18. November 2025 von Peter Gysling
Unendliche Weiten, jahrhundertealte Kulturen und eindrückliche Begegnungen – während zwei Wochen reiste Peter Gysling mit einer Gruppe im «Orient Silk Road Express» quer durch vier zentralasiatische Staaten. Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan offenbarten sich als faszinierende Welt zwischen Tradition und Wandel: von Steppen und schneebedeckten Bergketten bis zu lebendigen Städten voller Geschichten. In seinem Highlight-Bericht schildert Peter Gysling die prägenden Momente dieser Reise entlang der alten Seidenstrasse – Begegnungen, Eindrücke und Erlebnisse, die tief in Erinnerung bleiben.
Weite Fahrten, spannende Begegnungen, bezaubernde Städte und Landschaften
Die endlosen Steppen, sanften Grasländer und weitläufigen Hochebenen wechselten sich ab mit den schneebedeckten Gipfeln des Tien-Shan- und Pamir-Gebirges. Die langen Fahrten wirkten dabei fast meditativ – man konnte aus dem Fenster schauen und sehen, wie sich die Welt stetig, aber sanft verändert. Diese Mischung aus Ruhe, Weite und immer neuen Eindrücken machte die Reise besonders abwechslungsreich.
Regionale Traditionen
In der kirgisischen Steppe öffnete uns eine Nomadenfamilie ihre Jurten und gewährte uns einen ehrlichen Einblick in ihren Alltag. Zwischen einfachen, aber warmherzigen Gastfreundschaftsgesten erfuhren wir, wie stark das Leben hier noch heute vom Nomadentum geprägt ist. Besonders faszinierend war die Begegnung mit zwei Steinadler-Jägern – Vater und Sohn –, die uns erklärten, wie viel Geduld und Erfahrung es braucht, diese mächtigen Vögel aufzuziehen und für die traditionelle Jagd zu trainieren. Die Nähe zu den Tieren und die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Umgebung hinterliessen einen bleibenden Eindruck.
Tradition und Kultur
Auch die Städte dieser Reise begeisterten mit ihrem kulturellen Reichtum. In Samarkand oder Buchara blieben wir jeweils länger und konnten uns Zeit nehmen, die Atmosphäre in den Altstädten aufzusaugen. Nach den Besichtigungen genossen wir die regionalen Spezialitäten in kleinen Restaurants und erholten uns in komfortablen Hotels. Ein besonderes Erlebnis war die «Night Show» auf dem Registan-Platz in Samarkand – eine eindrückliche Inszenierung vor historischer Kulisse.

Die Bazars – am Puls der Zeit
Bei unseren Streifzügen über die Bazars konnten wir in jeder Stadt das heutige Leben besonders gut spüren. Farbenfrohe Stände, duftende Gewürze, handgefertigte Waren und die lebendige Geräuschkulisse gaben Einblick in die Vielfalt der regionalen Produkte. Die Märkte waren nicht nur Orte des Handels, sondern auch Fenster in den Alltag der Menschen.
Restaurierte Traditionen und moderne Überraschungen
In Buchara tauchten wir tief in das lokale Handwerk ein: Teppichknüpfereien, traditionelle Werkstätten, kunstvolle Moscheen und hohe Minarette bestimmten das Stadtbild. Doch zwischen all der historischen Architektur stiessen wir plötzlich auf ein Exponat, das kurz zuvor an der islamischen Biennale in Dschidda gezeigt worden war. Diese unerwartete Mischung aus Jahrhunderte alter Kultur und zeitgenössischem Ausdruck verlieh dem Ort eine ganz besondere Spannung – als würden die Welten von «1001 Nacht» direkt in die Gegenwart übergehen.
Hintergrundgespräche
Besonders bereichernd waren die exklusiv organisierten Gespräche mit lokalen Expertinnen, Experten und Handelsvertreterinnen aus der Schweiz, die seit Jahren in Zentralasien leben. Diese Einblicke hinter die Kulissen – fernab der typischen Touristenrouten – ermöglichten einen vertieften Austausch über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Region. So erhielten wir ein umfassenderes Verständnis dafür, wie sich Zentralasien heute präsentiert und wohin sich diese dynamische Region entwickelt.

























