in Erdlöchern vergraben und nun, nach mehreren Stunden im warmen Erdreich, wieder herausgezogen. Auch unser Topf, Cozido genannt, findet den Weg an die Oberfläche, und so gibt es wenige Minuten später in der Stadt den berühmten Eintopf aus Furnas. Nach dem Essen besuchen wir die zahlreichen Geysire am Stadtrand und fahren dann weiter zu einer Teeplantage. Mit einem Blick vom Lagoa do Fogo über die Insel Sao Miguel nähert sich die Reise ihrem Ende.

 

Zurück in die Schweiz

Am letzten Tag unserer Azorenreise haben wir noch die Gelegenheit, uns am Markt in Ponta Delgada einzudecken. Kurz vor Mittag treten wir die lange Heimreise an. Zunächst geht es wieder in die portugiesische Hauptstadt Lissabon und vor dort weiter in die Schweiz. Was bleibt ist die Erinnerung an eine faszinierende Reise mit spektakulären Vulkanen, zutraulichen Fischen und tollem Essen.

BERICHT: Transatlantik-Passage mit der Queen Mary 2

ROYAL ÜBER DEN GROSSEN TEICH

Tintenblaues Wasser, glitzernde Reflexe, Sonne am wolkenlosen Himmel, eine angenehme Brise. Graue Wolkenbänder, weisse Schaumkronen, zinngraues Wasser und ein bissiger Wind…

Ein andauerndes und oft rasch wechselndes grandioses Schauspiel, dem man pausenlos zuschauen kann. Die tausend Gedanken, welche sich vor der Reise um die Wichtigkeit ihrer Reihenfolge balgten, verlieren sich nun im weiten Himmel und der Kopf wird frei für neue Impulse. Das Alte hinter sich lassen und offen sein fürs Neue: So ist es vor uns schon vielen Reisenden auf dieser Passage westwärts ergangen – und auch wir können uns dieser speziellen Stimmung nicht entziehen.

Sechs ganze Tage lang sind wir auf dem Atlantischen Ozean unterwegs und auf der Schiffskarte bewegt sich die Queen Mary 2 nur zentimeterweise vorwärts, die Referenzpunkte finden sich ohne Ausnahme auf der Unterwassergebirgskarte. Langeweile? Ein Fremdwort!! Eher sind die Tage zu kurz – trotz der fast täglichen Zeitumstellung, mit der wir über sagenhafte 25 Stunden verfügen können (irgendwie muss der Zeitunterschied zur Neuen Welt ja angepasst werden).

 

ALLTAG AUF DEM ATLANTIK

Das attraktive Programm auf der Queen Mary 2 ist ausgesprochen vielseitig: Auf unserer NZZ cotravel Reise sind die Referate von Felix E. Müller der tägliche Fixpunkt, um den sich alle anderen Aktivitäten einordnen. Trotzdem bleibt die Qual der Wahl: Der Bordlektor überschneidet sich mit dem Tango-Kurs und die Küchenbesichtigung beginnt noch während der Bridge-Stunde. Also doch lieber in die umfangreiche Bibliothek und im bequemen Ledersessel endlich mal lesen – das geht natürlich auch ganz prima auf den klassischen Holzliegestühlen auf Deck.

Ein idealer Treffpunkt zu jeder Tageszeit ist die Commodore-Bar. Morgens mit wunderbarem Cappuccino, später mit einem ausgezeichneten Cocktail, alles mit tollem Blick nach vorne aufs Meer und auch mal einem „social talk“ mit unserem Referenten.

Der Kulinarik könnte man einen eigenen Blogbeitrag widmen, zusammengefasst ist das Angebot qualitativ ausgezeichnet. Ein ganz spezielles und sehr empfehlenswertes Erlebnis ist das Verandah

Die Tage vergehen rasch und die frische Seeluft trägt auch ihren Teil bei, dass man abends müde in das komfortable Bett sinkt. Das Wiegen der Wellen erinnert an die Babyzeit und schon ist man in Morpheus’ Armen… Sehr angenehm ist der Frühstücks-Zimmerservice, falls man den Tag etwas geruhsamer angehen möchte.

