Erlebnisberichte

BERICHT: Rajasthan Highlights

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19. Februar 2026 von Roland Frei

Im vergangenen November durfte unser Reiseleiter Roland Frei die Studienreise nach Rajasthan begleiten – eine Reise, die von der pulsierenden Metropole Mumbai bis zu den Palästen, Wüstenlandschaften und heiligen Orten Nordindiens führte. Auf dem Programm standen unter anderem die berühmten Tempelhöhlen von Elephanta, das Mehrangarh Fort in Jodhpur oder der Kamelmarkt von Pushkar – ergänzt durch besondere Begegnungen, Feste und Naturerlebnisse wie Safaris im Ranthambore-Nationalpark und eine Bootsfahrt im Chambal-Naturschutzgebiet

In diesem Highlight-Bericht stellt Roland Frei seine ganz persönlichen Eindrücke und besonderen Momente dieser Reise vor.

 

Elephanta Höhlen

Frühmorgens bringt uns ein Boot vom Gateway of India zur Elephanta Insel. Wir lassen die Skyline von Mumbai schnell hinter uns und nach einer Stunde taucht die grüne Silhouette der Insel auf. Schon nach wenigen Schritten beginnt der Aufstieg, gesäumt von Bäumen und neugierigen Affen windet sich die Steintreppe hoch. Die hohen Temperaturen und die extreme Luftfeuchtigkeit treiben uns den Schweiss aus allen Poren. Die ganze Anstrengung hat sich definitiv gelohnt, wir sind die allerersten Touristen in den Höhlen, was für ein Privileg! Eher unscheinbar von aussen öffnet sich beim Betreten der ersten Höhle ein gewaltiger Raum, getragen von massiven, aus dem Felsen gehauenen Säulen. Das Licht fällt schräg in die Halle und im Halbdunkel erscheint Shiva mit drei Gesichtern, wirklich beeindruckend. Geschichte, Götter, Mythen: unser Fachexperte Helmut Köllner nimmt uns mit seinen spannenden Erklärungen mit in die spirituelle Welt Indiens.

 

Jeepfahrt in der Wüste

Nach dem überaus lebendigen und pulsierenden Mumbai fahren wir nahe Jodhpur raus in die Wüste, schlicht eine Wohltat für alle Sinne. Auf Jeeps sind wir am Nachmittag rasant unterwegs durch die kleinen Dörfer, entlang von schönen Gärten und durch die vom Wind modellierten Dünen. Oh nein! Ein leichter Knall an unserem Fahrzeug kündigt einen platten Reifen an. Ein bisschen Hektik bricht aus, schnell strecken alle Fahrer die Köpfe zusammen, Werkzeug wird gesucht und los geht die Reparatur. Schon bald kommen Jugendliche mit Motorrädern an, Kinder rennen uns entgegen und alle möchten wissen, was hier nun vorgeht. Ganz plötzlich sind wir die Attraktion und nicht mehr der platte Reifen! Mit gutem Englisch fragen sie, woher wir kommen und was wir hier machen. Das unerwartete Zusammentreffen mit Einheimischen war spontan, unterhaltsam und herzlich zugleich. Nach dem Abschied geht’s zur Opium-Zeremonie, viele aus der Gruppe machen mit und der Trinkspruch «Bam Bam Bhole» zaubert uns auf der ganzen Reise immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht.

 

Pushkar-Festival und der Kamelmarkt

Am Vortag kamen wir in Pushkar an. Unser Hotel lag direkt am heiligen See und bereits am Abend bis spät nachts konnten wir den spirituellen Zeremonien und der traditionellen Musik lauschen. Nicht wirklich ausgeschlafen, aber gestärkt durch ein vegetarisches indisches Frühstück, laufen wir durch die geschäftigen Gassen. Frauen in wunderschön farbenfrohen Saris, dann wieder ein hupender Motorradfahrer, eine heilige Kuh mitten in der Gasse, spielende und herumspringende Kinder, schlicht Indien, wie es leibt und lebt. Als Reiseleiter in Indien mit einer Gruppe von 20 Personen am Pushkar-Festival unterwegs zu sein, ist eine echte Herausforderung. In diesem riesigen Getümmel den Überblick zu behalten und niemanden zu verlieren, raubt einem manchmal fast den Atem. Angekommen am Kamelmarkt verzauberten uns die farbenfroh geschmückten Tiere. Kamele aber auch Pferde suchen hier ihren neuen Besitzer. Glücklich, froh und mit vielen tollen Bildern und Erinnerungen im Kopf falle ich am Abend müde ins Bett.

 

Festung von Amber

Eine kurze Fahrt vom Hotel und bereits waren wir da. Schon der Blick von unten ist gewaltig, die Festung von Amber thront vor uns auf einem Bergkamm und ist eine prachtvolle Schloss- und Militärfestung aus dem 16. Jahrhundert in der Nähe von Jaipur. Wir schreiten den Hügel hinauf, passieren das gewaltige Eingangstor und stehen in einem riesigen Innenhof. Oben angekommen, schweift unser Blick von den Terrassen hinunter auf den Maota See und die umliegenden Hügel. Die Festung aus Marmor und Sandstein fasziniert im Innern durch unglaublich filigrane Fassaden, kunstvoll gestaltete Arkaden und prunkvolle Säle. Wir lauschen alle gespannt den Ausführungen von unserem Fachexperten Helmut Köllner und können uns so ein bisschen zurück in der Zeit wähnen und ausmalen, wie hier einst gelebt wurde.

 

Ein magischer Ort – das Taj Mahal

Auch heute änderten wir unsere Strategie nicht. Früh morgens brachen wir auf, um noch vor dem Frühstück das Taj Mahal zu besichtigen. Im Morgengrauen, noch vor den grossen Menschenmassen, werfen wir einen ersten Blick durchs gewaltige Eingangstor und sehen in der Ferne schemenhaft die Silhouette im ersten Licht, es ist fast unwirklich. Durch perfekt angelegte Gärten spazieren wir entlang von Wasserbecken und kommen mit jedem Schritt dem Monument Taj Mahal näher. Für mich nicht einfach ein Marmor-Mausoleum im Mogulstil und UNESCO-Weltkulturerbe, es ist schlicht ein architektonisches Wunderwerk. Ein Bauwerk, welches ich schon tausendmal auf Bildern sah, mich aber immer wieder sprachlos macht. Perfektion, Vollkommenheit – für mich schlicht ein Weltwunder, das mich nicht einfach beeindruckt, sondern berührt.

 

Auch 2026 wird diese Reise angeboten – zur Zeit bedeutender Volksfeste und mit einer sorgfältig kuratierten Route, die sowohl historische Stätten als auch das heutige Leben in Rajasthan erlebbar macht, begleitet vom Indologen Helmut Köllner.

STUDIENREISE RAJASTHAN