Erlebnisberichte

Bericht: Teeroute – Südchina & Nordvietnam

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Studienreise-Teeroute- Black-Dragon-Pool

03. April 2020 von Svenja Ciriack

Abseits der Touristenpfade durch Chinas Süden und Vietnams Norden

Im November 2019 durfte ich mit 23 weiteren Teilnehmern in den zauberhaften Süden Chinas sowie den teilweise noch unberührten Norden Vietnams reisen. Eine Woche vor Abreise stürzte unser Fachexperte Urs Morf leider schwer, so dass wir auf dessen Empfehlung kurzfristig mit dem ehemaligen TagesAnzeiger-Auslandkorrespondenten Henrik Bork einen ebenbürtigen Ersatz fanden.

Unsere Reise startete in Kunming, einer chinesischen „Kleinstadt“ mit ca. 7 Millionen Einwohnern. Schon bei unserem ersten Abendessen im Sofitel Kunming wurden wir von den Dimensionen Chinas beeindruckt: im 51. Stockwerk des Hotels und somit dem dritthöchsten Gebäude der Stadt erwartete uns ein Buffet der Superlative.

Zur Einstimmung ins Land besuchten wir nach dem wunderschönen Yuantong-Tempel eine klassische Teezeremonie, wo wir nebst der Verarbeitung auch die Unterschiede der verschiedenen Teesorten kennenlernten und degustierten. Am Nachmittag wartete dann ein Highlight: der UNESCO-geschützte Steinwald von Shilin. Dank unseres erfahrenen Guides besuchten wir diesen am Nachmittag, um die eindrückliche Karstlandschaft in einem in Rosé getauchtes Licht zu erleben.

 

 

Der nächste Höhepunkt liess nicht lange auf sich warten: mit China Southern flogen wir in das entzückende Städtchen Lijiang, ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe, welches mit seiner gut erhaltenen Altstadt und bunt-geschmückten Häuserfassaden fasziniert. Für Inlandstouristen längst kein Geheimnis mehr, trotz der vielen Chinesen lädt die Stadt zum gemütlichen Durchschlendern und Geniessen ein. Von hier aus erkundeten wir die Umgebung Lijiangs, besuchten ehemalige wichtige Knotenpunkte der alten Tee- und Pferdestrasse, gewannen Einblick in lokale Handwerkskünste, sahen 1000 Jahre alte Tempel und besuchten das höchstgelegenste Amphitheater der Welt auf 3‘400 m.ü.M. Die Sonne und ein strahlend blauer Himmel begleiteten uns stets, was den Eindruck noch einmal um ein vielfaches verstärkte. So durften wir den Jadedrachen-Schneeberg und die weiteren, weiss-betupften 5000er Berge stets bewundern.

 

 

Unsere Reise ging weiter Richtung Norden, vorbei  an der bekannten Tigersprungschlucht hinauf nach Shangri-La, wo uns die ersten Wolken erwarteten. Nach einem langen Fahrtag erreichten wir unser traumhaftes Boutique-Hotel Songtsam Linka, im wahrsten Sinne ein Höhepunkt der Reise. Die Nähe zu Tibet (nur 200km entfernt!) war hier im Baustil und Essen bemerkbar und die Liebe zum Detail beeindruckte uns. Am nächsten Tag war nichts mehr von den Wolken zu sehen,  so dass wir auch hier Shangri-La mit seinem Kloster als auch dem umliegenden Pudacuo Nationalpark wieder in bei herrlichem Sonnenschein geniessen durften. Zudem lud uns eine tibetische Familie zu sich ein und zeigte uns, wie sie auf dieser Höhe leben.

 

Nach unserem Exkurs in die Ausläufer des Himalaya flogen wir zurück nach Kunming. Nach einem herzlichen Abschied unseres Experten Henrik Borks fuhren wir weiter in den Süden Yunnans. Auf dem Weg zur vietnamesischen Grenze verschlugen nicht nur die malerischen Reisterrassen von Yuanyang uns die Sprache, sondern auch der ausgeprägte Strassen-und Brückenbau der Chinesen. Schliesslich erreichten wir die Grenze zu Vietnam und verabschiedeten uns schweren Herzens von unseren liebgewonnenen chinesischen Reiseleitern. Nach einem aufwendigen Ausreiseverfahren überquerten wir eine Brücke zu Fuss, an dessen Ende Vietnam auf uns wartete – ebenfalls mit einem Einreiseprozedere. So nervig es anfangs auch schien, war es doch eine interessante und eindrückliche Erfahrung. Man konnte zahlreiche Chinesen und Vietnamesen beobachten, wie sie völlig überladene Velos über die Brücke schoben – viele machten das Unmögliche machbar und übertrafen jede Vorstellungskraft eines Europäers.

 

 

In Vietnam angekommen, wurde der Kontrast zu China sofort deutlich: von der Ordnung und Sauberkeit der Chinesen keine Spur, hier dominiert das exotische Chaos, das irgendwie funktioniert und uns Europäern oftmals fremd ist.

Wir besuchten den bunten Sonntagsmarkt von Bac Ha, wo sich einmal die Woche Menschen aus der Region zum Tausch und Handel treffen. Von Büffeln über Haushaltswaren, Kleider, Souvenirs und Tieren finden die Einheimischen wirklich alles, was das Herz begehrt. Danach erreichten wir unsere ersehnte Topas Ecolodge – ein Juwel in der Nähe Sapas, welche mit einer wunderschönen Anlage auf dem Berg, überblickendem Infinity-Pool und hervorragendem Essen überzeugte.

Die nächsten Tage verschlug es uns auf unbekannte Pfade – wir besuchten den Nordwesten Vietnams, tauchten ein in die tragische Geschichte des Vietnam-Kriegs in Dien Bien Phu und Son La, lauschten einem alten Veteran, der uns von seinen Erfahrungen erzählte, und liessen traumhafte Landschaften an uns vorbeiziehen. Kurz vor Hanoi erreichten wir die Mai Chau Ecolodge inmitten von goldenen Reisfeldern – für viele Teilnehmer ein weiteres Highlight unserer Reise.

In der quirligen Hauptstadt Vietnams stiess der Experte Daniel Keller hinzu, der uns die letzten Tage  mit seinem unglaublichen Wissen zu Land und Leute nochmal tiefer in die Geschichte & Kultur des Landes einführte. Abschliessend wartete eine Übernachtungscruise auf einer privat gecharterten Dschunke in der Ha Long Bucht auf uns – kein Rumreisen mehr, nur Aussicht geniessen und Entspannung standen auf dem Programm. Diejenigen, die dennoch etwas erleben wollten, konnten einen kleinen Ausflug zum „Floating Village“ oder zu Tropfsteinhöhlen machen, während abends die Gelegenheit bestand, an einem Sommerrollen-Kochkurs teilzunehmen.

Rückblickend kann ich sagen, dass diese Tour eine unheimlich vielfältige, spannende Reise ist, die dank der lokalen Guides, aber vor allem auch der Fachexperten unheimlich tiefe Einblicke in die Länder und seine teilweise noch unberührten Flecken liefert. Voll gepackt mit authentischen, bunten und exotischen Erlebnissen zeigt diese Reise wunderbar den überraschenden Kontrast  beider Länder auf, welches jedes für sich fasziniert.