04. Dezember 2025 von Sven Kirner
Andalusien und Marokko – zwei Regionen, die sich auf wunderbare Weise begegnen und doch jede für sich eine eigene Welt öffnen. Unser Projektleiter Sven Kirner durfte die cotravel-Gruppe im Oktober 2025 auf dieser besonderen Reise begleiten: eine Route voller Kontraste, kultureller Brücken und Momente, die berühren. Vom andalusischen Erbe aus maurischen Palästen bis hin zu den lebendigen Gassen marokkanischer Königsstädte erlebte die Gruppe eine Reise, die Geschichten erzählt, Perspektiven erweitert und immer wieder überrascht. In seinem persönlichen Erlebnisbericht nimmt Sven uns mit auf diese eindrucksvolle Reise zwischen Europa und Afrika.
Die Alhambra – ein Traum aus Stein und Stille
Die Alhambra in Granada war für mich einer jener Orte, an denen man unweigerlich den Atem anhält. Zwischen filigranen Ornamenten, plätschernden Wasserläufen und Gärten voller Licht fühlte sich alles an wie ein Märchen aus einer anderen Zeit. Unser Kulturreiseführer und Spanien-Experte Juan Vera führte uns zu ruhigeren Ecken, fernab des Besucherstroms, wo wir die Atmosphäre ganz für uns geniessen konnten. Ein Moment, der nachhallt – still, zeitlos, majestätisch.
Sevilla – Farben, Formen und ein Schuss Lebensfreude
Sevilla erlebten wir leicht und lebendig: ein genussvolles Tapas-Mittagessen, ein Sherry, der für mich eher unter „spannende Erfahrung“ lief, und ein kurzer Einblick in den Rhythmus des Flamenco. Beeindruckt haben mich die weiss-gelben Fassaden von Santa Cruz und die maurische Formensprache des Alcázar, die uns an die gemeinsame Vergangenheit von Spanien und Nordafrika erinnerte – und damit den perfekten Übergang zu unserem nächsten Kapitel bildete.
Der Sprung über die Meerenge – und in eine andere Welt
Mit der Fähre über die Strasse von Gibraltar zu fahren, war wie ein physischer und kultureller Übergang zugleich: Europa hinter uns, Afrika vor uns. Nur wenige Kilometer, und doch fühlt sich alles anders an – Düfte, Sprache, Rhythmus, Farben.
Chefchaouen – blau, ruhig und überraschend entspannt
Chefchaouen war einer der Orte, die sofort eine besondere Stimmung auslösen. Die unzähligen Blautöne an Türen, Treppen und Fassaden wirkten fast beruhigend und gaben der Stadt etwas Leichtes, fast Verträumtes. Beim Schlendern durch die engen Gassen – vorbei an kleinen Läden, neugierigen Katzen und lachenden Kindern – fühlte es sich an, als würde man in eine eigene kleine Welt eintauchen. Chefchaouen war für mich ein angenehmer Ruhepol der Reise, farbig, freundlich und wunderbar entschleunigt.
Fes – Gewusel, Geschichte und ein Blick hinter die Struktur
Fes hingegen war das pure Gegenteil: ein lebendiges Labyrinth voller Stimmen, Gerüche und Handwerkstraditionen. Die Medina wirkte wie eine Stadt in der Stadt, eng, verwinkelt und voller Energie. Genau hier passte der Vortrag von Astrid Därr am Aussichtspunkt Borj Sud perfekt hinein.
Mit Blick über das endlose Dachmeer von Fes erklärte sie uns, wie die islamische Stadt aufgebaut ist, welche Funktionen die verschiedenen Bereiche der Medina haben und weshalb sich das Leben dort seit Jahrhunderten kaum verändert hat. Sie zeigte uns auch, wie sich ein traditionelles Riad von einem Dar unterscheidet – etwas, das man nachher überall wiedererkannte, sei es in Innenhöfen, Fassaden oder im eigenen Riad.
Durch diesen Moment wurde Fes für mich nicht nur ein beeindruckendes Gewusel, sondern eine Stadt, die man plötzlich besser einordnen konnte – ein faszinierender Mix aus Struktur, Tradition und purem Leben.
Zwei Welten, eine Reise
Diese Reise war ein Zusammenspiel aus Eleganz und Chaos, Ruhe und Rhythmus, Europa und Afrika. Andalusien und Marokko verbindet eine jahrhundertelange Geschichte – und doch fühlt es sich an, als würde man unterwegs von einer Welt in die nächste wechseln. Genau dieser Wechsel machte die Reise für mich so einzigartig: voller Farben, Begegnungen und Eindrücke, die bleiben.


























