08. September 2025 von Roland Frei
Unendliche Weiten, jahrhundertealte Traditionen und herzliche Begegnungen – im Juli durfte Reiseleiter Roland Frei eine cotravel-Gruppe durch die faszinierende Mongolei begleiten. Vom farbenfrohen Naadam-Festival bis zu den stillen Dünen der Gobi: Seine persönlichen Eindrücke zeigen, wie vielfältig und berührend dieses Land ist.
Naadam Festival
Am Tag nach unserer Ankunft in der Mongolei fuhren wir raus in die weite Steppe vor Ulan Bator. Wir hatten die besten Plätze an einem der Pferderennen am Nationalfestival der Mongolen, dem Naadam ergattert. Inmitten von Mongolinnen und Mongolen in traditionellen Kleidern aber auch Touristen aus aller Welt sind wir überwältigt von der extremen Leidenschaft, dem unbändigen Willen aber auch dem Stolz der jungen Reiter. Sie treiben ihre Pferde zu Höchstleistungen und dem langersehnten Sieg entgegen.

Die Steppe ruft
Nach Wolkenkratzern und Verkehrslärm könnte der Kontrast nicht grösser sein auf der Fahrt durch die weite offene Steppe der Dundgobi Provinz. Kräuter der Steppe verbreiten einen betörenden Duft, die Schatten der Wolken ziehen vorbei und erste Pferdeherden und Kamele zieren unsere Fotos. Am späten Nachmittag bei perfektem Licht erreichen wir die malerischen Granitformationen von Baga Gazariin Chuluu. Eine kurze Wanderung zu den Überresten eines Klosters bringt uns in eine Oase der Ruhe. Wir sind definitiv angekommen im Land des blauen Himmels.

Ein Wunder der Natur
Mitten in der unendlichen Weite der Wüste Gobi erscheinen am Horizont die Dünen von Khongorin Els. Diese Dünen sind kein stilles Landschaftsbild, sie sind ein lebendiges, gewaltiges Schauspiel aus Sand, Wind und Sonne, ein Naturdenkmal erster Güte. Mit dem Sonnenaufgang begann unser Aufstieg, jeder Schritt versank im feinen Sand, meine Beine brannten, mein Atem wurde schwer. Oben angekommen, eröffnete sich ein Ausblick der kaum auszuhalten war vor Schönheit: endlose Sandwellen vom Wind geformt, ein Spiel aus Licht und Schatten, Perfektion pur.

Die Nomadenfamilie
Wir sahen sie schon von Weitem, die weissen Jurten, die vielen Pferde, Schafe und Ziegen. Spontan beschlossen die lokale Reiseleiterin und ich die Nomandenfamilie zu besuchen. Als wir ankamen bellte der Hund, die Familie trat freundlich und neugierig heraus. Sie baten uns in die Jurte und die Gastfreundschaft war riesig, wir tranken Airag, die vergorene Stutenmilch, assen traditionelle Gebäcke und Milchprodukte und diskutierten über das einfache Leben der Nomaden und die Tiere. Ein junges Fohlen konnte nicht richtig den Kopf bewegen, unser Tierarzt wurde gleich um Hilfe und Beurteilung gebeten. Mit kleinen Geschenken verabschiedeten wir uns von der Familie, das war ein Besuch, an dem wir uns sehr gerne zurückerinnern.

Geschichte und Spiritualität
Die Steppe schien endlos an diesem Tag und plötzlich sahen wir eine Klostermauer mit unzähligen Stupas vor uns, Erdenee Zuu das älteste erhaltene Kloster der Mongolei. Errichtet im 16. Jahrhundert aus den Steinen der ehemaligen Hauptstadt Karakorum ist es ein Ort von Geschichte, Spiritualität aber auch unglaublicher Schönheit. Zusammen mit Einheimischen und Touristen bestaunen wir die beindruckende Architektur, erhielten während einer Führung breite und detaillierte Informationen zum Buddhismus in der Mongolei. Für mich ist das Kloster, selbst nach der 8. Besichtigung, immer wieder ein ganz besonderes kulturelles und historisches Highlight.














