Erlebnisberichte

BERICHT: Azoren – Zwischen Wind, Wellen und Wundern der Natur

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Studienreisen-Azoren-Sete-cidades

18. November 2025 von Sven Kirner

Die Azoren – neun kleine Inseln mitten im Atlantik. Hier trifft Wind auf Wellen, Nebel auf Sonne und Natur auf Ursprünglichkeit. Gemeinsam mit dem ehemaligen SRF-Meteorologen Felix Blumer durfte Sven Kirner im Mai 2025 eine cotravel-Gruppe auf diese faszinierende Reise begleiten – eine Woche voller Wetterlaunen, Wärme und echter Entdeckungen.

 

São Miguel – Die Grüne Seele der Azoren 

Schon beim Anflug auf São Miguel schimmerte alles in unzähligen Grüntönen – wie ein Garten, der aus dem Ozean wächst. In Furnas zeigte sich die Erde von ihrer kraftvollen Seite: dampfende Quellen, blubbernde Schlammlöcher und der berühmte Cozido das Furnas, der im heissen Boden gegart wird. Ein eindrucksvolles Schauspiel, das uns alle staunen liess.

Zwischen Palmen und Baumfarnen bot der Terra Nostra Park einen Moment völliger Ruhe. Eingetaucht in das warme, rostfarbene Thermalwasser, umgeben von tropischer Vegetation – pure Entspannung mitten im Dampf. Danach ging es weiter zur Teeplantage Gorreana, der ältesten Europas. Während wir durch die Teefelder spazierten, erzählte man uns von Handarbeit und Tradition, bevor wir mit einer frisch gebrühten Tasse den Blick über das Meer schweifen liessen.

 

Regen, gute Laune und ein Plan B

Die geplante Fahrt zu den Sete Cidades fiel buchstäblich ins Wasser. Doch statt aufzugeben, machten wir das Beste daraus: eine kleine Wanderung um einen nahegelegenen Kratersee. Der Nebel lag dicht, die Stimmung war ausgelassen – Regenjacken, Lachen und nasse Haare inklusive. Ein echtes Erlebnis: spontan und authentisch.

Später besuchten wir eine Ananasplantage, wo die Früchte in langen Gewächshäusern langsam heranreifen. Der süsse Duft, die Handarbeit, die Geduld – ein Stück Azoren, das man riechen und schmecken konnte.

 

Faial und Pico – Feuer, Stein und ein unvergesslicher Moment auf dem Meer

Ein kurzer Flug brachte uns nach Faial, wo der Capelinhos-Vulkan seine eindrucksvolle Geschichte erzählte. Zwischen grauer Asche und Wind erklärte Birgit Siegel, unsere lokale Reiseleiterin, wie hier in den 1950er-Jahren neues Land entstand – die Kraft der Natur zum Greifen nah.

Mit der Fähre setzten wir über nach Pico – und schon am frühen Morgen hiess es: raus aufs Meer. Beim Whale Watching wurden wir Zeugen eines magischen Moments. Mehrere Delfinschulen tauchten direkt neben unserem Boot auf – verspielt, energievoll, majestätisch. Der Vulkan Pico ragte über den Wolken, die Sonne brach durch. Für viele von uns war das der Gänsehautmoment der Reise.

Danach besuchten wir das Walfangmuseum von Lajes, das eindrucksvoll zeigt, wie sich die Beziehung der Inselbewohner zum Meer gewandelt hat – vom Jagen zum Schützen.

 

Abschied in Horta

Zum Abschluss unserer Reise erkundeten wir die charmante Hafenstadt Horta. Rund um den Jachthafen erzählen farbenfrohe Malereien Geschichten von Seglern aus aller Welt. Im legendären Peter Café Sport liessen wir die Woche bei einem letzten Drink und vielen gemeinsamen Erinnerungen ausklingen.

Die Azoren zeigten sich während dieser Tage in all ihrer Vielfalt – ursprünglich, lebendig und voller kleiner Wunder. Ein Ort, der einen nicht mehr loslässt – und an den man irgendwann zurückkehren möchte.