 

ANKUNFT IN DER NEUEN WELT

Am letzten Tag muss man aber früh aufstehen, denn nun erscheinen am Horizont die ersten Lichter vom amerikanischen Festland. Es ist morgens um 04.00 Uhr und direkt vor uns erscheint die Verrazzano-Brücke im leichten Morgennebel. Mit majestätischer Eleganz gleitet die Queen unten durch, zwischen Kamin und Brücke sind es gerade mal vier Meter. Very impressive. Dann, und auf diesen Moment haben wir nun die ganze Woche gewartet, erscheint auf der linken Seite die Miss Liberty und begrüsst uns in New York. Welcome to the United States!

Das Kernstück unserer Reise mit der QM2 geht hier zu Ende, aber es warten – genauso wie in Hamburg zu Beginn – auch hier noch spannende Erlebnisse in der Stadt, die niemals schläft. Vom zentralen Hotel aus ist man in sieben Minuten entweder im Central Park, am Times Square oder in der 5th Avenue, sehr praktisch. Und dann düsen wir in knapp acht Stunden über den weiten Atlantik, den wir Welle für Welle bezwungen haben, mit der Swiss zurück in die Schweiz.

Diese Reise mit der Königin der Meere ist ein absolutes Highlight und eine Bereicherung in meinem Reiseleben, welches ich unbedingt empfehlen kann. Kommen Sie im 2019 mit?

BERICHT: Alaska 2017

DIE KÜHLE HEIMAT VON BÄREN, ELCHEN UND WÖLFEN

Wenn die Landung vor dem Start erfolgt – unsere Luzerner Zeitung- und Tagblatt-Reise führt mit Icelandair über Reykjavik nach Anchorage, der grössten Stadt im nördlichsten US-Bundesstaat Alaska. Speziell: Wir landen in Ortszeit in Anchorage 40 Minuten früher, als wir in Island gestartet sind. Nach der rund 12-stündigen Reise beziehen wir unser Hotel.

Am zweiten Tag teilt sich die Gruppe. Auf dem Programm stehen der fakultative Ausflug mit einem Wasserflugzeug zur Bärenbeobachtung in den Lake Clark Nationalpark oder eine Stadtrundfahrt mit Besichtigung des Alaska Native Heritage Centers. Dort erfahren wir viel über das Leben der fünf kulturellen Untergruppen in Alaska. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung – und zur Bewältigung des Jetlags.

NATUR PUR AM PRINCE WILLIAM SOUND

Einer der Höhepunkte der Reise steht am dritten Tag auf dem Programm. Mit dem Car geht es von Anchorage nach Whittier. Speziell ist die Fahrt durch den während dem zweiten Weltkrieg erstellten Tunnel, der gleichzeitig Auto- und Eisenbahntunnel ist und jeweils nur in einer Richtung befahren werden kann.

In Whittier besteigen wir ein kleines Ausflugsschiff, das mit uns eine ganztägige Tour durch den Prince William Sound macht. Glücklicherweise hat Petrus Kenntnis von unserer Expedition, und so findet der Ausflug bei fast wolkenlosem Wetter statt. Entsprechend wirkt die Farbenpracht auch einmalig. Das Wasser und der Himmel sind tiefblau, die Wälder kräftig grün, und immer wieder tauchen weisse Gletscher auf.

Aufgrund der globalen Erwärmung reichen aber nur noch ganz wenige Gletscher bis ans Meer. Trotzdem sehen wir einen kleinen Eisabbruch ins Wasser. Auf der Rückfahrt machen wir Halt an einem Bach, in dem es nur so von Lachsen wimmelt. Jeder denkt dabei: Bär müsste man sein! Da schwimmt einem der Lachs direkt ins offene Maul.

AUF DEN HUND GEKOMMEN!

Tag 4 führt uns weg von Anchorage zur Hundefarm von Martin Buser. Martin Buser wuchs in Effretikon im Kanton Zürich auf. Schon in jungen Jahren zog es ihn nach Alaska, wo er Schlittenhunderennen bestritt. Seine vier Siege am Iditarod-Rennen, dem längsten und wichtigsten Hundeschlittenrennen der Welt, machten Martin in Alaska zur Legende.

