18. Juni 2026 von Susann Bovay
Unsere Reiseleiterin Susann Bovay Flisch war im April 2026 auf der NZZ-Reise «Malaysia – Singapur – Seoul» unterwegs. In ihrem Highlight Bericht nimmt sie uns mit zu persönlichen Highlights: hoch über Kuala Lumpur, mitten hinein ins quirlige Marktleben, weiter in die visionäre Stadtplanung Singapurs und schliesslich nach Südkorea, wo Tradition, Kulinarik und moderne Megacity auf faszinierende Weise zusammentreffen.
Hoch hinaus in Kuala Lumpur…
Nach einer langen Anreise via Bangkok nach Kuala Lumpur freuten wir uns auf «einmal Beine strecken» und etwas wohltuende Regenerationszeit in unserem Hotel. Beim Einchecken wussten wir noch nicht, was uns hier erwartete: grosszügige Zimmer mit bodenhohen Fenstern und Ausblick direkt auf das berühmte Wahrzeichen der Stadt – gleich gegenüber erhoben sich die Petronas Towers mit unverbautem Ausblick. Das exquisite Welcome-Dinner im 51. Stock, zuoberst im Hotel begeisterte uns zusätzlich. Ein Feuerwerk wegen eines lokalen Feiertags (…oder nur für uns?!) sorgte für festliche Stimmung und die Aussicht über die uns zu Füssen liegende funkelnde Stadt war überwältigend. Kurz, ein toller Einstieg in eine wunderbare Reise durch Südost-Asien.
….und ein Besuch auf dem Nachtmarkt
Wir haben die Stadt heute etwas kennengelernt und wissen nun, dass ein Besuch auf dem Nachtmarkt unumgänglich ist. Der auch abends immer noch drückenden Hitze entgeht man am einfachsten mit einem Spaziergang durch die gut heruntergekühlten, zahllosen Einkaufszentren, die auf dem Weg dahin liegen. Der Nachtmarkt entpuppt sich als quirliges, gut gelauntes Menschendurcheinander, die sich vor den zahllosen Essensständen drängen und das Angebot begutachten. Vieles davon kennen wir nicht, und zum Glück gibt es auch bebilderte Speisekarten, welche die Auswahl erleichtern. Zudem lässt sich vom Tisch aus das Treiben ringsum in Ruhe betrachten. Tausend Eindrücke: Durian-Glace, Oktopusse in allen Zubereitungsarten und -grössen, auch mal ein Spanferkel und viele Stände mit trinkfertigen Smoothies in allen Farben, die sich – für uns – vor allem zum Anschauen eignen. Auf jeden Fall ein tolles Spektakel!
Singapur, Stadt der Superlative
Hier ist jeder Besuch interessant, denn die Stadt verändert sich konstant. Die Singapore City Gallery zeigt auf, welche Mittel ergriffen werden (müssen), damit der stetig wachsende Stadtstaat auch weiterhin effizient funktioniert. Die definierte Grösse und der somit beschränkte Platz muss gut verplant werden, damit die Vision der «Green City 2030» Gestalt annimmt -> https://www.greenplan.gov.sg. Behörden wie das «Ministerium zur Nationalen Entwicklung» oder das «Ministerium für Nachhaltigkeit und Umwelt» arbeiten für die Umsetzung eng mit den anderen Behörden zusammen. Landaufschüttungen u.a. für den grössten Hafen der Welt, die Verlegung des militärischen Flugplatzes zum internationalen Changi Airport und als Folge die Entwicklung neuer Stadtteile auf dem freiwerdenden Platz sind nur zwei Beispiele. Renommierte internationale Architekten setzen hier ihre futuristischen und nachhaltigen Ideen um. Die Pläne Singapurs für eine ökologische, funktionierende und in der Folge lebenswerte Riesenstadt könnten vielen Ländern als Vorbild dienen.
Südkorea – entdeckenswert und voller Geheimnisse!
Nun betreten wir Neuland. Zwar kann Seoul mit den bereits besuchten Megastädten Kuala Lumpur und Singapur grössenmässig gut mithalten, und auch hier gibt es überwältigende moderne Architektur und überdimensionierte 3D-Werbeflächen, doch die Unterschiede offenbaren sich im Detail. Während beispielsweise die Frühstücksbuffets bisher haufenweise frische exotische Früchte boten, findet man hier gerade mal einen Apfel oder ein Stück Banane. Unser Luxushotel in Seoul liess nichts zu wünschen übrig, aber auf der folgenden Rundreise wunderte man sich schon etwas, dass die Milch zum Morgenkaffee fehlte – einfach, weil es nicht üblich ist, Milch zum Kaffee zu trinken. Dafür sind die vielen kleinen Coffeeshops ein Lichtblick, wo die Baristas mit Hingabe und viel Zeit wunderschöne Lattes hinzaubern. Man merkt der koreanischen Küche an, dass es hier nicht um «das Auge isst mit» geht, sondern schlicht darum, sich gesund zu ernähren mit dem, was vorhanden ist. Allein essen gehen ist unüblich, denn man geht gemeinsam zur Mahlzeit und kocht dann sein Essen auch gleich mit dem Wok mitten auf dem Tisch. Hauptgerichte werden begleitet von vielen kleinen Saucen, Gewürzen, verschiedensten Kimchi (fermentierter Chinakohl) oder anderen Beilagen. Das Dekor im Restaurant, das Mobiliar oder gar die Ambiance sind nebensächlich und bedeutungslos. Was für uns etwas gewöhnungsbedürftig ist. Eine aufstrebende Generation von jungen Köchen versucht, die Tradition mit der Moderne zu vereinen, allerdings finden sich solche koreanischen Fine Restaurants vorwiegend im Ausland. Zuhause hält man sich lieber an das Hergebrachte. Der Besuch bei einer traditionellen Saucenproduzentin zeigte auf, wie raffiniert und zeitintensiv die Produkte hergestellt werden. Mit den Jahren verändert und intensiviert sich das Aroma, und die Preise steigen dementsprechend, ähnlich wie beim Wein. Denn auch hier wird aus einfachsten Zutaten und viel Zeit wunderbare Saucen und Pasten erschaffen, die als Basis der koreanischen Küche gelten und in jedem Gericht verwendet werden. Schon allein dies zu entdecken, lohnt eine Reise nach Korea!


























