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18. Mai 2017 · von Henning Rahn

GEORDNETES CHAOS AM HB & KURT SCHAADS ZUGGESCHICHTEN

Der Tag begann eigentlich ganz gut für unseren Kundenstammtisch. Geplant war eine Führung hinter die Kulissen des Zürcher HB. Einmal vor Ort erleben was alles dazu gehört, dass der Bahnverkehr und alle Elemente des Bahnhofs wie ein Uhrwerk ineinandergreifen. Dazu noch ein Vortrag von Kurt Schaad über die Unabwägbarkeiten bei Bahnreisen in anderen Ländern (im Gegensatz zur SBB).

…Dann aber ein kurzer Schock. Das cotravel Team war schon unterwegs mit viel zeitlichem Spielraum, um rechtzeitig die Strecke von Basel nach Zürich zurückzulegen. Da hiess es plötzlich etwas von einer Fahrleitungsstörung am Bahnhof Schlieren. Das Chaos im Feierabendverkehr war perfekt.

Züge fuhren oder auch nicht, nahmen andere Routen, hielten auf offener Strecke. Viel Erlebnis für den günstigen Preis einer Fahrkarte. Nur zum HB führte kein direkter Weg. Daher teilte sich das Team auf und versuchte sein Glück auf verschiedenen Routen. Praktische Motorradtaxis wie in Vietnam suchte man vergeblich und so blieb nur der Weg mit mehrmaligem Umsteigen an verschiedenen Orten um ans Ziel zu kommen. Mike schaffte es so immerhin, pünktlich vor den vereinbarten Termin am Startpunkt zu sein. Der Rest von uns folgte dann nach und nach.

Trotz der Schwierigkeiten bei der Anreise schafften es auch die knapp 50 cotravel Kunden rechtzeitig an den Bahnhof und die Tour konnte fast pünktlich beginnen. Wie bei vielen cotravel Reisen lohnte es sich auch hier, gut zu Fuss zu sein. 100 Stufen mussten zurückgelegt werden, bevor sich vom Dach des HB ein ganz neuer Blick auf Zürich bot. Einen Perspektivenwechsel bot dann die Fahrt in den Untergrund der Versorgungsadern allen Bahnhofslebens. Die Führer wussten mit spannenden und auch humorvollen Anekdoten und Fakten uns das Innenleben näherzubringen.

GESCHICHTEN AUS DEM HB-UNTERGRUND

Wer ahnt schon, dass die Migros spezielle Transportauflieger hat, nur für die Anlieferung in den HB? Und diese müssen optimal koordiniert werden auf dem engen Raum, gilt es doch das gesamte Sortiment etwa 10 Mal am Tag komplett zu bestücken, so gross ist der Warenumschlag.

Ob Wärme oder Kälte, das Limmatwasser sorgt hier für Heizung oder Kühlung und solange die Wassertemperatur nicht unter 7 Grad fällt, reicht dies aus um im Winter das ganze Areal zu beheizen mittels der riesigen Wärmetauscher.

Auf Nachfrage zu Bewaffnung der Bahnhofspolizei kam dann zu Tage, dass dies erst seit einigen Jahren der Fall ist und der erste, dokumentierte und schmerzhafte Einsatz der Schuss in den eigenen Fuss war, den sich ein Polizist selbst beigebracht hatte.

Vorbei am Andachtsraum, den immerhin 300 Personen täglich nutzen, ging es durch die riesigen Einkaufspassagen, in denen gut ein Drittel der täglich 430‘000 Passagiere auch etwas einkauft. Dabei sind die Geschäfte so angeordnet, dass diese mit dem grössten Warenumschlag näher an den Verlademöglichkeiten platziert sind und solche mit den Ladenhütern eher weiter entfernt. Auch der Boden sagt zum Verkaufsstandort etwas aus. Überall wo es hellen Bodenbelag hat, ist dies Grund der SBB und alle Geschäfte mit schwarzem Boden stehen auf Gebiet im Eigentum der Stadt Zürich.

KURT SCHAAD ERZÄHLTE

Unterwegs gestärkt durch ein paar russische Süssigkeiten aus den neuen cotravel Tragtaschen ging es dann nach der Bahnhofsrunde in den Schweizerhof, wo Kurt Schaad mit Ton und Bild bereits die cotravel Gäste erwartete.

Passend zum Tagesthema gab es hier allerlei Episoden aus seinen Bahnreisen in der ganzen Welt, die er fürs Fernsehen oder als Rekognoszierung für cotravel Reisen zurückgelegt hat. Darunter natürlich auch die wohl bekannteste Bahnreise der Welt, die Transsibirische Eisenbahn, welche cotravel 2018 im Sommer und im Winter bereisen wird. Bei einem (oder mehreren) Gläschen Wein bot sich anschliessend die Gelegenheit, sich über zurückliegende Reiseerlebnisse auszutauschen oder schon kräftig Zukunftspläne zu schmieden.