16. April 2026 von Felix Blumer
Polarlichter, verschneite Landschaften und die wohl schönste Schiffsroute der Welt: Unser Fachexperte Felix Blumer hat diese aussergewöhnliche Winterreise auch im Februar und März 2026 wiederum begleitet. In seinem Reisebericht nimmt er Sie mit von Oslo bis weit hinauf ans Nordkap und nach Finnisch Lappland – und zeigt, was diese Reise so besonders, atmosphärisch und unvergesslich macht.
Die norwegische Hauptstadt Oslo
Mit einem Flug von Swiss erreichen wir in gut 2 Stunden die norwegische Hauptstadt. Oslo ist ein eher unbekanntes Juwel, das unter anderem durch seine spektakuläre Architektur besticht. Oper, Munch-Museum und Deichman-Bibliothek sind nur ein paar Stichworte, die in der modernen Architektur Weltruf geniessen. Die Architektin Barbara Hasenmüller bringt uns auf einer halbtägigen Führung das moderne, wie auch das historische Oslo näher. Selbstverständlich bleibt aber auch Zeit für eine individuelle Entdeckungstour durch die Stadt. Wahrzeichen sind der Königspalast, der Frognerpark mit den Skulpturen von Gustav Vigeland oder der Holmenkollen mit seiner weltberühmten Skisprungschanze. Das Hotel Opera, 100 Meter vom Hauptbahnhof entfernt, ist für uns der ideale Ausgangspunkt. Mit dem inkludierten Oslo-Ticket sind alle Sehenswürdigkeiten schnell und nach eigener Wahl zu erreichen.
Die atemberaubende Zugfahrt nach Bergen
Am dritten Tag verlassen wir schon in der Früh Oslo. Mit der weltbekannten Bergenbahn gelangen wir in die zweitgrösste Stadt Norwegens, Bergen, an der Westküste. Die Fahrt dauert knapp 7 Stunden und ist eine Mischung aus Gotthardbahn und Glacierexpress. Lange Zeit fahren wir durch endlose Wälder und an Flusslandschaften vorbei. Erst gegen Mittag erklimmt der Zug fast unmerklich die Hardanger-Vidda. Es handelt sich um die grösste zusammenhängende Hochfläche Europas. Dort herrscht raues Winterklima. Der höchste Punkt liegt auf rund 1200 Metern über Meer.

Von der Hochfläche geht es teilweise in Kehrtunneln rasch wieder in tiefere Gefilde, wo sich bei schönem Wetter tiefblaue Seen zeigen. Kein Wunder, gehört die Bergenbahn zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hauptattraktion in der Stadt Bergen ist ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe: Das historische Quartier Bryggen, das jede Postkarte aus Bergen ziert. An unserem vierten Reisetag erkunden wir das Zentrum von Bergen, zu Fuss mit einem lokalen Führer.

Den Abschluss des Rundgangs bildet die Fahrt auf den Floyen, den Hausberg Bergens. Vor dort hat man einen perfekten Überblick über die Stadt. Am Nachmittag bleibt noch Zeit für eine Entdeckung auf eigene Faust, bevor es am Abend heisst: Leine los!
2500 Kilometer der norwegischen Küste entlang
Sechs Tage ist nun das moderne und ökologische Havilaschiff unser Zuhause. Das Schiff fährt mit Elektromotoren und LNG. Auf unserer Fahrt bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. An jedem Tag haben wir einen längeren Halt in einer der grösseren Küstenstädte Norwegens. Am ersten Tag legen wir länger in Alesund an, einer Stadt, die im Jugendstil erbaut wurde.

Am Folgetag erreichen wir Trondheim, die drittgrösste Stadt Norwegens. Hauptattraktion ist natürlich der Nydaros-Dom, aber auch das historische Quartier Bakklandet zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich.
Auch dort sorgen lokale Führer für die nötige Hintergrundinformation. Am nächsten Tag überqueren wir den Polarkreis. Nördlich davon gibt es im Hochsommer Mitternachtssonne und im Winter Polarnächte. Am Nachmittag legen wir in der Industriestadt Bodö an. Dort haben wir gut zwei Stunden, um die Stadt selbstständig zu entdecken. Am vierten Tag unserer Schifffahrt erreichen wir Tromsö. Wir besuchen die weltberühmte Eismeerkathedrale, das Polarmuseum und schlendern durch das Zentrum der Stadt.

Wo der Winter noch seine Zähne zeigt: Finnisch Lappland
Am Nachmittag verlassen wir Nordnorwegen und fahren mit dem Car gut 200 Kilometer nach Süden. Unser Ziel heisst Saariselkä. Dort verbringen wir nochmals drei Tage. Im Normalfall hält dort der Winter das Zepter fest in der Hand und glänzt bis in den April mit knackigen Minustemperaturen, meist im zweistelligen Bereich. Bei der Reise im Februar lagen die Temperaturen während des ganzen Aufenthaltes unter -20 Grad und wir erlebten Winterlandschaften, wie die meisten von uns sie seit Jahren nicht mehr gesehen hatten.

Weitere Highlights
Logischerweise fokussieren wir auf die Polarlichter. Klares Wetter und auch die nötige Sonnenaktivität vorausgesetzt, sind ab Alesund in jeder Nacht Polarlichter möglich. Das Programm wird spontan dem Himmelsspektakel angepasst. In den 7 Referaten versuche ich nicht nur das Phänomen Polarlichter näher zu bringen, sondern auch Wetter und Klima Skandinaviens. Mittlerweils habe ich die norwegische Küste bereits zwanzigmal bereist, und es ist mir noch nie langweilig geworden. Das Wetter ist auf dieser Reise so abwechslungsreich und spektakulär, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Natürlich gehören auch die Polarnächte zum Abenteuer. Nördlich von Tromsö geht die Sonne zu dieser Jahreszeit nicht mehr auf. Dunkel ist es aber trotzdem nicht. Und, last but not least, ist auch die Küche hervorragend, sei dies in den ausgewählten Lokalitäten in Oslo und Bergen als auch auf dem Schiff. Es gibt aber nicht nur Fisch, so dass auch Fleisch-Liebhaber genauso auf ihre Rechnung kommen, wie Vegetarier.


















