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25. Oktober 2017 · von Werner Eggimann

IMPRESSIONEN AUS DER WILDNIS

Ganze 37 Mal würde unsere Schweiz flächenmässig in das Gebiet des amerikanischen Bundesstaates Alaska passen, und dies bei einer Bevölkerungszahl von gerade mal 710‘000!

Allein in der grössten Stadt Anchorage wohnen über 300‘000 Menschen, da kann man sich leicht ausrechnen, wie dünn besiedelt die restlichen Gebiete ausserhalb der wenigen Agglomerationen sind. Ein anderer Vergleich: Die Fläche Alaskas macht etwa 16% der Gesamtfläche der USA aus, aber nur 0,3%  der US-Gesamtbevölkerung wohnen im zweitjüngsten amerikanischen Bundesstaat (erst seit 1959 gehört Alaska als gleichberechtigter Staat zu den USA). Ähnlich menschenleer sieht es im kanadischen Yukon-Territorium aus.

Begleitet vom bekannten Meteorologen Felix Blumer machte sich die cotravel Gruppe von Anchorage aus mit dem Bus und der Alaska Railroad auf den Weg in Richtung Norden zum Denali Nationalpark und nach Fairbanks. Über den „Top of the World Highway“ führte die Reise dann hinüber nach Kanada in die Goldgräberstadt Dawson City. Die weiteren Strecken nach Whitehorse und Vancouver wurden per Flugzeug zurückgelegt. Alle waren beeindruckt von den unendlichen Weiten, gleichzeitig jedoch ebenso fasziniert von der Vielfalt der Flora und Fauna.

TIERISCH

Auf Tuchfühlung mit zwei jungen Braunbären gingen wir beispielsweise in der Chinitna Bay, eine gute Flugstunde von Anchorage entfernt. „Kalbende“ Gletscher auf Meereshöhe sichteten wir hingegen im Prince William Sound. Und alle staunten nicht schlecht, als cotravel Kunde Alois, ein erfahrener Landwirt, mit seinen blossen Händen einen stattlichen Königslachs direkt aus dem Meer fischte!

In Wasilla statteten wir Martin Buser einen Besuch ab. Dieser vor 38 Jahren ausgewanderte Winterthurer hat das bekannteste Schlittenhunderennen Alaskas, das Iditarod über 1‘850 Kilometer, vier Mal gewonnen – und ist dadurch zum „dog man“ und zur Legende geworden. Mit der damaligen Rekordzeit von 8 Tagen, 22 Stunden, 46 Minuten und 2 Sekunden schaffte er es im Jahr 2002 erstmals unter 9 Tagen. Bei ihm lernten wir auch schon die putzige neue Generation seiner selbst gezüchteten Schlittenhunde kennen.

NAMENSGEBUNGEN IN ALASKA

Fast wie ein Gemälde wirkt „der Grosse“ oder „der Hohe“! Das bedeutet „Denali“ nämlich in der Sprache der Athabascan-Indianer. Mit seinen 6‘194 m ist er der höchste Berg Nordamerikas. Sein früherer Name war Mount McKinley, seit 2015 heisst er nun offiziell Denali. Ein ganz grosses Glück für uns, diesen mächtigen Brocken fast ohne Wolken zu sehen – aber wir hatten ja schliesslich einen Wettermann dabei! Die Fahrt druch den Denali Nationalpark ist derweil mit privaten Fahrzeugen nicht gestattet, nur mit schulbusähnlichen Gefährten der Parkverwaltung.

Eine unserer Mittagspausen verbrachten wir in Chicken. Ja, diese kleine Goldgräbersiedlung (sie zählt zur Zeit 7 ständige Bewohner) mitten im Niemandsland heisst tatsächlich Chicken (Huhn). Der Grund: Ursprünglich sollte das Dorf nach dem Ptarmigan (= Schneehuhn), dem Wappentier Alaskas, genannt werden. Dieses Indianerwort war aber viel zu schwierig auszusprechen, deshalb wählte man schliesslich „Chicken“ als Name…

À propos Namen: Der „Top of the World Highway“ verdient seine Bezeichnung zu recht! Er führt von Alaska in das Yukon Territory im hohen Norden Kanadas. Die Beamten am Grenzposten freuen sich jedes Mal, wenn endlich wieder einmal ein Fahrzeug auftaucht.

GEGENSÄTZE ZUM SCHLUSS

Der Yukon bei Dawson City ist mit 3120 km Länge der fünftlängste Fluss Nordamerikas. Dawson City selbst erlebte seine kurze Blütezeit 1896-99, als im Klondikegebiet bei Dawson riesige Goldfunde gemacht wurden, welche Zehntausende von Goldsuchern und Abenteurern anlockten. Jack London lässt grüssen!

Zum Schluss der Reise tauchten wir dann noch in die pulsierende Grossstadt Vancouver ein, für einige von uns ein echer Kulturschock nach den Tagen in der Wildnis!

 

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