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16. August 2018 · von Jonas Gobeli, Mike Grossniklaus

KONTIKI UND COTRAVEL IM EWIGEN EIS

Im Rekordsommer gibt’s nur eins: Ab nach Spitzbergen! Jonas Gobeli (Kontiki) und Mike Grossniklaus (cotravel) schrieben im eisigen Norden Tage- bzw. Logbuch und hielten fotografisch die Erlebnisse fest.

Heute war das Aufwachen etwas anders als gewohnt: Nieselregen und sehr kühle Temperaturen. Das hielt uns aber natürlich nicht davon ab, das Schiff zu verlassen und die Umgebung zu Fuss zu erkunden.

WANDERN IM REGEN

Den ersten Stopp legten wir in einem Seitenarm des Lomfjorden, genannt Faksevågen, ein. Hier bot sich uns zum ersten Mal die Gelegenheit, eine etwas anspruchsvollere Wanderung zu unternehmen. Nach dem gestrigen Tag waren viele Gäste froh, dass wir uns etwas bewegen konnten und so nahmen viele den Aufstieg zu einem höher gelegenen Aussichtspunkt in Angriff. Oben angekommen, bot sich uns ein eindrückliches Panorama mit dem Fjord und den umliegenden Gletschern.

Während dem Mittagessen – diese Stärkung hatten wir uns redlich verdient – fuhr unser Schiff weiter zur Palanderbukta. Einige Gäste unternahmen Wanderungen mit verschiedenem Schwierigkeitsgrad zum beeindruckenden Palander-Gletscher, andere blieben bei regnerischem Wetter lieber auf dem warmen Schiff.

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Das Wetter machte uns dann am Abend leider einen Strich durch die Rechnung. Das geplante Barbecue auf dem Aussendeck musste kurzfristig ins trockene Restaurant verlegt werden. Aber auch da schmeckte das Essen wie immer ausgezeichnet…

DIE GESCHLOSSENE BAR

Über Nacht sind wir weiter in Richtung Westen zum Bockfjorden gefahren. Das Meer zeigte sich unterdessen wieder von seiner ruhigen Seite. Im Bockfjorden war früher ein Vulkan aktiv, davon zeugen heute noch „heisse“ Quellen. Heiss ist allerdings etwas übertrieben, da die Wassertemperatur auch dort nicht viel über dem Gefrierpunkt liegt. Das Baden verschoben wir auf später…

Wie an vielen anderen Orten wird leider auch auf Spitzbergen tonnenweise Müll an Land gespült. Dies ist insbesondere für Vögel eine Gefahr, da sie Plastikteile essen und später daran sterben können. Mit der Aktion „Clean up Svalbard“ haben wir etwas dagegen unternommen und mit vielen Gästen einen Strandabschnitt im Bockfjorden vom Abfall befreit.

Den Nachmittag verbrachten wir im Liefdefjorden (Liebesfjord). Hier gibt es eine kleine Holzhütte, mit dem einladenden Namen „Texas Bar“. Die Hütte stand bei unserer Ankunft allerdings verlassen in der malerischen Bucht – kein Wunder, wird sie doch nur selten für Übernachtungen in der Wildnis benutzt. Wir durften darum keine Drinks erwarten…

Einige Gäste unternahmen eine anstrengende Wanderung zu einem Aussichtspunkt, andere einen gemütlichen Spaziergang dem Wasser entlang. Dabei genossen alle die Schönheit der umliegenden Gletscher. Insbesondere der Monacobreen war ein beliebtes Fotosujet.

Bei der abendlichen Auktion konnten für einen guten Zweck (Rotes Kreuz Longyearbyen) diverse Erinnerungen an unsere Schiffsreise ersteigert werden. Später liessen wir den Tag an der Bar ausklingen – so kamen wir schlussendlich doch noch zu einem Drink.

GLETSCHER UND GESCHICHTE

Frühmorgens fuhren wir in den wunderschönen Magdalenenfjord ein. Sonnenschein, umgeben von Gletschern – was für ein Start in den Tag! Unser Schiff ankerte in der malerischen Bucht Trinityhamna. Wiederum bot sich die Möglichkeit, verschiedene Spaziergänge oder auch eine anspruchsvolle Wanderung zum Gletscher Gullybreen zu unternehmen. Dabei kamen alle auf ihre Kosten: die Wanderer konnten den Gletscher aus nächster Nähe bestaunen und für die Spaziergänger boten mehrere vorbeiziehende Belugas ein unvergessliches Erlebnis.