Seit meinem letzten Besuch 2012 hat der seine Farm völlig umgebaut. Heute gibt es ein grosses Visitor Center, wo Videos vorgeführt werden. Martin lässt es sich aber nicht nehmen, uns eine persönliche Demonstration seiner Trainingsgefährten zu geben. Faszinierend ist für uns Laien, wie sich die Hunde vor Freude fast überschlagen, wenn sie vor den Schlitten gespannt werden. Das nennt sich Arbeitsmoral! Für den absoluten Jö-Faktor auf der Farm sorgen die zwölf Tage alten Welpen.

Nach dem Besuch auf der Hundefarm geht es nach dem Mittagessen noch auf eine Moschus-Ochsenfarm. Dort hält sich der Jö-Faktor eher in Grenzen, sind die Tiere doch schlicht zu kräftig und zu massig. Von den Herausforderungen der Landwirtschaft in Alaska sind wir aber nicht minder fasziniert.

EINE ZUGFAHRT DER EXTRAKLASSE

Am fünften Tag geht unsere Reise weiter Richtung Denali-Nationalpark. Dazu benutzen wir die Alaska-Eisenbahn. Im zweistöckigen Salonwagen lassen wir es uns so richtig gut gehen, und auch das Mittagessen vermag trotz Zugsbedingungen höheren Ansprüchen zu genügen.

Einzig die dicken Wolken sorgen auf der Fahrt durch die Farbenpracht des Indian Summers für einen unerwünschten grauen Schleier. Das Top-Ereignis haben wir aber auf der fünfminütigen Fahrt vom Bahnhof zum Hotel. Da steht doch am Strassenrand tatsächlich ein gelangweilter Elch.

ACHT BÄREN UND EIN GIGANTISCHER BERG

Der sechste Tag führt uns in den Denali-Nationalpark. Auf der langen Fahrt durch den Park sehen wir insgesamt acht Bären, sonst sind die Tiere an diesem Tag aber eher scheu. Dennoch wird es auf der Fahrt keine Sekunde langweilig. Die Geologie der Gegend und das Farbenspiel der Steine sind atemberaubend.

Über der ganzen Fahrt steht immer ein grosses Fragezeichen: Sehen wir ihn oder sehen wir ihn nicht? Wir haben Glück. Genau in dem Moment, wo wir den nächsten Punkt zum Denali-Bergriesen erreicht haben, lockern sich die Wolken auf und geben den Blick frei auf den 6‘190 Meter hohen Berg. Der Denali ist der höchste Berg auf dem nordamerikanischen Kontinent. Bis 2015 hiess er offiziell Mount McKinley.

ZIRKUMZENITALBOGEN UND ENONGEKÜHLTE PIPELINE

Mein letzter Tag in Alaska startet wissenschaftlich. Auf der morgendlichen Fahrt vom Denali-Nationalpark nach Fairbanks bietet uns der Himmel ein lichtoptisches Spektakel. Es sind Haloringe und Nebensonnen zu sehen, und auch die Regenbogenfarben eines Zirkumzenitalbogens sorgen für Begeisterung.

Um die Mittagszeit besuchen wir knapp ausserhalb von Fairbanks die Transalaska-Pipeline, die vom Norden des Bundesstaates zum südlich gelegenen Hafen Valdez führt. Diese Pipeline ist ein absolutes Hightech-Werk. Einerseits führt sie durch ein Erdbebengebiet und andererseits stehen ihre Pfeiler auf Permafrost. Diese Pfeiler müssen mit Neon gekühlt werden, damit der Boden nicht aufschmilzt. Andernfalls könnte die Stabilität der Träger nicht garantiert werden.

Am Abend heisst es für meinen erwachsenen Sohn und mich: Abschied nehmen von der Gruppe. Für die Gäste geht es mit Werner Eggimann weiter ins Yukon-Valley, für uns über Seattle und einen dreitägigen privaten Urlaub in Island zurück in die Schweiz. Es bleibt die Erinnerung an eine wilde, oft unerforschte Natur und eine artenreiche, weitgehend ungestörte Tierwelt.

 

MEHR SEHEN, ANDERS ERLEBEN – NORDAMERIKA

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