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Der feine Sandstrand in der Trinityhamna-Bucht erinnerte an eine Karibikinsel. Da liessen es sich einige unerschrockene Gäste nicht entgehen, ein kühlendes – oder eher eisiges – Bad im Meer zu nehmen. Beim anschliessenden Bad im Jacuzzi auf dem Aussendeck konnten sich die mutigen Schwimmer wieder aufwärmen.

Am späten Nachmittag trafen wir in Ny-Ålesund ein. Einige Häuser, ein paar Autos und ein kleiner Shop… Wir waren nach fast zehn Tagen zurück in der Zivilisation. Ny-Ålesund war der Ausgangspunkt der Nordpol-Flüge von Roald Amundsen und Umberto Nobile in den 20er Jahren. Unsere Guides konnten uns entsprechend viele spannende Geschichten aus vergangen Zeiten erzählen. Heute beheimatet der Ort diverse internationale Polarstationen und das (inoffiziell) nördlichste Postamt der Welt. Natürlich liessen es sich unsere Gäste nicht nehmen, Postkarten mit dem entsprechenden Poststempel an die Daheimgebliebenen zu schicken.

ANKUNFT AM ZIEL

An unserem letzten Expeditionstag wurde unsere Flexibilität noch einmal getestet. Die morgendliche Anlandung auf der Insel Prins Karls Forland konnte wegen dichtem Nebel nicht stattfinden. So nahmen wir etwas verfrüht Kurs in Richtung Isfjorden, wo am Nachmittag der letzte Landgang geplant war. Die Zeit bis zum Mittagessen nutzten wir für Vorträge.

Bei der letzten Anlandung durften wir Spitzbergen noch einmal von seiner besten Seite erleben: blauer Himmel, warme Temperaturen im zweistelligen Bereich, Rentiere, Füchse, unzählige Vögel und ein grandioses Panorama. Das war ein würdiger Schlusspunkt für unsere unvergessliche Reise!

Zurück an Bord folgte die Verabschiedung durch den Kapitän, bevor uns der Bordfotograf seine bildliche Zusammenfassung der letzten Tage präsentierte. Die Aufnahmen riefen noch einmal in Erinnerung, wie viele tolle Momente wir unterwegs geniessen durften. Bei ruhiger See, Mitternachtssonne und schönstem Wetter erreichten wir kurz nach dem Abendessen – nach 2‘556 Kilometern – unser Ziel Longyearbyen.

TSCHÜSS SPITZBERGEN

Nach einer kurzen letzten Nacht an Bord der MV Sea Spirit hiess es am frühen Morgen Abschied nehmen. Ein letztes „Tschüss und herzlichen Dank“ an das Expeditionsteam und die ganze Schiffsbesatzung und dann verliessen wir unser liebgewonnenes Zuhause auf See.

Der Vormittag stand uns zur individuellen Entdeckung von Longyearbyen zur Verfügung. Einige Gäste machten sich auf die (erfolgreiche) Suche nach Souvenirs, andere nutzten die Zeit für einen gemütlichen Spaziergang zum berühmten Eisbären-Schild am Ortsrand.

Am Nachmittag erfolgt der kurze Transfer zum Flughafen, von wo aus wir mit dem Airbus A320 der Edelweiss Air direkt und bequem nach Zürich flogen. Um viele Eindrücke reicher und mit unvergesslichen Erinnerungen an Eisbärensichtungen, Gletscher, spannende Vorträge, lustige Momente und vieles mehr, kehrten wir in die heisse Schweiz zurück.

Herzlichen Dank an alle Reiseteilnehmer, dass ihr die Reise zu dem gemacht habt, was sie schlussendlich war – und natürlich auch an alle Daheimgebliebenen, die mit Interesse diesen Blog verfolgt haben. Hoffentlich bis bald wieder im hohen Norden!

 

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